Review

Various Artists

Rubble Kings: the Album

Mass Appeal Records • 2016

Wie die Bronx in den 1970er Jahren geklungen hat? Das wissen wir dank Klassikern wie dem Soundtrack von »Wild Style«. Den B-Boys und Fly-Girls genügte seinerzeit nur ein Pappkarton für ihr Lockin´ und Poppin´ – und den DJs der Block Partys zwei Turntables und ein Mixer für´s Loopen tanzbarer Breaks. Dass die Kamera recht gekörnt rüberkommt und das Schauspieltalent der Laienakteure oft nicht so der Gipfel ist: Geschenkt. Shan Nicholsons Dokufilm »Rubble Kings« von 2015, der anhand von Originalaufnahmen und Zeitzeugenberichten ebenfalls Stimmung, Atmosphäre und vor allem die Gangkultur der Siebziger in New York ausleuchtet: Auch geschenkt. Er liegt in Form einer Download-Card seinem Soundtrack bei. Dessen Produzent Little Shalimar setzt für die musikalische Untermalung des Films auf Uptempo und Downbeat. Als Gründungsmitglied von Chin Chin veröffentlichte er seinerzeit auf Def Jux. Er ist nach wie vor mit El-P verbandelt, weswegen der Soundtrack Rap-Tracks von Run The Jewels, eXquire und Bun B featured. Auch Ghostface Killah konnte er für ein paar Lines für den elektrifizierten Song »Same Damn Thang« gewinnen. »Delaney Card« schließlich setzt auf bedächtig performte Vocals nahe am Spoken Word. Ansonsten bestimmt B-By-Funk den Score: »Bouncy 3« sportet Foor-To-The-Floor-taugliche Breakbeats mit jazzigem Drama zwischen den Kicks und Snares. »The Revolution Might Be Televised« schlägt in die gleiche Presche. »The Piano District« tanzt den »Gentrification Boogie«. Und für »Phoenix« macht neben Roxiny auch Tunde Adebimpe von TV On The Radio den Robot. Klingt gut. Wem das nicht genügt: Dem Album liegt ein »Rubble Kings«-Aufnäher für die persönliche Gang-Kutte bei.