Bis zu Before the Sinking Plains war es für Lynn Wright normal, an der Peripherie zu arbeiten. Ob für Fernsehproduktionen oder als gefragter Klangexperte für andere Musiker:innen – wirklich im Rampenlicht stand Wright nie. Diese Vita passt zum Sound auf seinem Debütalbum. Die acht fast schon meditativen Kompositionen vereinen Hallfahnen, die über den Horizont hinausreichen. In diesem so dringlichen wie flüchtigen Szenario entfalten sich Gitarren-Loops voller wohliger Wärme und molliger Zuversicht, sparsam gesetzte Synth-Akzente und Wrights
Vocals, die durch ein aus den Fugen geratenes Zeit-Raum-Kontinuum in die verdorrte Gegenwart dringen. Mit Lynn Wright ist alles so weit wie noch nie. Man kann das Ambient nennen. Shoegaze-Redux im Americana-Fiebertraum. Oder einfach Hilfe zur Selbsthilfe beim Manövrieren durch das tägliche Unvorstellbare. Wright überführt die Sehnsucht nach dem Sakralen in vollkommen unverdächtiges Schmiermittel zum Loslassen. Und wenn seine stillen Miniaturen die stillgelegte Raketenrampe umwinden und den porösen Glitzerstaub des rotbraunen Rosts durch die Luft tänzeln lassen, ist die Welt plötzlich für ein paar Minuten etwas besser. Erträglicher. Der Blick weitet sich. Und an der Peripherie plant die Hoffnung ihr Comeback im Verborgenen.

Before The Sinking Plains