Welchen Sinn hat ein Soloalbum, wenn es genauso klingt wie eines der Band, der der Solokünstler kurzzeitig entflieht? Wenn aber das Mitglied einer experimentellen Post-Punk-Band ein Ambient-Album aufnimmt, dann ist allein schon die stilistische Distanz zwischen Band und Solokünstler Existenzberechtigung genug. Anton Pearson ist hauptberuflich Gitarrist bei Squid aus Brighton, und auch wenn Driving Through Belgium oberflächlich gesehen weit weg sein mag von der Musik von Squid, so ist es die gewisse experimentelle Attitüde, die die Klammer zwischen beiden Parteien bildet.
Wie ein Programmkomponist versucht Pearson, die Eindrücke von endlosen Fahrten im Tourbus in Musik zu übersetzen. »Driving Past the Muscular Cows in Belgium« auf der ersten Seite der LP beginnt mit einem ausgefransten Drone, bevor Pearson im Verlauf von 20 Minuten wie ein Collage-Künstler Texturen und Elemente hinzufügt und wieder wegnimmt. Die musikalische Landschaft verändert sich langsam, aber stetig. Im Verlauf des Albums durchquert Pearson Territorien, die normalerweise von Künstlern wie Brian Eno, Actress, Four Tet, Jim O’Rourke oder Stephen O’Malley okkupiert werden.

Driving Through Belgium