Review

Lloyd McNeill

Elegia

Soul Jazz • 2019

Soul Jazz setzen ihre verdienstvolle Arbeit fort, den Jazzmusiker, bildenden Künstler, Dichter, Anthropologen und Zoologen Lloyd McNeill in der Erinnerung zu halten. Mit »Elegia« erscheint bei ihnen der inzwischen fünfte Reissue des »Black Power«-Kosmopoliten, zuvor waren McNeills Platten lediglich auf seinem eigenem Label zu haben gewesen und entsprechend rar. Lloyd McNeill der unter anderem in Frankreich studierte, wo er auch Umgang mit Pablo Picasso pflegte, und sich in den USA genauso zu Hause fühlt wie in Brasilien, arbeitet auf diesem Album von 1980, neben US-amerikanischen Größen wie dem Bassisten Cecil McBee denn auch mit diversen brasilianischen Musikern zusammen, allen voran der vor drei Jahren gestorbene Perkussionist Naná Vasconcelos. Einige von ihnen wiederum, der Gitarrist Claudio Celso und der Schlagzeuger Portinho etwa, leben ihrerseits längst in den USA. Die brasilianischen Einflüsse macht McNeill besonders deutlich in »Samba for the Animals« – Zoologe eben – oder »Striped Pants«. Wobei die elegant komplexe brasilianische Rhythmik perfekt zu seinem verfeinerten Jazz-Entwurf passt, einem diskret harmonischen spirituellen Stil, der keiner offensichtlichen avantgardistischen Gesten bedarf, um anhaltend zu beeindrucken.

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Lloyd McNeill
Elegia
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