Music Interview | verfasst 21.01.2014
Step Brothers
Brüder im Geiste
Sie kennen sich seit der Highschool und begannen die ersten Rapversuche Anfang der 90er beinahe parallel im Westen von L.A. Wir sprachen mit Evidence und Alchemist über ihr spannendes Albumprojekt und das Leben unter der Sonne Kaliforniens.
Text Benjamin Mächler
Stepbrothers_2014-neu

Sie kennen sich seit Highschool-Tagen und begannen die ersten Rapversuche Anfang der 1990er Jahre beinahe parallel im Westen von Los Angeles. Während Alchemist kurze Zeit später von DJ Muggs protegiert wurde und sich um die Jahrtausendwende zunächst an der Ostküste einen Namen als Producer von Rap-Hymnen für Mobb Deep, Jadakiss oder Nas machte, avancierte Evidence an der Seite von Rakaa und DJ Babu mit den Dilated Peoples zum Helden der Generation Rucksack-Rap. So dauerte es doch einige Jahre, ehe Al und Ev nach zahlreichen gemeinsamen Features und durchgemachten Studionächten die Idee für ein gemeinsames Albumprojekt entwickelten. Als Brüder im Geiste mit einem Faible für Beats, Bongs und Battles lag der Crewname auf der Hand. Wir sprachen mit den beiden Stiefbrüdern über ihr spannendes Albumprojekt und das Leben unter der Sonne Kaliforniens.

Ihr steht gerade vor einer Überseetour. Bereitet ihr euch darauf besonders vor?
Alchemist: Mit Stretching und viel Calisthenics. Wir bauen Muskelmasse auf, so dass wir auch fit sind.
Evidence: Ich überlege mir eigentlich nur, wie ich all das Gras durch den Zoll schmuggele.

Euer Album vermittelt nach den ersten Hördurchgängen das Gefühl, dass ihr euch frei von allen Zwängen musikalisch richtig austoben konntet. Mich erinnerte es in seiner Rohheit und seinem Purismus unweigerlich an das Gangrene-Projekt von Alchemist und Oh No. Hattet ihr eine besondere Herangehensweise an »Lord Steppington«?
Evidence: Es kann schon sein, dass manche Stellen an Gangrene erinnern. Gewisse Elemente erinnern gegebenenfalls an andere Projekte. Eine besondere Herangehensweise gab es nicht. Al hat die Beats gemacht, wir haben dazu gerappt und Spaß gehabt. Nur weil es nach Spaß klingt, bedeutet nicht, dass wir die Sache nicht ernst angegangen wären. Wir haben viel Arbeit hineingesteckt und es war eine großartige Erfahrung. Die Platte hat grandiose Momente, aber auch einige Fehler und Unzulänglichkeiten. Ich mag alles davon.

Evidence, wie kam es, dass du mit »Legendary Mesh« nur einen Song auf dem Album produziert hast? Man hätte ein Projekt im Stile von Jaylib erwarten können, bei dem jeder von euch über die Beats des jeweils anderen rappt.
Evidence: Wir haben das gemacht, um euch zu ärgern und eben nicht wie Jaylib zu sein. Vielleicht machen wir das später. Alchemist ist gerade so stark darauf fokussiert ganze Alben mit anderen Künstlern zu produzieren und so sehe ich das aus dem Blickwinkel, dass ich einen Beat auf einem von Alchemist produzierten Album platziert habe. So rede ich mir das schön.

Die physikalische Version vom Album wurde in Samt gehüllt. Das hat euch sicherlich viel Überzeugungsarbeit bei Rhymesayers Entertainment gekostet?
Evidence: Es hat Rhymesayers gar nichts gekostet, denn wir mussten das aus eigener Tasche bezahlen. Das hat uns eine Menge Geld gekostet, daher solltet ihr euch das Album gleich in 4-facher Ausführung kaufen. Ein absolutes Sammlerobjekt, das in 40 Jahren ein Vermögen wert sein wird!

Obwohl ihr beide aus Los Angeles stammt, hatte eure Musik stets einen Ostküsteneinfluss und war konträr zum damals typischen Sound der Westküste. Woran lag das?
Evidence: Ich würde sagen DJ Premier ist der Grund. Das war und ist die Blaupause für Rapsound für mich.

