Music Interview | verfasst 16.02.2015
Romare
Samples wie Fußnoten
Aus dem Stand heraus könnte Romare mit seinem Debüt »Projections« einen Klassiker landen. Einfach, in dem er dem bewährten Konzept des Sampling einen neuen Dreh verpasst. Wir sprachen mit Romare darüber im Interview.
Text Tim Caspar Boehme , Fotos Chris J Rhosed / © Ninja Tune
Romare_2014_chris_j_rhodes-hhv-mag

Romare scheint mit seinem Debütalbum »Projections« ein bisschen aus dem Nichts zu kommen. Und tatsächlich ist seine bisherige Plattenliste noch recht übersichtlich. Zwei EPs für Black Acre und eine weitere auf Ninja Tune waren zuvor alles, was der in London lebende britische Produzent seit 2012 veröffentlicht hatte. Dafür empfiehlt sich sein Album aus dem Stand als Klassiker, der dem bewährten Konzept des Sampling im Hip Hop einen neuen Dreh verpasst. Als reiner Instrumental-Hip Hop lässt sich die Musik von Archie Fairhurst alias Romare dabei kaum bezeichnen, neben Elementen der afroamerikanischen Tradition von Gospel, Blues und Soul gibt es bei ihm genauso Ansätze von Disco, House oder Bassmusik. Romares Stücke geben sich bei aller Konstruiertheit äußerst entspannt, laden gleichermaßen zum Zuhören wie zum Tanzen ein und klingen keinesfalls nach akademisch inspirierter Musik. Doch ohne Archie Fairhursts Studium der Amerikanistik hätte es Romare in seiner jetzigen Gestalt vermutlich nie gegeben.

Deine Musik ist von den Collagen des Künstlers Romare Bearden inspiriert. Wie bist du auf ihn gestoßen?
Romare: Ich habe Amerikanistik studiert und im Abschlussjahr ein Modul zu afroamerikanischer bildender Kunst besucht. In einer Vorlesung ging es um Romare Bearden. Zur gleichen Zeit fing ich an, mich mit Samples zu beschäftigen. Ich hatte zuvor in Bands Schlagzeug und Gitarre gespielt. Mit meinem Computer bin ich dann in die Sample-Welt abgedriftet, als ich gemerkt habe, dass ich den Klang durch Samples erweitern kann. Ich nannte mich nach Romare Bearden, weil er mit Cut-outs und Malerei genau das gemacht hat, was ich mit Musik machen wollte: So wie er Ausschnitte aus Zeitschriften mit seiner Malerei kombiniert hat, wollte ich Schnipsel von alten Schallplatten nehmen und mit meinen eigenen Kompositionen vermischen.

Bei deinen Samples verwendest du selbst viel afroamerikanische Musik…
Romare: Mein Interesse kommt vermutlich daher, dass mein Vater sehr viel Blues und amerikanische Folk Musik zu Hause hatte. Ich bin also mit der Musik aufgewachsen, die er hörte. Später kamen für mich dann Jazz, Funk und Soul hinzu. Mir gefiel, dass sie zu Amerika gehören. Und es gab da eine Art Überlieferung. So fand ich heraus, wo Hip Hop, Funk und Soul ihre Wurzeln haben.

Du hast auch in Paris gelebt. Was hast du dort gemacht?
Romare: Nach meinem Abschluss bin ich nach Paris gezogen, wo ich ein Jahr gelebt habe. Dort begann ich, meine Plattensammlung zu erweitern und mich noch mehr mit Musik zu beschäftigen. Es gab da einige großartige Plattenläden in Paris. Ich habe angefangen, mich für Footwork und Juke zu interessieren, auch für die Sachen aus England oder House und Techno oder die Beat-Sachen aus Los Angeles von Brainfeeder, vor allem von Flying Lotus.

Paris war also eine weitere prägende Erfahrung?
Romare: Ich habe mir dort Monitorboxen gekauft und war schwer beeindruckt, wie genau im Detail man mit denen arbeiten kann. Darüber bin ich ans Produzieren gekommen und habe dann so richtig angefangen, mich auf meine eigenen Sachen zu konzentrieren. Ich hatte damals meinen Bass dabei, meine Gitarre und die Plattenspieler. Ich habe mir einfach ein paar Stückchen vom Plattenspieler geholt und sie dann mit Bass, Schlagzeug oder Claps vermischt und damit experimentiert.

