Music Review | verfasst 20.12.2011
The Roots
Undun
Def Jam Universal Group, 2011
Text Carlos Steurer , Übersetzung Julia Frohn
Deine Bewertung:
8.8
Nutzer (37)
9.0
Redaktion
Cover The Roots - Undun

Auf »Undun«, dem elften und ersten stringenten Konzeptalbum der »legendary« The Roots bedient sich die Band der unkonventionellen Erzähl-Stilmittel Quentin Tarantinos und rollt die Geschichte des imaginären Redford Stephens einfach mal von hinten auf. Eine weitere Inspirationsquelle war ganz offensichtlich die US-Serie »The Wire«. So findet sich der Protagonist eher unfreiwillig im Sumpf krimineller Machenschaften wieder, die er letztlich, also zu Beginn der LP, mit seinem Leben bezahlen muss. Nach dem gospel-haften How I Got Over aus dem letzten Jahr, erschufen The Roots wieder ein düsteres, gesellschaftskritisches Werk, das die Ausweglosigkeit amerikanischer Großstadt-Ghettos und die Desillusioniertheit ihrer Bewohner aufarbeitet. Durch Questloves unnachahmliches Schlagzeugspiel, Larry Golds Streicher-Bombast und den vielen, großartigen Klavierpassagen wird Undun auch in musikalischer Hinsicht zu großem Leinwandkino. In den nahestehenden, üblichen Verdächtigen: Dice Raw, Greg Porn und Geistesverwandten wie Phonte und Big K.R.I.T. wurde adäquates Personal für ein überdurchschnittlich gutes Roots-Release um sich geschart. Die stets durchschimmernden positiven Lichtblicke in den Songs, sowie der Hit-Charakter mancher Ohrwurm-Hooks verschaffte der besten Hip-Hop Liveband sogar einen beachtlichen Platz 16 in den US-Charts. Wie das Projekt neben der täglichen Tätigkeit als Backing Band in der Jimmy Fallon Show zeitlich zu stemmen war, wird aber wohl weiterhin ein Rätsel bleiben. Als einziger Kritikpunkt kann hier eigentlich nur die sehr kurze Spielzeit von 38min angebracht werden. Aber selbst dem sei verziehen, wenn das dramatische Ende (chronologisch der Anfang der Geschichte) aus einer, in vier Parts unterteilten und von Sufjan Stevens inspirierten Instrumental-Suite (!) besteht.

Das Album Undun von The Roots findest du bei hhv.de: Smoked Clear Vinyl LP | LP.
Dein Kommentar
4 Kommentare
27.04.2012 09:06
boombatze:
Hier soll doch irgendwo ne Testpressung zu gewinnen sein, wo denn??
― antworten
02.05.2012 07:45
Sebastian Hinz:
Los geht's: http://www.hhv-mag.com/de/feature/3208/the-roots-gewinne-the-undun-testpressung
― antworten
03.05.2012 12:18
Bear:
Wer die Roots kennt, weiß was für eine Diskographie die Jungs da zusammengestellt haben.
Nichts weiter als womöglich die beste Diskographie der Hip Hop Geschichte und das ist meiner Meinung nach nicht mal ansatzweise übertrieben.
Deswegen sind die Erwartungen an ein neues Roots Album immer extrem hoch. Meistens werden diese, überraschender Weiße, sogar noch übertroffen.
Was bei "How I Got Over" der Fall war ist bei "Undun" nicht anders.
Die Roots haben sich (wiedermals) neu erfunden.
Musikalisch sowie inhaltlich.
Seit "A Prince Among Thieves" wollte Questlove ein Konzeptalbum erschaffen nun ca. 12 Jahre später ist es soweit. Und die Durchführung des Konzepts kann sich sehen lassen! Als erstes wird die Geschichte rückwärts erzählt. Abgeschlossen wird diese mit einem Instrumental Part der wohl die Geburt darstellen soll. Sehr innovativ, Prince Paul und Masta Ace wären bestimmt stolz.
Das einzige Problem, dass ich mit "Undun" habe sind die Gäste. Nicht, dass sie enttäuschend wären, im Gegenteil. Allerdings will ich von einem Ausnahme MC ala Black Thought mehr als nur 30 Minuten hören.

8/10
― antworten
03.05.2012 12:20
Spankyloco:
This album is phenomenal. The whole concept and sound is amazing. The Roots are definitely a group that stands for quality and developing music without following the so called hype of today's hip hop. This album is outstanding and I am glad that I am glad that music like this still exist in the hip hop scene
By the way, thanks for making it possible for us to win something from the legendary roots crew!
― antworten
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