Review

Mick Harvey

Delirium Tremens

Mute Records • 2016

Eigentlich müsste der Australier Mick Harvey mit seiner Zusammenarbeit mit Nick Cave and the Bad Seeds und in letzter Zeit vor allem mit PJ Harvey gut beschäftigt sein. Doch mit der Wiederveröffentlichung der beiden Gainsbourg-Alben »Intoxicated Man« und »Pink Elephants« im Jahr 2014 schien wohl der perfekte Zeitpunkt gekommen zu sein, um den dritten Teil seiner Serge-Gainsbourg-Übersetzungen aufzunehmen. »Delirium Tremens« verdeutlicht erstens, was ein besonderer Freak der Serge doch war, zweitens welche große Bandbreite an Genres und Einflüssen der französische Troubadour über Jahrzehnte drauf hatte und drittens welche musikalischen Fertigkeiten und Beziehungen MIck Harvey besitzt, um all diese Genres so souverän abbilden zu können. Als bereits dritten Teil dieses besonderen Cover-Projekts blieb Harvey nun fast nichts anderes übrig, als eher unbekanntere bis obskure Titel auszuwählen. So findet sich neben Frühwerken wie »Deadly Tedium (Ce Mortel Ennui)« auch »SS C’est Bon (Est-ce Est-ce Si Bon)«, in dem ein Metal-Riff mit der deutschen Hymne verquirlt wird und das von einem der skandalösesten Gainsbourg-Werke »Rock Around The Bunker« stammt, auf dieser Zusammenstellung. Zudem sind die vom Französischen ins Englische übersetzten Texte dabei sowohl inhaltlich als auch vom Reimschema und sogar der Silbenzahl erstaunlich nah an den Originalen dran. Diese besondere Würdigung eines besonderen Künstlers ist somit ein drittes Mal geglückt.

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