»Ich nannte mich nach Romare Bearden, weil er mit Cut-outs und Malerei genau das gemacht hat, was ich mit Musik machen wollte: So wie er Ausschnitte aus Zeitschriften mit seiner Malerei kombiniert hat, wollte ich Schnipsel von alten Schallplatten nehmen und mit meinen eigenen Kompositionen vermischen.« (Romare) Spielst du auch auf dem Album?
Romare: Ja, es sind ungefähr zu gleichen Teilen Samples und meine eigenen Aufnahmen. Ich habe Bass, Gitarre und Synthesizer gespielt, zudem habe ich ein Schlagzeug und Perkussion zu Hause. Ich nehme gern etwas auf und füge dann Samples hinzu, um zu sehen, wie das klappt. Manchmal spiele ich auch über die Samples.

Haben deine Stücke eine Botschaft?
Romare: Meine erste Platte schon. Auf »Meditations of Afrocentrism« wollte ich das Verhältnis von afrikanischer und afroamerikanischer Musik untersuchen. Dazu habe ich bestimmte Samples verwendet, mit bestimmten Texten und bestimmten Sounds, die allesamt von ganz bestimmten Orten stammten. Und ich habe eine Audio-Montage namens »Footnotes« gemacht, die ein wenig erläutert, was ich mit den Samples bezwecken wollte.

Das war dann ein eher direktes Ergebnis deines Studiums?
Romare: Ja. Meine Abschlussarbeit hat meine Herangehensweise an Musik ebenfalls beeinflusst, denn ich wollte die Samples wie Fußnoten benutzen. Ich wollte etwa sagen: »Der Blues entstand in Afrika.« Wie mache ich das? Indem ich sage, dass dieses eine Sample aus Ghana stammt und genauso klingt wie jenes Sample aus New York oder Mississippi. Das Album »Projections« hat aber keine richtige Aussage. Ich habe es lediglich nach Romare Beardens Ausstellung »Projections« aus dem Jahr 1964 benannt.

Wenn Leute dein Album hören und dazu tanzen, ohne sich der Herkunft der einzelnen Samples bewusst zu sein, wäre das für dich dann aber keine Zweckentfremdung, oder?
Romare: Nein, da sind ganz klar Stücke zum Tanzen drauf. Der Gebrauch von Samples ist in der Musikindustrie ja auch durch die ganzen Urheberrechtsfragen schwierig geworden. Daher bin ich davon abgekommen, allzu ausführlich anzugeben, woher die Sachen stammen, und male meine Themen stattdessen lieber etwas lockerer aus. In »Motherless Child« zum Bespiel geht es um das Spiritual »Sometimes I Feel Like a Motherless Child«, »Work Song« handelt von Arbeitsliedern, die in Gefängnissen entstanden. Die anderen Songs sind Hommagen an Künstler, die mich beeinflusst haben oder solche, die meiner Meinung nach größere Anerkennung verdient hätten, wie Snooks Eaglin und Jimmy Reed – aber auch Nina Simone, die mich sehr beeinflusst hat.

Da du Brainfeeder erwähnt hast: Im instrumentalen Hip Hop gibt es ja seit einiger Zeit eine Tendenz zum Exzentrischen. Bei dir hingegen geht es mehr um das akribische Verweben unterschiedlicher Traditionen zu einem entspannten Groove.
Romare: Ich bin vermutlich keine besonders exzentrische Person. In der Musik gibt es eine Art Magie, die man erreicht, wenn man bestimmte Sounds zusammentut. Wenn du Fröhliches und Trauriges vermischst, erzeugst du so eine Spannung, und dann hast du den Sweet Spot der Musik. Mit exzentrischer Musik erreichst du das nicht so leicht, denn exzentrische Musik neigt zu einseitigen Extremen. Meine Musik ist ganz sicher nicht extrem, ich versuche stets eine Balance zwischen fröhlichen und traurigen Klängen herzustellen. Flying Lotus ist für mich daher auch einer dieser Musiker, die man nicht so recht als Hip Hop oder unter ein anderes Genre einordnen kann, weil seine Stücke einfach alles abdecken. Das hat mich an seiner Musik unglaublich beeindruckt.

