»I’d like to hear a new beat on the request line«, hallt eine Stimme durch das Telefon zu Beginn des Tracks »Midnight Request Line«. Und okay, neu war hier nicht unbedingt alles – es mag auch Leute geben, die behaupten, Skream alias Oliver Jones habe sich ein bisschen zu sehr von der Intromusik des Films Catch Me If You Can inspirieren lassen –, aber das, was man Mitte der 2000er Dubstep nannte, wurde durch diesen Track endgültig definiert.
Wer damals jemandem zeigen wollte, wie das britische Kellergenre klingen konnte, das in der Regel verschleppte und schwer stapfende Beats, tieeeef bohrende Subbässe und eine grummelnde Grundhaltung kombiniert, kam an »Midnight Request Line« nicht vorbei, das später auch zum Herzstück von Skreams Debütalbum werden sollte. Als Breakout-Track, der es mit etwas Verzögerung auch in die Sets von Nicht-Dubstep-DJs schaffte, hatte er alles, was er für ein Crossover braucht: Er deutet Düsternis an, kontert diese aber bei genretypischen 140 bpm mit verspielten Melodien.
Auch knapp 20 Jahre später, jetzt, wo Label Tempa seine mit Abstand erfolgreichste 12″ aller Zeiten noch einmal auflegt, erinnert der Track an das Potenzial eines Genres, das sich nur wenige Jahre später in krachendere, breitbeinigere Richtungen entwickeln sollte. Die B-Seite, »I«, ist der etwas grimmigere kleine Bruder und fühlt sich im Schatten ohnehin am wohlsten.

Midnight Request Line / I