Zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung des stilprägenden Tortured auf Tempa erledigt Coki diese Zeitspanne mit einem Fingerschnippen. Natürlich stilsicher, mit Gunfinger. Denn der Ansatz von Dean Harris hat sich kaum verändert: Dubstep im Balanceakt zwischen roher Energie, Endstufenregulierung und akustischem Stresstest.
Als Teil einer wohlerzogenen spätkapitalistischen Gesellschaft darf man sich jedoch über den anarchischen Repetitismus der Tracks empören: Auf der neuen EP werden einem zwei Bars als ganzes Lied verkauft. Welcher Cue auch gesetzt wird, die gleiche hochgeschraubte Kreissäge scheppert einem durch den Gehörgang. Auch ein Intro ist ein notwendiges Übel. Auf Weh Nah Business wirkt diese Zwei-Bar-Logik angemessener, da das monomodulare Reißbrett von MC Durrty Goodz mit mehr Details versehen wird. Humanoidz ist zwar nicht weniger repetitiv, füttert seine Rhythmik jedoch mit kraftvollen Subs und dynamischer 8-Bit-Politur, die an die jazz-inspirierten Produktionen von Silkie erinnert. Doch auch hier bleibt das mehr Effekt als Substanz. Das ist Peaktime-Stoßlüftung: blechern, aber immerhin auf Hochglanz poliert. Eine befriedigende Spielart von Hochintensitätsminimalismus, bei der alles feinsäuberlich und horizontal arrangiert ist.
Das Spektakel liegt im Moment, nicht in seiner Entwicklung. Viertelminütige Spektakel mit Geschmacksmonotonie: Konsequenz bis zur Erstarrung. Denn diese Schleifen hat Coki schon vor zwei Dekaden gedreht.

Red Rocks