Das Album »Projections« von Romare findest du bei hhv.de: 2LP und CD.
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 11.11.2016
Romare
Love Songs: Part Two
Nicht leicht, ein Album nach »Projections« vorzulegen. Romare hat es mit »Love Songs: Part Two« und einem leicht anderen Ansatz gewagt.
Music Review | verfasst 19.02.2015
Romare
Projections
Das Zeitalter des Sampling ist zu Ende. Lang lebe das Sampling! Am Ende kann es nur ein Fazit für dieses Album geben.
Music Review | verfasst 01.10.2019
Romare
Gone – 12"
Zwei Jahre nach seinem letzten Album meldet sich Romare mit etwas neuem zurücl. »Gone« ist dabei so offensiv wie noch nie tanzbar.
Music Review | verfasst 30.07.2020
Romare
Home
Dem Prinzip des Samplings bleibt Romare auch auf »Home« treu und präsentiert sich auf seinem neuen Album gleichsam als wandlungsfähig.
Music Review | verfasst 28.03.2013
Romare
Love Songs Part 1
Auf »Love Songs: Part 1« ist so viel zu entdecken, zu vertiefen und zu erkennen, dass die Platte mit jedem Hören wächst und wächst.
Music Review | verfasst 15.10.2010
Eskmo
Eskmo
Eskmos neues Husarenstück wird sich in der Welt der Beats festbeißen und seine Fanbase rasant vergrößern.
Music Review | verfasst 21.05.2012
Slugabed
Time Team
Denke an Sternenkriege, Einhörner, Regenbogen und Club-Raves und Du bekommst eine ungefähre Ahnung, was hier passiert.
Music Review | verfasst 18.06.2012
Lorn
Ask The Dust
Lorn erweitert mit seinem dritten Album sein Repertoire: Unter die Walze aus Hip Hop und Industrial hat sich etwas Anmutiges gemischt.
Music Review | verfasst 14.02.2014
Illum Sphere
Ghosts Of Then And Now
Dieses Album ist das schreiende Kind, das brüllt: »»Schau, schau, seh her, was ich alles kann«.
Music Review | verfasst 11.04.2013
Letherette
Letherette
Das Debüt von Letherette liefert eine Mixtur aus Boogie, HipHop und ’80s Soul Vibe, die direkt auf die Tanzfläche bitten sollen.
Music Porträt | verfasst 15.10.2010
Eskmo
Tiefschürfende Frickelmusik
Vielen gilt er als Neuentdeckung, dabei hat Brendan Angelides als Eskmo schon einige Jahre auf dem Buckel
Music Interview | verfasst 12.04.2011
Daedelus
Konstanz und Progress
Als fester Bestandteil der LA-Beat-Szene und jener Gruppe an Künstlern, die sich um Flying Lotus scharen, besticht Daedelus nach wie vor durch Originalität. Valentin Menedetter nutzte in Wien die Chance ihn zu sprechen.
Music Bericht | verfasst 26.09.2011
Daedelus
Live am 23.9. im Icon in Berlin
Der Soundtüftler entzieht sich mit seiner Experimentierfreude und Stilvielfalt sämtlichen Erwartungen. Bei der Ninja Tune Night lud er zu einer Reise durch die Geschichte der elektronischen Tanzmusik ein.
Music Porträt | verfasst 25.05.2012
Slugabed
Schieße, tanze, fahre Fahrrad!
Slugabeds Sound ballert. Auch auf seinem kürzlich erschienen Debütalbum geht es wild her. Welche wirre Geschichte es erzählt und zu was Slugabed die Hörer anregen will erfährst Du hier.
Music Liste | verfasst 01.08.2017
Lapalux
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der britische Produzent Lapalux dieser Aufgabe an.
Music Kolumne | verfasst 02.02.2015
Zwölf Zehner
Januar 2015
Willkommen im Februar. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Januar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Andreya Triana
Lost Were I Belong
Ein harter Weg war es, der bis zu diesem Album führte. Andreya Triana hat es zu einem guten Ende geführt.
Music Review | verfasst 17.09.2010
Various Artists
Ninja Tune XX
Ninja Tune ist ein kleines Wunder geglückt: Durch Herzblut und Innovation in 20 Jahren brandaktuell und gleichermaßen legendär zu sein. Glückwunsch!
Music Review | verfasst 28.02.2011
Stateless
Matilda
Das neue Album von Stateless hat sich die Prädikate »episch« oder »cineastisch« hingegen durchaus verdient.
Music Review | verfasst 17.03.2011
Spokes
Everyone I Ever Met
Das Debüt der Band aus Manchester strotzt vor Energie, doch hat leider auch nicht mehr zu bieten.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.