Various Artists

Systems EP 1

Kalahari Oyster Cult • 2020

Was das Label Kalahari Oyster Cult so ausmacht, kann man in diesem Porträt nachlesen muss man also an dieser Stelle nicht weiter ausbreiten. Aus den Rocky Mountains, in Denver, vom Label Terraforma kommt per Zeitreise dieser Sechstracker nun auf unsere Plattenteller – das Original war mittlerweile Händlergold und überheiß gehandelt. Labelchef Colin Volvert tauchte also mal wieder ab in die Lizensierungs-Hölle um einen weithin unbekannten Klassiker zu bergen. 25 Jahre nach Erscheinen scheint die Platte wie gemacht für die Dancefloors weit und breit. Die A-Seite ist im Alleinbesitz von Red Shift, einer vergessenen Rave-Seele. Würdevoll wird auf »3rd Moon« lockerer Breakbeat mit Pads aus Dreamhausen kombiniert, die Bleeps und Glocken läuten schwach, wenn auch beherzt und nach dem elegischen Break bricht eine Acid-Line durch die Wolkendecke. »Ei da daus« ruft es da aus der Crowd, weil die Intoxikation mit der 303 korrespondiert. Die A3 ergibt sich hingegen der Wanderung und schlurft auf 106 BPM Richtung Gleichgültigkeit. Hater gonna say: Das ist doch ein 90er Klischee. Ja, ist es, aber ein verdammt chilliges. Umdrehen und B-Seite kritische beäugen. Ethers B1 ist feinste Matrix-Ware. Schick im bodenlangen Ledermantel mit alberner Sonnenbrille wird es diesen Sommer mit dieser Gitarrenline nicht langweilig. Da können alte Menschen wie ich der B2 und der B3 doch mehr abgewinnen. Langsam stagnierend geht es dann Richtung Ambient-Floor am Sonntag-Vormittag. Wer wenig schläft, kann hier geflissentlich die Lider schließen und zumindest träumen.

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V.A.
Systems EP 1
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