»Der L.A.-Sound zur damaligen Zeit war Gangsta-Musik und wir waren keine Gangster.« (Evidence) Musstet ihr euch in L.A. damals für diese Soundästhetik rechtfertigen?
Evidence: Der L.A.-Sound zur damaligen Zeit war Gangsta-Musik und wir waren keine Gangster. Es wäre noch seltsamer gewesen, wenn wir die stereotype Westcoast-Musik gemacht hätten, die damals sehr angesagt war.
Alchemist: Egal ob Ost- oder Westküste, es gibt immer eine Zeit, in der sich der Sound wandelt und weiterentwickelt. Wir gehörten damals zu den ersten Gruppen aus L.A., deren Sound eher untypisch für die Region war. Es war nie so, dass sich Leute gewundert haben, was wir da für verrückte Musik abliefern. Es war ganz einfach ein Sound, der uns gefiel und den wir auch bewusst so produzierten. Auch abseits der typischen Gangbangermusik gab es Gruppen von der Westküste wie The Pharcyde, Tha Alkaholiks oder Souls Of Mischief, die für einen anderen Sound standen.

Welche 3 Dinge schätzt ihr besonders am Sonnenstaat?
Alchemist: Fatburger, die Abkürzungen auf dem Freeway und das Wetter natürlich.

Hattet ihr je einen Bezug zur Gang- oder Lowriderkultur, die ja auch eng mit der Hip Hop-Folklore der Westküste verknüpft sind?
Alchemist: Das war als Außenstehender auf jeden Fall faszinierend und interessant, aber wir waren da nie wirklich drin.

L.A. hat sich in den letzten 5 Jahren zu einem wahren Sammelbecken für die Beatmaker-Szene entwickelt, mit Veranstaltungen wie »Dublab« oder »Low End Theory«. Inwiefern habt ihr Berührungspunkte zur Szene?
Alchemist: Ich liebe alle diese Typen. Die killen gerade richtig. Es sind zu viele, um jetzt alle aufzuzählen. Ich bin auch auf diesen Events unterwegs und setze mir dann eine Dreadlockperücke auf, so dass mich keiner erkennt. So kann ich den Vibe und die Musik aufsaugen und mich ganz nah an die Lautsprecher stellen.

Durch das schlechte Nahverkehrsnetz muss man in Los Angeles viele Wege mit dem eigenen Auto zurücklegen. Es heißt, man lerne seltener Leute kennen, weshalb L.A. nicht nur die Stadt der weiten Wege, sondern auch die Stadt der Singles ist!?
Evidence: Das ist sehr wahr. Man setzt sich ins Auto und fährt an sein Ziel. Nicht wie in New York, wo man viele Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegt. Und in L.A. ist es irgendwie absurd eine Frau aus dem Auto heraus anzusprechen. Da wird man merkwürdig angeschaut. Zudem fährt die Frau sicher auch ein besseres Auto als man selbst.

Wie hat sich Los Angeles eurer Meinung nach in den letzten 20 Jahren verändert?
Alchemist: Viele fremde Leute sind zugezogen und haben das Stadtbild verändert. Die Kriminalitätsrate ist nicht mehr so hoch, aber man kann immer noch in Gefahr geraten. Das Gefahrenelement ist heute eher das Geld. Los Angeles ist immer noch die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und ein Schmelztiegel des Geldes.

Stichwort Gentrifizierung: Wie sieht die Situation vor allem in Venice aus, wo du lebst Evidence?
Evidence: Ich besitze ein Haus in Venice, von daher bin ich schon glücklich. Aber Venice hat durch den vielen Zuzug viel von seinem Flair eingebüßt. Es ist mittlerweile wie in Beverly Hills. Wenn man jetzt dort aufwächst, ist es sicherlich cool. Es ist deutlich friedlicher und ruhiger geworden als zu der Zeit, als ich dort aufwuchs. Dafür ist es auch reglementierter, künstlicher und nicht mehr so frei wie damals.

Könntet ihr euch vorstellen aus Kalifornien wegzuziehen?
Evidence: Ich weiß zwar noch nicht genau in welches europäische Land ich gehen würde, aber ja, das könnte ich mir irgendwann durchaus vorstellen.

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Monthly Peak – California
Gonjasufi – »Sonst verschluckt Hollywood deinen Arsch«

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