Captain, Captain – we’re drifting. Weg von der Erde. Zwischen uns und dem nächsten Stern vergrößert sich der Abstand zu all den Gefühlen, die uns im Alltag so groß und bedeutsam erscheinen. Genau so fühlt sich Mood Programs an, die erste EP des neuen Projekts LA MARR von House-Pionier Ron Trent. Die knapp zwanzig Minuten sind weniger EP als Schwerelosigkeit: ein langsames Schweben, in dem Klang nicht bloß Musik, sondern Raum wird.
Gerade darin liegt aber auch die Besonderheit dieser Veröffentlichung. Ron Trent blickt nicht nostalgisch auf die Einflüsse zurück, die ihn seit den frühen 1980ern geprägt haben, sondern übersetzt Ambient, Dub, New Age und fein ausbalancierte Elektronik in ein zeitloses Sounddrifting, das erstaunlich gegenwärtig wirkt. Die beiden Tracks »Good Magic« und »Clear« entfalten sich behutsam, Schicht für Schicht, ohne je auf einen klassischen Höhepunkt zuzusteuern. Stattdessen entsteht ein Sog: ein Dahingleiten durchs All, ein Blick in die große Dunkelheit und gleichzeitig tief ins eigene Innere. Mood Programs wirkt wie ein Destillat aus Jahrzehnten musikalischer Erfahrung und erinnert daran, dass die größten Bewegungen manchmal genau dort stattfinden, wo scheinbar gar nichts passiert.

Mood Programs - Extended Play