Music Interview | verfasst 07.05.2012
Freddie Gibbs
»Ich sage Sachen, die gesagt werden müssen.«
Freddie Gibbs gilt unter seinen und unseren Kollegen als der »realste« aller Gangsta-Rapper. Wir sprachen mit ihm über seine Heimat, Drogen, Ängste und eine Hand voll anstehender Kollaborationen.
Text Georg Rackow , Fotos Tobias Hoffmann / PhyreWorX
Hhv-gibbs-final-tobiashoffmann-phyreworx-img_0707_l

Freddie Gibbs gilt unter Rappern und Journalisten als der »realste« aller Gangsta-Rapper. Er hat Drogen verkauft und Diebstahl begangen und ist dafür in den Knast gegangen. Diese Welt hat er jedoch hinter sich gelassen. Plan B ist: Geld mit Rap zu machen und die Lebenswelt, die für viele Jugendliche in ärmlichen Gegenden die einzige Wahl zu sein scheint, kritisch zu dokumentieren. Der Plan scheint aufzugehen für Freddie Gibbs, denn von Madlib über J.U.S.T.I.C.E. League und Statik Selektah bis hin zu DJ Drama wollen alle mit ihm zusammenarbeiten. Nach dem Interscope-Debakel ohne Veröffentlichung und einem anschließenden, kaum vergleichbaren Internet-Hype, ist er nun bei Young Jeezys Label CTE untergekommen, was einmal mehr zeigt, dass stilistische Grenzen für Freddie Gibbs nur da sind, um überschritten zu werden.

Was hast du am meisten gehasst an deiner Heimatstadt Gary, Indiana?
Freddie Gibbs: Die Einstellung der Menschen. Die Mentalität, dass keiner dem anderen etwas gönnt. Aus Neid gehen die Menschen sich gegenseitig an. Sie ziehen sich runter, anstatt sich zu unterstützen.

Es ist schwer, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn jeder Einzelne ums Überleben kämpft.
Freddie Gibbs: Ich verstehe das nur zu gut, entweder fressen oder gefressen werden. Kein Job, keine sinnvolle Aufgabe, wenn du morgens aufstehst. Du musst auf die Straße gehen und dir dort dein Überleben sichern. Aber nur Wenige schaffen es.

Also hieß es für dich, um jeden Preis raus aus Indiana?
Freddie Gibbs: Mein ganzes Leben war immer davon bestimmt, ein Schritt weiter zu gehen, das nächste Level zu erreichen. Wenn man nicht über den Tellerrand gucken will, dann schließt man sich selbst von so vielen Sachen aus. Ich würde meine Kindheit gegen nichts in der Welt eintauschen, sie hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Weißt du, in Gary wohnen auch viele gute Menschen, die hart arbeiten. Doch es ist nicht mehr wie früher, als der gesamte Block deine Familie war. Wenn du an einem Ende der Straße Mist gebaut hast, dann erzählte der Nachbar es deiner Mutter und du hast Ärger gekriegt. Diese Umgebung, in der man ein Kind großziehen sollte, gibt es heute nicht mehr. Das müsste man wieder hinkriegen.

Dein Leben hatte viele Höhen und Tiefen zwischen Sportstipendium und Knast. Gibt es etwas, dass du wirklich bereust?
Freddie Gibbs: Nein, eigentlich nicht. Aber es gibt viele Sachen, auf die ich nicht besonders stolz bin. Ich habe meiner Mutter das Herz gebrochen, als sie mich aus dem Knast kommen sah. Ich war oft respektlos zu ihr und habe nicht auf sie gehört. Sie hat mich definitiv nicht zu dem erzogen, der ich war, als ich auf der Straße unterwegs war. Ich habe sie so häufig verletzt und das tut mir bis heute leid. Zum Glück verstehen wir uns heute wieder. Wir haben eine starke Beziehung. Sie ist mein Homie.

Fühlst du dich manchmal missverstanden?
Freddie Gibbs: Nein, ich fühle mich höchstens unterschätzt. Ich kümmere mich nicht darum, was andere von mir denken.

»Natürlich ist mir die Message meiner Songs wichtig, aber ich habe keinen Einfluss darauf, wie sie aufgenommen wird.« (Freddie Gibbs) Schwer zu glauben, dass es dir egal ist, ob deine Message ankommt bei den Menschen.
Freddie Gibbs: Natürlich ist mir die Message meiner Songs wichtig, aber ich habe keinen Einfluss darauf, wie sie aufgenommen wird. Das kümmert mich wirklich nicht. Ich sage Sachen, die gesagt werden müssen. Sachen, die andere sich nicht trauen. Außerdem sind die Menschen heutzutage so übersensibel. Ich sage etwas und schon bin ich ein Rassist, ein Schwulenhasser oder Frauenfeind oder Krimineller. Die, die mich kennen, die wissen, wie es in meinem Herzen aussieht, wissen, was ich sage. Nur das zählt.

