Lee Holman

One Man Army Remixes

Raw Waxes • 2017

Auf seiner EP »One Man Army« für das halb in Rom, halb in Berlin angesiedelte Label Raw Waxes präsentierte der Ire Lee Holman einen gepressten, druckvollen Techno-Sound mit Bigroom-Ansprüchen. Die vier nachkommenden Remixe schneiden drei der Tracks für kleinere und umso düstere Floors zurecht, wollen aber manchmal noch zuviel. Der Metroplex-Künstler Kimyon gibt mit seiner »Wknd Drum Mix« des Stücks »Reconnaissance« den spröde plinkernden Ton vor: Die bleepigen Arpeggien des Originals werden in den Kohlekeller verfrachtet und dort ordentlich eingestaubt. Ein roughes Sounddesign, hinter das gar keine schrottige PA geschaltet werden muss, damit das passende Kellerrave-Feeling aufkommt. Labelchef Haiku wahrt in seiner Version des Titeltracks noch am ehesten den weitschweifigen Charakter des Originals, kondensiert die auf einer verhetzten Kick pulsierenden Störsignale aber auf ein Minimum ein. Ein starker Track, dessen Reduktionismus sowohl Cassegrains Remix von »Deadly Persuer« im Jeff Mills-Gedenkmodus als auch Distant Echoes‘ überfrachteter Bearbeitung desselben Stücks klar überlegen ist. Wo das Duo Cassegrain nach dem Tortenprinzip eine Schicht nach der nächsten dem nie eintreffenden Höhepunkt entgegenstapelt, verlegt sich der Produzent aus dem Dystopian-Umkreis auf hintergründiges Wabern und allerlei trancige Feinstofflichkeiten, die nicht über den Mangel an rhythmischer Einfallslosigkeit hinwegtäuschen können. Zurück bleiben zwei psychotische Stomper auf der A-Seite, die scheinbar ohne große Anstrengungen alles richtig machen.