Music Review | verfasst 21.01.2020
Jeff Parker
Suite For Max Brown
International Anthem, 2020
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Jeff Parker - Suite For Max Brown

The Guardian lehnte sich weit aus dem Fenster: »kein anderer Musiker der Moderne hat sich so nahtlos zwischen Rock und Jazz bewegt wie Jeff Parker«, schrieb die britische Zeitung vor einigen Jahren. Nun hat sich Jeff Parker an besagter Nahtstelle tatsächlich verdient gemacht: als langjährige Gitarrist von Tortoise ist der 52-jährige maßgeblich am Ruf der Stadt Chicago als Experimental/Post-Rock-Hochburg beteiligt. Jeff Parker spielte mit Brian Blade und Meshell N’Degeocello; wichtige Aufnahmen machte er auch mit Drummer Makaya McCraven. McCraven gehört neben dem Quartett The New Breed zu den wichtigsten Playern auf »Suite For Max Brown« – erst Parkers viertes Album als Leader in den letzten 15 Jahren. Doch ist dies eher eine Solo-Angelegenheit, mehr Cut&Paste, mehr Loops, mehr Beats. Der Rock tritt in den Hintergrund. Das leicht verschlafene Vocal Feature von Tochter Ruby Parker im Opener führt auf den Holzweg: dies ist ein Instrumentalalbum. Der Titelsong mit seinem schnalzend minimalistischen R&B-Beat und den darüber gleitenden Bläsern ist von einer hypnotischen Eleganz, die ohnehin alle Genre-Fragen hinfällig macht. Vorbilder sind vorhanden, Bebop-Keller-Feeling kommt dennoch nicht auf. Parker zitiert »Black Narcissus« von Joe Henderson, seine Version von John Coltranes »After the Rain« hat mit perlenden Wohlfühl-E-Piano etwas von Pat Metheny. Ein bisschen cheesy, aber gut. Großartig: die Afrobeat-Polyrhythmik in »Go Away«, die pluckernden Synthie-Drones von »Metamorphoses«.

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