Ein Großteil deiner Texte dreht sich um Drogen. Hast du deine eigene Grassorte? Nicht wenige Rapper brüsten sich ja damit.
Freddie Gibbs: Nein, ich rauche ganz normales OG Kush. Letztens war ich in Amsterdam, da hatten sie das tatsächlich da. Mann, in Cali bauen sie das beste Gras der Welt an.

Was war seit der High School die längste Phase ohne Drogen für dich. Kannst du dich daran erinnern?
Freddie Gibbs: (lacht): Also ich bin jetzt nicht so ein Drogenkonsument, ich rauche nur weed. Aber das letzte Mal ohne Alkohol oder Gras oder verschreibungspflichtige Tabletten war wohl im Boot Camp. Da ging gar nichts. Im Knast dagegen war es einfach an weed zu kommen. (lacht)

Wann war dieses Boot Camp?
Freddie Gibbs: 2001, 2002. Das ist lange her. (lacht halbherzig und wird wieder ernst) Weißt du, ich hatte meine Probleme mit Drogen. Ich war abhängig von rezeptpflichtigen Medikamenten. Es hat auch Zeit und Anstrengung gekostet, da raus zu kommen und sich selbst bewusst zu machen, dass man kein Drogenabhängiger mehr ist. Dazu musste ich aber auch meine gewohnte Umgebung verlassen. Mit harten Drogen hatte ich dagegen keine Probleme. Verkaufen ist eine Sache, aber mir Trips darauf geben, das war nie mein Ding.

Bist du nach etwas anderem süchtig?
Freddie Gibbs: Ja, ich bin süchtig nach weed, Pussy und Geld. Ohne die kann ich nicht. (lacht)

Und nach deinem Smartphone?
Freddie Gibbs: Scheiße ja, du hast Recht. Ich kann keine fünf Minuten ohne. Also ich bin süchtig nach Weed, Pussy, Geld und meinem Handy. (lacht)

Du hast mal erzählt, dass du Höhenangst hast. Hast du sonst vor nichts Angst?
Freddie Gibbs: Doch Mann, ich habe Angst vor Wasser. Ich habe Angst vor Höhen und vor Wasser. Ich kann auch nicht schwimmen. Wenn du mich an den Rand eines Wasserfalls stellst, muss ich augenblicklich sterben. (lacht)

Gary liegt doch direkt am Lake Michigan. Da hast du nie schwimmen gelernt?
Freddie Gibbs: Nein Mann. Das letzte Mal, dass ich im Wasser war, war auf Hawaii, da hat meine Freundin mich dazu gebracht zu schnorcheln. Und dann war da auf einmal eine Riesenschildkröte neben mir, das war abgefahren. Also am Strand chille ich liebend gerne. Ich bin auch oft in Long Beach, aber ins Wasser gehe ich auf keinen Fall.

Du arbeitest mit so vielen verschiedenen Produzenten zusammen. Was glaubst du, mögen die an dir? Was macht dich besonders?
Freddie Gibbs: Also die meisten von denen sind tatsächlich Homies und Freunde, aber davon mal abgesehen ist es wahrscheinlich meine Arbeitsmoral. Da kommen nicht viele ran. Und das treibt dann auch sie an.

» Ich habe Angst vor Höhen und vor Wasser. Ich kann auch nicht schwimmen. Wenn du mich an den Rand eines Wasserfalls stellst, muss ich augenblicklich sterben.« ( Freddie Gibbs) In Europa bist du ohne Backup aufgetreten. Wolltest du es so aus stilistischen Gründen, oder wolltest du die Gage nicht teilen?
Freddie Gibbs: (lacht) Nein, die Gage hätte ich schon geteilt, aber ich wollte beim neuen Publikum einfach, dass der Fokus auf mir liegt und nicht auf irgendeinem Hypeman. Sonst habe ich schon einen Backup dabei, aber hier wollte ich es nicht.

Du hast in Europa vor 400 Leuten gespielt, aber auch vor 40. Ist das schwer für dich?
Freddie Gibbs: Nein, die Crowd muss in jedem Fall gerockt werden. Wenn das der Job ist, für den du bezahlt wirst, dann hast du ihn gefälligst auch zu erledigen.

