Review

Fabiano Do Nascimento

Preludio

Now-Again • 2020

Brasilianische Musik aus Los Angeles. Das dritte Album des jungen Gitarristen Fabiano Do Nascimento ist eine sehr sexy spartanische Angelegenheit. Neben den Saiteninstrumenten des in Brasilien geborenen und seit 2001 in den USA lebenden Virtuosen – er spielt sechs-, sieben- und achtsaitige Gitarre ebenso wie Sopran-Gitarre – und seiner vereinzelt leise eingesetzten Stimme gibt es auf »Prelúdio« lediglich noch die leisen Perkussions- und Trommelklänge von Ricardo »Tiki« Pasillas. Die sämtlich von Fabiano Do Nascimento geschriebenen Stücke spüren der brasilianischen Folklore nach, elegant kombiniert mit Jazz, Bossa Nova oder Samba. Sanfter Swing ist überall, lakonisch gehalten. Do Nascimento geht mit seinen Noten stets ökonomisch um, Technikgeklingel oder ins Süßliche ausgreifende Höhenflüge sind ihm fremd. Pasillas tut es ihm in kluger Zurückhaltung gleich, beide konzentrieren sich auf unterschwellige Komplexität, die in ihrem bescheidenen Auftreten umso souveräner wirkt. Diese fast radikale Selbstdisziplin hat denn auch großen Anteil daran, dass die schlicht daherkommende Musik an keiner Stelle belanglos wird. Sie spricht zu einem, wie sie ist, ohne irgendwelche rhetorischen Tricks zu benötigen.