Das Berliner Label Kuboraum Editions, Outlet für extravagante Brillen, Events und Musikveröffentlichungen, zeigt mit seiner zweiten Sound Residency-Compilation erneut ein feines Gespür für musikalische Grenzgänge. Monotonie kommt nie auf. Stattdessen entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama individueller Ausdrucksformen zwischen Experiment und Pop.
Die südkoreanische Produzentin bela eröffnet alles mit hypnotischen Stimmexperimenten. Cosimo Damiano aus Rom knüpft daran mit modulierten Vocals und elektronischen Texturen an, bevor Marina Herlop die menschliche Stimme ein weiteres Mal zum faszinierenden Klangkörper formt. Trotz der stilistischen Vielfalt verbindet alle Tracks eine glamourös-düstere Grundstimmung, die sich wie ein roter Faden durch den Sampler zieht. Sie reicht vom Dream-Trap eines Significant Other bis zu Emiliano Maggis mit Tape-Echo verfremdetem Schlaflied »Fury«. Auch die Neuinterpretation des Titelstücks von Ziúrs Album Home – unter Mitwirkung der Cellistinnen Martina Bertoni und Sara Persico – wirkt gegenüber dem Original noch eindringlicher und schärfer konturiert.
Romain Azzaro, Lord Spikeheart, Lucrecia Dalt & Alex Lázaro, Lee Gamble, Paul St. Hilaire oder Low Jack erweitern das Spektrum um weitere markante Positionen. Keiner von ihnen sucht die Nähe zu etablierten Stilkonventionen. Stattdessen gibt es 19 eigenständige Klangwelten, die konsequent experimentieren, ohne sich in Sperrigkeit zu verlieren.

Kuboraum Sound Residency 2