Paul White – Eine Reise, ein Ausweg

26.08.2011
Foto:Valentin Menedetter
Sein enormer Output und seine vielfältigen Produktionen haben Paul White schnell in die erste Liga der Produzentengilde katapultiert. Wir sprachen mit ihm über das Produzieren von Beats mit und ohne Raps.

Paul White nimmt einen besonderen Platz unter den britischen Beat-Produzenten ein. Was den Stil betrifft, fühlt er sich in vielen Tempos und Genres zu Hause. Egal ob es sich um Future Beat, klassische Rap Beats oder verspielte Sample basierte Musik handelt. Knackige Drums und Samples, die oftmals stark zerschnipselt wurden, zeichnen seine Produktionen aus. Paul White drückt sich durch Sound aus – instrumentale Musik ist sein Genre. Nun brachte er mit dem Album Rapping with Paul White seine neueste musikalische Reise heraus. Er kollaboriere mit verschiedensten Rappern und zeigt damit, dass er in vielen musikalischen Sphären zu Hause ist. Valentin Menedetter sprach mit ihm über das Produzieren von Beats mit und ohne Raps.

Wenn man nach Paul White im Internet sucht, so findet man sehr viel DJ-Zeug. Hast du als DJ mit allem begonnen?
Paul White: Um ehrlich zu sein, hat alles mit der Gitarre angefangen und dann kam das Keyboard. Ich habe Piano gespielt, Musik für Gitarre geschrieben und ein wenig gesungen. Ich begann Songs zu schreiben als ich in der Oberstufe war. Eine kleine musikalische Reise. Ich entdeckte das Sampeln und lernte mehr über Sampler und Synthesizer – da kippte ich dann rein und schrieb Dance Music. Als ich meine A-Levels schrieb, machte ich Trance und Ambient. Ich schrieb 20 Minuten lange Stücke. Vor den Beats war ich wirklich im DJing. Ich habe Drum and Bass gespielt als ich jung war und dann begeisterte mich Turntablism wirklich sehr. Das hatte einen großen Einfluss – Scratchen und all das faszinierte mich, aber ich war immer zuerst der Musiker und Produzent.

Also war der Turntablism der Grund, weshalb du angefangen hast Beats zu machen?
Paul White: Ich liebe einfach Musik – ich kann nicht rappen. Aber wenn ich es könnte, würde ich es wahrscheinlich probieren. Instrumentale Musik ist einfach sehr frei, ich muss das Fehlen der Vocals kompensieren. Ich weiß nicht , wieso mir das so gut gefallen hat… ich habe einfach Strukturen ohne Vocals aufgebaut. Es hat mir Spaß gemacht und so habe ich die gesamte Musik, die mir gefiel, gesampelt – so konnte ich verschiedene Sachen zusammenbringen und ein großes Soundscape ohne Vocals schaffen. Es war kein bewusstes Ding, es hat mir einfach Spaß gemacht.

»Es ist eine Reise auf die mich die Musik schickt, es ist ein Ausweg. Ich möchte, dass die Leute mit mir auf eine Reise gehen.« (Paul White)

Denkst du, dass dir Instrumental Musik mehr Freiheit bietet im Gegensatz zu Produktionen für Rapper?
Paul White: Es war recht interessant dieses Rap Album zu machen, ich musste mich auch etwas ganz anderes einstellen – mehr mit Versen und Refrains zu arbeiten und fast die ganzen Tracks umzudrehen. Auf eine gewisse Art war es ein anderes Fach, sonst kann man total frei sein und überall Sounds hinzufügen. Ich mag die untypischen Songs, nicht die mit einer vier oder acht Takt Struktur. Also war es recht anders mit Vocals zu arbeiten. Ich würde nicht sagen, dass es freier ist. Ich kann wirklich ausdrucksstark mit Samples sein – einfach meine Stimmung zu transportieren, ohne Vocals – und hier und da etwas anzudeuten, zu versuchen es eher dadurch zu sagen als durch offensichtliche Texte. Das ist es was mir Spaß macht –Gefühle, Stimmungen und kleine Nachrichten zu erschaffen; hoffentlich hören die Leute die eine oder andere Nachricht (lacht).

Wieso hast du dich dazu entschlossen, das Rap Album zu machen?
Paul White: Es war immer ein Traum mit MCs zu arbeiten, seitdem ich begonnen habe Beats zu machen. Ich hörte Hip Hop neben anderen Dingen, wie Rock, Jazz und Soul. Glücklicherweise war es mir möglich durch Leute wie Alex von One Handed Music oder House Shoes, der mich sehr unterstützte, sowie Egon in den Staaten, mit all den Jungs für das Album zusammenzuarbeiten. Hoffentlich wird es mehr. Ich habe gerade mehr Sachen mit Danny Brown, Jehst und Tranquil gemacht. Ich will alles mögliche machen und mich nicht beschränken.

Was wolltest du mit dem Album ausdrücken?
Paul White: Ich wollte verschiedene Seiten, von dem was ich mache, zeigen. Ich mache jede Woche Beat Tapes und versuche sie ständig anders zu machen. Ich versuche nicht in irgendwelche Formeln hineinzufallen. Es gibt kein richtig oder falsch. Ich versuche nur so vielseitig wie möglich zu sein. Das Album sollte ein HipHop- und Rap- Album sein, aber dann dachte ich, dass ich den Leuten kleine Aspekte zeigen möchte, von dem, was ich tue. Es ist eine Reise auf die mich die Musik schickt, es ist ein Ausweg. Ich möchte, dass die Leute mit mir auf eine Reise gehen.

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