In den letzten Monaten und Jahren wurde mehrere Albumprojekte von dir angekündigt… Lass uns die mal durchgehen: Was ist mit dem Album mit Ski Beatz?
Freddie Gibbs: Das kommt, aber ich weiß wirklich nicht wann. Ich habe gerade erst angefangen.

Wie habt ihr euch kennengelernt?
Freddie Gibbs: Ich bin andauernd in New York, fast die Hälfte des Jahres. Ich kenne Damon Dash und bin gut mit Curren$y befreundet. Und darüber haben wir uns dann auch angefreundet.

Was ist mit dem Album mit Madlib?
Freddie Gibbs: Das ist so gut wie fertig. Ich habe bestimmt schon 80 Prozent. Es wird »Madgibbs« heißen und wahrscheinlich ist es das Außergewöhnlichste, was ich in meiner gesamten Karriere bisher veröffentlicht habe. Es wird definitiv herausstechen. Zufällig habe ich alle Songs davon gerade hier auf meinem Smartphone (sucht und zeigt die Playlist). Wer mir das klauen würde, hätte pures Gold in den Händen. (lacht)

Was ist mit dem Album »Devil‘s Palace« zusammen mit Alchemist?
Freddie Gibbs: (guckt verwundert und schüttelt mit dem Kopf)

So ist es im Internet zu lesen, angekündigt noch für dieses Jahr. Stimmt also nicht?
Freddie Gibbs: Also ich würde gerne mit ihm zusammenarbeiten und das habe ich auch mal in einem Interview gesagt. Und wahrscheinlich würde ich auch das Album so nennen, aber da ist bis jetzt noch nichts geplant. Wir haben immerhin losen Kontakt und leben beide in Los Angeles, also wer weiß?

Dann ist noch ein Album angekündigt mit Chip Tha Ripper sowie Chuck Inglish und Mikey Rocks von The Cool Kids, ihr vier zusammen als Pulled Over by the Cops…
Freddie Gibbs: Ja, das ist auch in Arbeit, aber wir haben alle viel zu tun gehabt in letzter Zeit.

Diese Rap-Supergroup-Sachen funktionieren momentan ziemlich gut.
Freddie Gibbs: Ja, aber wenn was funktioniert, dann wird es auch schnell ausgereizt. Mich interessiert so etwas nicht. Wenn es soweit ist, dann ist es so soweit.

Und was ist dann dein nächstes Album?
Freddie Gibbs: Das wird »Baby Face Killa« sein, mit DJ Drama. Und natürlich mit Young Jeezy und den CTE-Jungs drauf. Und Daz, Daz Dillinger, das ist mein Homie.

