
Un, deux, trois: Zou bisou, bisou, zou bisou, bisou. Es müssen nicht immer die Modellreihen 303, 707, 808 oder 909 sein. Manchmal bringt uns auch ein anmutig swingender Chanson zum Schmelzen, verführerisch vorgetragen von Jessica Paré in ihrer Serienrolle der Megan Draper in unser aller Lieblingsreihe für Schöngeister und andere Ästhetikverfechter: Mad Men. Da mag es beim arg unterkühlten Draper Don noch so sehr innerlich brodeln, das zart säuselnde Stimmchen seiner Seriengattin Megan, die hier im musikalischen Französisch Männer- wie Frauenherzen gleichzeitig zum Sieden bringt, zeugt von graziler Attitude, wärmt das Herz und öffnet die Poren. Nun bleibt natürlich weiter ausgeschlossen, dass wir uns – inspiriert von Zou bisou, bisou – mit dem Backkatolog von Nouvelle Vague beschäftigen (höchstens mit den viatnemisch angehauchten Coverversionen, die unser Kölner Lieblungsrestaurant Lu im Hintergrund beschallen), im April fühlte sich nichts besser, nichts wohler an als dieser charmante Chanson. Angeregt durch manch anderen Zuspruch, haben die Macher von Mad Men Zou Bisou, bisou gar einen Vinylrelease verpasst und auf herzliches, blutrotes Vinyl gepresst. Hier passt alles.
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Dass die erste Single aus dem kommenden G.O.O.D. Music Album auch ein Produkt der Watch The Throne Tour ist, könnte man als Spekulation abtun, wenn man sich aber vor Augen hält, wie sehr sich Niggas in Paris mittlerweile verselbstständigt hat, überrascht es gar nicht so sehr, dass Yeezy die dort zur Schau gestellte, auch 2012 von Lex Luger dominierte Trap-Ästhetik mit »Mercy« auf die Spitze treibt. 808s, Patois-Versatzstücke, Lamborghini-Lifestyle in der Chopped & Screwed Edition, eine für Kanyes Ansprüche höchst simple Melodie und darüber die gesamte G.O.O.D. Music-Posse inklusive dem aktuellen talk of the town 2 Chainz. Sollte Ron Artests kürzlicher Ellbogen-Cripwalk einen Tanz inspirieren, »Mercy« wäre der Soundtrack.
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Es ist nicht mehr alles purpur in der Welt des Rakim Mayers, mittlerweile lebt er the good life durch die rosarote Brille. Nicht dass dafür ein weiterer Beweis vonnöten wäre, A$AP Rocky liefert ihn auf »Goldie« dennoch ganz freiwillig. Die Vorschuss-Millionen liegen schließlich auf der Bank, mit dieser Sicherheit lässt es sich genüsslich auf einen flötigen Gute-Laune-Beat ein paar Sechzehner zum Besten geben. Aber nicht falsch verstehen: Nur weil ihm die Frauen jetzt (amtlich schnürsenkellos verziert in Zehenbekleidung aus dem Hause Martin Margielas) zu Füßen liegen (zumindest so lange bis er sie wie ein Motorboot über ihre sekundären Geschlechtsmerkmale flutet), gibt er noch lange nicht seine Straßenattitüde auf und unterstreicht das – falls nötig – mit Nachdruck auch unter Einsatz seiner Glock. Ach A$AP, man muss dich einfach gern haben.
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100% Silk ist mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem man Gefahr läuft, das Erreichte leichtfertig zu verspielen. Zwar entdeckt Amanda Brown immer noch mit großartigem A&R-ing pro Monat mehr House-Talente als andere in einer Dekade, aber allein schon aufgrund der immens hohen Veröffentlichungsdichte sind 100% Silk Platten heute nicht mehr Blindkäufe wie noch vor 10 Monaten. Mit Body Double jedoch hat Frau Brown, nach einigen durchschnittlichen EPs, wieder voll ins Schwarze getroffen. Besonders »What You Need«, das gerade durch sein prominent platziertes Vocal-Sample, die enorm druckvollen Drums und streberhaft-ausproduzierten Synth- und Basslines ein bißchen so klingt als hätten sich Jacques Greene und Greymatter zum Musizieren getroffen, ist ein Schieber vor dem Herrn, der sich immer weiter nach oben schraubt, bis Body Double auf die absurde Idee kommt, die Vocals gnadenlos zu schreddern und in einer wahnwitzigen Masters-At-Work-meets-Safri-Duo-Tribal-Bridge komplett durchzudrehen. Man sollte dieses Bezeichnung vermeiden, aber hier muss sie sein: Gute-Laune-Tune!
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