Music Interview | verfasst 14.10.2019
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Text Raoul Kranz , Fotos Dan Medhurst / © Ninja Tune
Floating-points

Floating Points stellt mit seinem neuen Album »Crush« wieder alles auf den Kopf, was man über den Londoner Tausendsassa zu wissen meint. Eine Renaissance seines früheren Garage-Sounds auf Eglo Records, nachdem er mit seinen letzten Platten in Krautrock-Gefilde abtauchte, für sein Reissue-Label Melodies International nach alten Disco-Schätzen gräbt oder auf seinem ersten Longplayer »Elaenia« Jazz mit feinfühliger Elektronik fusionierte. Sam Shepard ist ein unauffälliger und scharfsinniger Typ, den man eher im Laborkittel oder hinterm Laptop als auf den großen Festivalbühnen erwarten würde. Glücklich erzählt er von der Currywurst, die er sich eben zum Mittag statt dem geplanten Asian Fusion Food gegönnt hat. Denn so oft er schon in Berlin war, die hatte er noch nie, und konnte endlich mit alten Schulkenntnissen glänzen: »Nur ein bisschen viel Ketchup – aber ich will mich nicht beschweren.« Nach einem semantischen Exkurs über »Currywurst Schranke« kommen wir schnell zur Sache: Floating Points über seine Rückkehr auf den Dancefloor, Synthesizer-Experimente und die erdrückende politische Weltlage.


Die Schallplatten von Floating Points findest du im Webshop von HHV Records


Auf deinem neuen Album »Crush« legst du dein tanzbarste Material seit langem vor. War das eine bewusste Entscheidung oder ist es einfach passiert?
Ich habe nicht versucht, eine Platte für den Dancefloor zu produzieren. Ich wollte einfach wieder solo Musik machen, so intensiv wie ich mit meiner Band getourt habe. Also ist die neue Musik teils tanzbar geworden, teils nicht und manchmal auch klassisch.

Du scheinst auf jeden Fall viel Spaß im Studio gehabt zu haben?
Ja, das Studio funktioniert super im Moment und ich kann schnell arbeiten. Das kommt echt selten vor, denn ich baue es ständig um. So etwas wurmt mich am meisten: Du willst einen Synthesizer durch einen Gitarrenverstärker, Phaser, Reverb und Delay jagen und aufnehmen. Wenn du endlich alles verkabelt hast, denkst du dir: Pah, was soll’s, Zeit für die Mittagspause.

2017 hast du The xx auf Tour begleitet. Wie hat dich das zum neuem Material inspiriert?
Unsere erste Show war in einem Stadium in Mailand vor 20.000 Leuten. Ich war nicht nervös, aber alles andere als gut vorbereitet. Ich hatte einen Buchla Modular-Synthesizer und Korg Volca Beats dabei. Der ist nicht sonderlich beliebt, aber ich finde ihn brilliant.

Irgendwie lästern alle über den Snare Sound?
Das ist der abgefahrenste Snare Sound, ich liebe den! [lacht] Jedenfalls habe ich einen Beat angemacht wie auf »Veteranissimo« von dieser deutschen Krautrock-Band Harmonia. Ihr Album »Live 1974« habe ich damals rauf und runter gehört. Diesen vor sich hin tuckernden Beat habe ich durch Delays und den Buchla geschickt – kontrolliert durch Control Voltage [Steuerspannung]… du kannst da also total verrückten Kram machen – und darüber eine einfache Synthesizer-Melodie gelegt. Das wurde total meditativ und nach einer halben Stunde Crescendo so intensiv und verrückt, dass ich am Ende der Show einfach den Mixer ausgeschaltet habe, die Speaker machten »Paff« und ein ziemlich verwirrtes Publikum dachte sich: Ähm, was war das denn, eine halbe Stunde verschwendete Lebenszeit. [lacht] Also ich hatte eine geile Zeit auf dieser Tour, total befreiend.

»Es ist so bizarr, jemandem zu sagen: Ich mag deine neue Musik nicht, aber deine alte. Gut, dann hör sie nicht!« (Floating Points)

Hast du im Studio versucht, diese Atmosphäre einzufangen?
Nein, an der Tour mit The xx hat mich eher das abgespeckte Set-Up inspiriert, das ich wieder im Studio aufgebaut habe: Also den kleinen Buchla und meinen Yamaha Reface, den weißen – übrigens der beste kleine neue Synth da draußen, acht Noten Polyphonie, so gut! Natürlich stehen in meinem Studio auch die ganzen großen Synths, auf die ich zurückgegriffen habe.

