Music Review | verfasst 04.05.2016
Gilles Peterson
Magic Peterson Sunshine
MPS, 2016
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Gilles Peterson - Magic Peterson Sunshine

Die Geschichte des Labels Musik Produktion Schwarzwald (MPS) ist bekannt: Ein schwerreicher Unternehmenserbe steckt sein Geld in ein hochwertiges Tonstudio mitten im Schwarzwald und betätigt sich als Tontechniker und Produzent für Größen wie Oscar Peterson und Monty Alexander. 500 Alben mit Jazz, Weltmusik und Easy-Listening veröffentlichte Hans Georg Brunner-Schwer bis 1983 in »Most Perfect Sound«, wie es unter Sammlern noch heute ehrfürchtig heißt. Gilles Peterson wird diesen seltenen Platten in seiner Sammlung einen besonderen Platz zugewiesen haben. Nun verantwortet der britische DJ eine neue MPS-Compilation mit Songs aus den Jahren 1962 bis 1977. Das herrlich flimmernde Streicherintro von Don Ellis’ »Dew« gibt die Richtung vor: auch Romantisches, Easy Listening und Vokalensembles mit vermeintlich niedrigem Anspruch haben hier ihren Platz. Gilles Peterson rührt den erwartet exotischen, höchst delikaten Eintopf aus Souljazz, Bop, Swing und sogar Sakraljazz an, angefangen mit einer eleganten Version von Gershwins »It Ain’t Necessarily So« der US-Pianistin Mary Lou Williams. »Canción Del Fuego Fatuo“ des spanischen Saxophonisten Pedro Iturralde fügt etwas Latin-Würze hinzu, zu der angeblich auch der gerade mal 19-jährige Gitarrist Paco de Lucia beiträgt. Der ist allerdings auf der Aufnahme aus dem Jahr 1967 kaum zu vernehmen. Obendrein gibt es grandiose Musik made in Germany: Saxophonist und Vibraphonist Gunter Hampel spielt frühen Free Jazz im Quintett; das von einem Kirchenchor unterstützte Sextett von Pianist Wolfgang Lauth brilliert mit einer ungewöhnlichen Mischung aus sakraler Musik und Post-Bop.

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