Devin Brahja Waldman lebt in New York und tut dort, was man in New York eben tut: Er ist Saxophonist, Produzent, Multiinstrumentalist und hat sich einen Namen als einer der kreativen Köpfe des aktuellen alternativen Jazz gemacht. Wobei alternativ hier bedeutet: Er integriert Einflüsse aus Soul, Funk, Kraut und Hip-Hop in diesen Sound. Das findet sich auch auf den vier Tracks von Infinity Zero, die er als Bandleader von Brahja mit mehreren Musikern aufgenommen hat.
»Do You Want Your Soul« arbeitet mit disharmonischen Tönen, bei denen der Gesang von Janice Lowe verzweifelt nach einem Anknüpfungspunkt sucht. Dazu kreisen Saxofon und Klarinette um den Sound. Das bildet die Antithese zum Opener und Titeltrack, der mit ähnlichen Mitteln einen Groove findet. Dabei geht es auf Infinity Zero nicht um Ausgleich oder Balance. Vielmehr eröffnet die Platte neue Räume und Ideen und lässt sich von einem eigenen Fluss treiben.
Das ist urbaner Jazz im besten Sinne, der weit nach draußen geht. Waldman zeigt, wie viel Inspiration und Eigenständigkeit in diesem Sound stecken, wie sich Grenzen verschieben lassen. Das mag nach Jazz aus New York klingen – aber auf Infinity Zero gibt es weit mehr zu entdecken. Mit dem Kopf ist dieses Album in seinen Genres zu Hause, mit dem Herzen ist es überall. Jazz ist anders, heißt es. Und dieser Jazz noch einmal mehr.

Infinity Zero