Für dein erstes Album »Elaenia« hast du fünf Jahre gebraucht, für »Crush« fünf Wochen und dabei viele Teile live in einem Take eingespielt. Ist Improvisation wichtiger als mühevolle Kleinarbeit?
Nun, die Maschinen zu verstehen war ein Prozess von mehreren Jahren. Mittlerweile kenne ich den Buchla gut genug – ich sage »gut«, denn der bietet endlose Möglichkeiten. Ich bin ein ausgebildeter Pianist, aber Synthesizer sind total anders. Du kannst was sehr Simples auf einem Synth spielen, aber es dadurch, wie du den Filter benutzt, verdammt gut klingen lassen. Also war es mühevolle Kleinarbeit, an diesen Punkt zu kommen, in fünf Wochen eine Platte machen zu können. Ich habe monatelang Patches auf dem Rhodes Chroma Synthesizer gemacht und mich in manche total verliebt – da fällt mir ein, ich sollte davon wirklich mal ein Back-Up machen! Keine Ahnung, was ich damals eigentlich gemacht habe, jedenfalls keine Musik. Und dann habe ich mich eines Tages entschieden loszulegen und alles passierte ziemlich schnell.

Ist es etwas Besonderes, in diesem Flow zu sein, oder ist es tägliche Routine?
Nein, ich wünschte das wäre Routine. Es ist ein Gefühl, das ich nie einfangen kann. Wenn ich drin bin – was weiß ich, es ist vier Uhr morgens, ich tanze in meinem Studio und freue mich, einen Tune gemacht zu haben – bin ich mir bewusst, dass das häufiger passieren muss, am besten täglich. Aber das ist nicht der Fall, es ist reines Glück. Oft habe ich eine klitzekleine Idee, entwickele sie den Tag über weiter und die Begeisterung über jedes Stadium spurt mich an wie ein Schneeball-Effekt. Am Ende des Tages bin ich erschöpft, aber total glücklich. Das ist das beste Gefühl beim Musikmachen, aber es kommt für gewöhnlich alle paar Monate mal. Bei diesem Album ging’s echt schnell, keine Ahnung, warum. Nicht abgelenkt zu werden ist auch wichtig. Ich bin ein geselliger Typ und gerne unter Freunden, aber manchmal ist das inkompatibel zur Musik. Aber das ist nicht das Leben, das ich haben will, nur alleine im Studio…

Mit all deinen Veröffentlichungen brauchst du dir doch keine Sorgen um Kreativität zu machen?
Ich wünsche mir ständig, mehr Musik zu machen. Das macht mir Sorgen, ist aber auch gut. Ich wache morgens auf und faulenze nicht im Bett, sondern springe auf und renne ins Studio. Und wenn ich den ganzen Tag etwas Trockenes mache, wie den Fender Rhodes zu stimmen oder Synthesizer zu programmieren. Auch diese Sachen sind ein wichtiger Teil davon, elektronische Musik zu machen und dazuzulernen.

Einige Fans haben nach den Psych Rock-Exkursen auf deinem Label Pluto gefordert, dass du zu deinem früheren Garage-Sound zurückkehrst. Nimmst du ihre Kritik ernst?
Ich ignoriere das komplett. Die Vorstellung, dass mir jemand sagt, was ich machen soll, ist erstaunlich. Nicht nur, weil das vielleicht weh tut. Es ist so bizarr, jemandem zu sagen: Ich mag deine neue Musik nicht, aber deine alte. Gut, dann hör sie nicht! So bescheuert! Das ist halt Teil der künstlerischen Entwicklung. Ich will nicht arrogant klingen und auf der anderen Seite ist es natürlich schön, positive Reaktionen zu kriegen. Wobei ich mir da auch oft denke: Freut mich, aber ich denke schon wieder an ein ganz anderes Projekt, das euch bestimmt nicht gefallen wird. »Super, dass du zurück auf dem Dancefloor bist.« – »Tja, jetzt werde ich wieder eine Psych-Rock-Platte machen.« [lacht] Es ist eine Lose-Lose-Situation, ich nehme ihre Enttäuschung wieder vorweg.

«In meinem Studio läuft der Live Feed vom britischen Parlament. Also schaute ich zu, wie sich mein Land blamiert, und machte dabei richtig wütend Musik.« (Floating Points)

Du machst einfach, was du willst?
Ja, andernfalls würde es für mich überhaupt keinen Sinn machen. Ich mache das nicht fürs Publikum, sondern aus meinem eigenen Verlangen, Musik zu machen. Sehr egoistisch. Es ist eine Ehre, dass sich die Leute für mich interessieren und ich bin wirklich dankbar für jeden, der sich das neue Album anhört. Aber weißt du was, ich will schon wieder die nächste Platte machen.

