Maxine Troglauer spielt Bassposaune – verglichen mit der Tenorposaune, mit der sie einst anfing, eine ungewöhnliche Wahl. Dass sie dabei blieb, verdankt die 30-Jährige ihrem frühen Engagement in Ensembles wie dem Bundesjugendorchester oder dem Bundesjazzorchester. 2021 schloss sie ihr Masterstudium beim New Yorker Bassposaunisten David Taylor ab. Dieser Tage erhält sie reichlich Aufmerksamkeit aus den Feuilletons – bisweilen begleitet von leicht altväterlichen Projektionen. Weil sie nonchalant eine sogenannte Männerdomäne erobert. Weil sie reichlich Sendungsbewusstsein mitbringt, was die Besonderheiten ihres Instruments betrifft. Aber auch, weil sie sich nicht für Grenzen zwischen Klassik, Jazz und Neuer Musik interessiert.
Dementsprechend vielseitig klingt das Album, das Troglauer mit Mitmusikern und dem Trompeter Peter Evans als Special Guest im Kammermusiksaal in Köln eingespielt hat. Im Opener »Prelude« ist nur ihre Posaune zu hören. Beim nächsten Stück »Cantus Firmus« baut der Kontrabassist Robert Lucaciu ihrem mal tastenden, mal forschen Spiel ein minimalistisches Gerüst. Peu à peu kommen Pianist Julius Windisch, Schlagzeuger Wouter Kühne und Evans dazu, um zur Albummitte, beim erst überbordend jazzigen, dann elegischen Titeltrack Hymn, als Quintett aufzuspielen. Dann verabschiedet sich wieder ein Mitmusiker nach dem anderen. Troglauer hat schließlich auch solo eine Menge über die Klangfarbe ihres Instruments zu erzählen – das sonst allzu oft im Hintergrund bleibt.

Hymn