Review

Brannten Schnüre

Aprilnacht

Aguirre • 2014

Die Geister, die sie riefen, waren schon auf »Aprilnacht« zu hören. Das Würzburger Duo Brannten Schnüre besteht heute aus Christian Schoppik und Katie Rich. Und genügend Menschen fragen sich immer noch, was das alles soll. Einer Lösung kommen sie auch mit dieser Platte nicht näher. Bereits vor zehn Jahren auf Kassette erschienen, enthält dieses Album elf windschiefe und minimalistische Songs im bekannten LoFi-Stil.

Damals bestand das Projekt nur aus Schoppik, aber alles, was den Sound von Brannten Schnüre ausmacht, ist schon da. Hauntology, Samples aus dem Nachkriegsfernsehen, Dark Ambient, Folk, Reminiszenzen an Coil oder andere Künstler aus der Zwischenwelt, alles so zusammengewürfelt, dass man nicht sagen kann, ob es sich nicht doch um einen großen Witz handelt. (Ist es höchstwahrscheinlich nicht.) Auf »Aprilnacht« muss man sich einlassen und den Rest der Welt ausblenden. Wer dann beim Titeltrack kein beklemmendes Gefühl in der Brust bekommt, sollte es bei völliger Dunkelheit versuchen. Denn spätestens dann werden alle Geister dieser Platte spürbar.