Heute schraubst du an einem Garage-Tune, morgen gräbst du nach Disco-Platten und dann schreibst du ein Stück für Streicher – oder wie läuft das?
Solche Einfälle brauchen mehr Zeit. Tanzmusik geht meistens schneller und ist instinktiver. Ich spiele im Studio mit so etwas wie der neuen Roland TR-8S oder dem Buchla Rhythm Generator rum, die verrückte Polyrhythmen können. Aber ein Streichquartett, normalerweise brüte ich eine Idee über ein halbes Jahr aus und wenn sie gut ist, schreibe ich sie auf. Ich habe ewig viele Skizzen auf Papier, in der schlimmsten Handschrift. Wenn ich sie mir in fünf Jahren anschaue, werde ich mich verfluchen. Und ich habe viele Voice Mails mit kleinen Clips, wo ich richtig schlecht singe.

Also die nächste Floating Points-Platte mit Vocals?
Wer weiß – exklusiv für HHV. [lacht]

Erst dachte ich, der Titel »Crush« soll bedeuten, dass du die Erwartungen deines Publikum zerstörst, aber du beziehst dich damit auf die erdrückende politische Weltlage?
Vielleicht, so genau weiß ich das auch nicht. Ich mag das Wort »Crush« – einerseits zärtlich, aber es steht auch für langsame Gewalt: Krrr! [Zerdrückt mit seinem Daumen eine imaginäre Fliege auf dem Tisch.] Und genauso fühle ich mich einfach jeden Tag in England, zuletzt mit der Beurlaubung des Parlaments. Jedes Mal, wenn ich die Nachrichten lese, dreht sich die Schraube ein klitzekleines bisschen weiter, die den letzten Anstand aus der Gesellschaft presst. Ein bisschen peinlich, aber in meinem Studio läuft der Live Feed vom britischen Parlament. Also schaute ich zu, wie sich mein Land blamiert, und machte dabei richtig wütend Musik. Ständig Brexit, keiner spricht über tägliche Probleme wie unser kaputtes Gesundheitssystem, geschlossene Jugendzentren oder Arbeitslosigkeit. Ich bin auf jeden Fall bei den Protesten in London dabei!
Und es ist ja nicht nur das: Umweltverschmutzung – ich meine verdammt! Floating Points – CrushWebshop ► Exclusive Vinyl LP | Indie Vinyl LP | Black Vinyl LP Wir isolieren uns rund um den Globus, haben Trump, den Rechtsruck in Italien, Bolsonaro in Brasilien – such dir was aus, es wird immer schlimmer. Wie sind wir an diesen Punkt gekommen? Das ist zermürbend! Auf der Platte schreie ich meinen Ärger raus. Ich habe meine Maschinen unter Kontrolle, gelegentlich lasse ich die Zügel los und lasse sie sich gegenseitig bei lebendigem Leib fressen, weil ich mich genauso gefühlt habe: Fuck it!

Brauchen wir mehr Mitgefühl, um dieses Gefühl der Hilflosigkeit zu überstehen? Soll die neue Platte Trost stiften?
Leute wie bei Sea-Watch sind echte Helden und stiften Hoffnung, deshalb auch der Track auf dem Album. Sie riskieren ihr Leben und quatschen nicht nur. Stell dir vor, du wärst in so einer verzweifelten Situation, dass du trotz der hohen Wahrscheinlichkeit zu sterben, übers offene Meer irgendwohin flüchtest und dann verweigert dir Europa die Einreise. Sowas bringt mich auf die Palme und macht mich unglaublich traurig und wütend.


