Saroos

Return

Alien Transistor • 2013

Die »Morning Way EP«, die Saroos ihrer dritten LP vorausschickten, bot ein amtliches Brett standesgemäßer Beatmaker-Fabrikate, die sich einer Standard-Etikettierung zu entziehen wussten. Entsprechend ahnt man bereits im Vorfeld, woran man ist, wenn man sich den nun erschienen Longplayer zu Gemüte führt: mit etwas, das sich zwischen den Stühlen bewegt – verspielt, atmosphärisch, gut abgehangen. Das letztgenannte Stichwort soll gleich für den Opener der LP, »Henderson Island«, aufgegriffen werden: auf der »Morning Way EP« bot der Track, als er im Schlachthof Bronx-Mix daherkam, einen malerischen Traumstrand. Den gibt es auf der Albumversion zwar auch – allerdings steuert man erst durch Nebel, Wind und Wellen darauf zu, bevor er zum Chillen einlädt. Das ist dann auch der Unterschied, den Return zur Vorab-EP aufweist: es geht etwas deeper und unaufgeräumter zur Sache – weniger layed back, mehr mit einer treibenden Psychedelic-Note. Leichtfüßig ist das zwar immer noch, aber insgesamt packender und auch greifbarer in seiner musikalischen Sattheit: man merkt deutlich, dass Saroos einige Gäste ins Studio geladen haben, um das Album mit organischen Sounds aufzuladen. »Return« klingt als haben sich die Krautrocker von Faust mit Grateful Dead und Anticon-Elektroniker Alias im Studio getroffen, um frei nach den In Sounds Of Way Out der Beasties zu jammen. Wer jetzt sagt, dass sich das verheißungsvoll anhört, der findet auch die Scheibe geil.

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