Review

Dave Aju

Heirlooms

Circus Company • 2012

Marc Barrite aus San Francisco ist einer der meistunterschätzten Produzenten im Bereich der elektronischen Musik. Unter dem Pseudonym Dave Aju veröffentlichte er nach einigen Singles und EPs auf Nôze’ Circus Company 2008 sein fabelhaftes Debüt »Open Wide«, das die Kritik zwar begeistert zur Kenntnis nahm, für das sich aber sonst nur ein viel zu kleiner Teil interessierte. Nun erscheint wieder auf dem französischen Label sein zweites Album, »Heirlooms«, und wieder bleibt die Berichterstattung bislang erschreckend ruhig. Auf der Releaseparty des Albums trieb sich unfairerweise ebenfalls bloß eine Handvoll Leute, die jedoch sichtlich Spaß am Sound des Amerikaners hatten. Bei Tracks wie dem bereits im November veröffentlichten »All Together Now« oder dem pumpenden »Away Away« bleibt einem ja auch kaum was anderes übrig. Dave Aju’s »Heirlooms« sind zum einen im Club zuhause und wissen den Körper durchzuschütteln, fühlen sich aber bei Tracks wie »Until Then« auch im Schlafzimmer durchaus wohl. Dave Aju haucht dann entweder ein paar sexy Samples ins Mic oder geht gleich in die Vollen, zitiert Prince oder die Neptunes (»Ms. Reposado«) und plötzlich werden aus Produktionen richtige Songs. Eine der souligsten Houseplatten seit langem – hoffentlich kriegt das auch jemand mit.

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Dave Aju
Heirlooms
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