Music Review | verfasst 12.03.2018
Smerz
Have Fun EP
XL Recordings, 2018
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Smerz - Have Fun EP

Die beiden Norwegerinnen Catharina Stoltenberg und Henriette Motzfeldt haben als Smerz gerade mal zwei Schallplatten vorgelegt – die »Have Fun EP« eingerechnet. Was aber reicht für Interesse rund um die Welt. Mit einem Stil, der sich bei verschiedenen Inspirationen bedient – Techno, R&B und Footwork gehören dazu –, aber wie nichts davon klingt. Field Recordings spielen bei ihnen eine wichtige Rolle, hört man aber auch nicht so richtig heraus. Kontrolle und Zurückhaltung vor allem dienen als die Hauptzutaten für ihren Erfolg. Ihre Stücke sind Pop-Miniaturen, ein bisschen anheimelnd – ihre Stimmen haben so etwas entwaffnend Fragiles –, zugleich ein bisschen verstörend, ohne greifbare Irritationen hervorzurufen. Smerz interessieren sich mehr für das leichte Unbehagen, das man in unterschiedlichsten Situationen verspüren kann, als für brodelnd bedrohliche Szenarien. Was ihre Songs so toll macht. Smerz sind auf übersichtliche Weise komplex, haben eine Tiefe, die keine wuchtigen Gesten braucht, und vom großen Drama sind sie eh weit entfernt. Dream Pop, der immer ein bisschen in Richtung Albtraum schielt, ohne sich ganz dort hineinzubegeben. Und klingt das Wort »Smerz« nicht ein bisschen nach Schmerz auf Norwegisch? Schon mal ein erster Pop-Höhepunkt des Jahres.

»Have Fun« von Smerz findest du bei hhv.de: Vinyl 12"
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