Die Musik von Freddie Gibbs findest du bei hhv.de. Und dieser Link führt dich zur Webseite von Freddie Gibbs.
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 09.08.2010
Freddie Gibbs
Str8 Killa
Zugegeben, Gangsta-Rap ist in den USA zur Zeit nicht gerade angesagt. Doch Freddie Gibbs gibt sich davon unbeeindruckt.
Music Review | verfasst 21.03.2014
Freddie Gibbs & Madlib
Piñata
Seit der ersten EP fieberte man auf das erste gemeinsame Album von Freddie Gibbs und Madlib hin. Hat sich definitiv gelohnt.
Music Review | verfasst 16.08.2019
Freddie Gibbs & Madlib
Bandana
Freddie Gibbs und Madlib, der Rapper und der Beatschmied, haben sich endgültig gefunden. Mit »Bandana« ist ihnen etwas großartiges gelungen.
Music Review | verfasst 03.06.2020
Freddie Gibbs & The Alchemist
Alfredo
c»Alfredo« heißt das letzte Woche veröffentlichte Album von Freddie Gibbs und The Alchemist. Vinyl steht aus, reingehört haben wir aber.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Porträt | verfasst 13.07.2017
Freddie Gibbs
»There Can Be No Peace Without Justice«
Die Überschrift ist Teil eines Zitats des Predigers Louis Farrakhan. Der wichtigste Einfluss für Freddie Gibbs Drehbücher. Halt, was, Drehbücher? Eines nach dem anderen, es ist viel passiert im Leben des Fredrick Tipton.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Liste | verfasst 11.07.2019
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Kolumne | verfasst 17.07.2019
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Liste | verfasst 13.10.2020
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Ice Cube
I Am The West
Auf seinem zehnten Solo-Album präsentiert Ice Cube routinierten, aber innovationsarmen Gangsta Rap.
Music Review | verfasst 28.01.2013
The Game
Jesus Piece
Tony Soprano geht zum Psychiater. Jayceon Taylor aka The Game findet sein Seelenheil in der Bibel.
Music Review | verfasst 06.03.2008
Scarface
Made
Dass Scarface immer noch einer der großen Zampanos ist, wenn es darum geht introspektiv zu werden, wird hier eindrucksvoll untermauert.
Music Review | verfasst 17.08.2010
De La Soul
Stakes Is High
Mit gewisser Ignoranz behaupte ich, dass »Stakes Is High« musikalisch die beste Platte von Amiraps letzter verbliebener Harmonietruppe ist.
Music Review | verfasst 13.10.2014
The Game
Blood Money: Year Of The Wolf
The Game knurrt auf »Blood Money: Year Of The Wolf« angriffslustig aus seinem Wolfsbau, aber bleibt uns einen weiteren Klassiker schuldig.
Art Bericht | verfasst 15.09.2011
Gregory Bojorquez
»Streets of L.A.«, Fotoausstellung in der Hardhitta Gallery in Berlin
Die Hardhitta Gallery in der Potsdamer Straße in Berlin zeigt noch bis zum 3.10. Arbeiten des amerikanischen Fotografen Gregory Bojorquez. In den Arbeiten wird deutlich: Die Straßen von Los Angeles sind beides – Verzweiflung und Versprechen.
Music Interview | verfasst 26.11.2012
Roc Marciano
Habe die Ehre
Roc Marciano setzt bei seinem zweiten Soloalbum auf gewohnte Zutaten. Hypnotische Loops treffen auf eindringliche Straßenpoesie, »Reloaded« also. Wir luden den sonst so interviewscheuen MC und Producer zum Gespräch.
Music Kolumne | verfasst 22.01.2014
Records Revisited
Ice-T's Rhyme Pays, 1987
Als das Debüt von Ice-T 1987 erschien, entstand ein neuer Ton im Rap. Das darauf enthaltene »6 ‘N The Mornin’« ist der Blueprint des Gangster Rap. Es legt aber auch offen, wie Rap funktioniert: »It’s all game. I’m just working these niggas«
Music Kolumne | verfasst 27.03.2014
Records Revisited
Dr. Dre's The Chronic, 1992
»The Chronic« gilt als Meilenstein, als »Game Changer«. In Records Revisited blicken wir auf Dr. Dre’s Solodebut zurück – eine Platte die zurecht als Meisterwerk gilt, aber auch Fragen aufwirft.
Music Porträt | verfasst 22.05.2018
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Review | verfasst 01.06.2007
Zeph & Azeem
Rise Up
Auf Zephs abwechslungsreichen Instrumentals macht Azeems Zunge Yoga: das Debüt des Duos aus San Francisco macht Spaß.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 15.04.2007
Various
OM HipHop Volume 1
Das in San Francisco ansässige Label OM Records setzt mit ihrer neuen Compilation die Ansprüche hoch
Music Review | verfasst 25.05.2007
Sa-Ra Creative Partners
The Hollywood Recordings
Das ist die erste Sa-Ra-Review, die ohne die Attribute »unique«, »innovativ« und »next-level« auskommt.
Music Review | verfasst 08.05.2007
Lifesavas
Gutterfly
Ein weiterer Beitrag zum Thema »Blaxploitation als Samplequelle«: Livesavas veröffentlichen ein richtig gutes Album.
Music Review | verfasst 02.01.2007
Various
The Best Of Lewis Recordings
Die Briten von Lewis Recordings, Heimat von Edan, beehren uns mit einer interessanten Labelschau
Music Review | verfasst 02.12.2010
2Mex
My Fanbase Will Destroy You
Zwei Jahre hat er sich für »My Fanbase Will Destroy You« Zeit genommen. Ungewöhnlich lange für 2Mex.
Music Review | verfasst 05.11.2010
7L & Esoteric
1212
Erstmals seit 2006 gibt’s das Gespann 7L & Esoteric wieder auf Albumlänge. Die Ansage: 12 Tracks, die alle als 12inch taugen sollen.
Music Review | verfasst 08.11.2010
Celph Titled & Buckwild
Nineteen Ninety Now
»Nineteen Ninety Now« transportiert den Vibe der 1990er Jahre perfekt in die Jetztzeit.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Atmosphere
To All My Friends / Blood Make The Blade Holy
Eine Doppel-EP, die die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album überbrücken soll.
Music Review | verfasst 02.11.2010
Breez Evahflowin
As He Goes On...
Breez Evahflowin hört auf. Zum Abschied gibt er seinen Fans ein reflektiertes, ehrliches und erwachsenes Album.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.