Die Schallplatten von Floating Points findest du im Webshop von HHV Records


Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 08.07.2014
Floating Points
King Bromeliad
Eine neue Veröffentlichung von Sam Shepherd alias Floating Points ist immer eine gute Nachricht. »King Bromeliad« bildet da keine Ausnahme.
Music Review | verfasst 19.08.2019
Floating Points
Lesalpx / Coorabell
Nach fast zwei Jahren ohne neue Musik hat Floating Points kürzlich die beiden neuen Tracks »Lesalpx« und »Coorabell« veröffentlicht,
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music Review | verfasst 05.11.2015
Floating Points
Elaenia
Freundlich, zugänglich, doch zugleich auf fast ätherische Weise abgewandt, rätselhaft: Das alles ist »Elaenia« von Floating Points.
Music Review | verfasst 29.10.2011
Toddla T
Watch Me Dance
Die jugendliche Unbekümmertheit ist das Markenzeichen und Schwachpunkt von Toddla T.
Music Review | verfasst 24.07.2015
Seven Davis Jr
Universes
Man hatte Seven Davis Jr. für sein Debüt nichts weniger als einen Klassiker zugetraut. »Universes« enttäuscht nicht.
Music Review | verfasst 27.05.2016
Max Graef & Glenn Astro
The Yard Work Simulator
Freiheit in der Verwirrung: Max Graef und Glenn Astro geben mit »The Yard Work Simulator« ihren gemeinsamen Einstand auf Albumlänge.
Music Porträt | verfasst 26.05.2016
Max Graef
Smooth Operator
»Ist einfach nicht so meine Welt, arbeiten mit geregelten Zeiten«, erklärt uns Max Graef den Fakt, dass er nicht mehr einmal die Woche im Plattenladen aushilft. Lockerer Typ. Sein Album mit Glenn Astro erscheint morgen – und hat Drive.
Music Interview | verfasst 05.06.2018
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Review | verfasst 28.07.2011
FunkinEven
Rolands Jam EP
FunkinEven macht auf seiner neuen, auf Eglo Records erschienenen EP Rolands Jam Tabula Rasa mit Ansage.
Music Review | verfasst 16.11.2010
Scuba
Triangulations Interpretations Pt.1-3
Hoch war die Messlatte für die Herren, welche sich an die Interpretation von Scubas Triangulations machten.
Music Review | verfasst 28.09.2011
Arkist + Kidkut
One Year Later/ Vanilla Imitate
Die beiden Bristoler Produzenten Arkist und Kidkut machen erstmals gemeinsame Sache. Ihre Single für Hotflush ist ein sehr guter Start.
Music Review | verfasst 30.04.2013
Outboxx
Outboxx
Das Duo aus Bristol setzt bei ihrem Debüt auf Vielfalt. Da haut schon mal ein Track daneben, aber insgesamt bleibt der Eindruck positiv.
Music Review | verfasst 07.01.2014
Huxley
Inkwell EP
Den Namen Huxley sollten diejeningen, die elektronische Musik zwischen House und UK Garage mögen, auf dem Zettel haben.
Music Liste | verfasst 13.05.2014
Dauwd
10 Favourites
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Producertalent Dauwd dieser Aufgabe an.
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Bericht | verfasst 21.10.2013
Gilles Peterson, Four Tet & Floating Points
»Free Spirits Sunday« am 13.10. in Berlin
Die jazzaffinen DJs und Musiker leisteten beim »Free Spirits Sunday« eine dringend notwendige Unterstützung für die Steve Reid Foundation und verneigten sich zeitgleich auch auf vielfältige musikalische Weise vor ihren Vorbildern.
Music Liste | verfasst 28.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (50-31)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Liste | verfasst 27.10.2017
Ausklang | 2017KW43
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne | verfasst 13.11.2019
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Andreya Triana
Lost Were I Belong
Ein harter Weg war es, der bis zu diesem Album führte. Andreya Triana hat es zu einem guten Ende geführt.
Music Review | verfasst 15.10.2010
Eskmo
Eskmo
Eskmos neues Husarenstück wird sich in der Welt der Beats festbeißen und seine Fanbase rasant vergrößern.
Music Review | verfasst 17.09.2010
Various Artists
Ninja Tune XX
Ninja Tune ist ein kleines Wunder geglückt: Durch Herzblut und Innovation in 20 Jahren brandaktuell und gleichermaßen legendär zu sein. Glückwunsch!
Music Review | verfasst 28.02.2011
Stateless
Matilda
Das neue Album von Stateless hat sich die Prädikate »episch« oder »cineastisch« hingegen durchaus verdient.
Music Review | verfasst 17.03.2011
Spokes
Everyone I Ever Met
Das Debüt der Band aus Manchester strotzt vor Energie, doch hat leider auch nicht mehr zu bieten.
Music Review | verfasst 05.09.2007
Sixtoo
Jackals And Vipers In Envy Of Man
Sixtoo war schon immer mehr Can als Coldplay. Easy ist hier nichts, geloungt wird woanders und statt Kaffee wird hier Benzol getrunken.
Music Review | verfasst 07.04.2011
Luke Vibert
Toomorrow
Nach sieben Abstinenz schlüpft Luke Vibert wieder in sein altes Wagon-Christ-Kostüm um zuckersüßen Samplism zu zelebrieren.
Music Review | verfasst 15.10.2007
Blockhead
Uncle Tony's Coloring Book
HipHop-Instrumentalisten scheinen sich in ihrer Natur signifikant von der rappenden Zunft zu unterscheiden…
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?