Welchen Unterschied die Entscheidung Klavier statt Gitarre in einem sehr weit gefassten Folk-Kontext ausmachen kann, hat Liz Harris schon 2018 mit dem Grouper-Album Grid Of Points gezeigt. Wenn jetzt Frances Chang auf ihrem dritten Album Been Thinking Bout Confession das Tasteninstrument statt der Gitarre einsetzt, ist das dann noch Folk oder schon kunstvoller Pop, der sich seiner Stilisierung voll bewusst ist? Was es auf jeden Fall nicht ist: Indie-Folk-Hausmannskost. Davor wird das Album durch viele kleine Nadelstichen, die die Musikerin aus Brooklyn selbst setzt, bewahrt.
Wenn etwa in »I Can Feel The Waves« die Instrumente ins Stolpern geraten und der Song in sich zusammenzufallen droht, bevor er sich dann doch wieder aufrappelt. Die Songs nehmen den ein oder anderen Umweg, und in die minimalistischen Arrangements mischen sich immer wieder vorlaute kammermusikalische Streicher ein. Frances Changs vordergründig samtweiche Stimme ist zu den aberwitzigsten Wendungen und Verschlingungen in der Lage. Manchmal wirkt das wie ein Musical – aber wie das Lieblingsmusical aller Menschen, die Musicals verachten.

Been Thinking Bout Confession