Music Review | verfasst 26.01.2015
Aphex Twin
Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP
Warp, 2015
Text Jens Pacholsky , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Aphex Twin - Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP

Richard D. James macht ernst. Anstelle der Verknotung seines Synthesizer-Fuhrparks grinst Aphex Twin diesmal hinter akustischen Instrumenten hervor, die er per Computerbefehl zum Vibrieren bringt. Das erinnert im ersten Moment an Squarepushers letztjähriges Projekt »Music For Robots«, in dem dieser costum-made roboters zum wilden Musizieren brachte. Doch zum Glück ist diese Koinzidenz auch schon das einzige, was die Werke der beiden Freunde verbindet. Denn wo Squarepusher den Fokus auf Virtuosität und technische Präzision legt, konzentriert sich Aphex Twin auf Atmosphäre und Groove. Kompositorisch bleibt Aphex Twin damit auf der »Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2 EP« zwar weit hinter dem, was man von ihm kennt. Die 13 teils äußerst kurzen Impressionen (fünf der Stücke schaffen es nicht über die Minutengrenze) überraschen jedoch durch eine äußert funky Rhythmik und ein sehr warmes und organisches Klangbild. Nicht alle Tracks hätten unbedingt auf die EP gemusst (»Snar 2«, »Disk Aud1_12«, »0035 1-Audio«), auf dem Rest entdeckt Aphex Twin aber ernsthaft so etwas wie Underground Hip Hop für sich – DIY-Charisma inklusive. Bei all der digitalen High-Tech-Elektronik heutzutage wirkt die EP dadurch auf der einen Seite etwas rückschrittig, auf der anderen Seite aber wieder so verdammt stinkefinger-sympathisch. Fehlen nur noch Danny Brown und Ishmael Butler hinter dem Mikro und fertig ist der nächste Coup. Irgendwo muss ja der erste Teil der EP stecken.

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