Music Essay | verfasst 12.02.2016
Beyoncés »Formation«
»Stop shooting us«
Beyoncés »Formation« ist mehr als reine Selbstdarstellung, es ist eine Gegendarstellung. Die fällt differenzierter aus, als es auf den ersten Blick scheint.
Text Kristoffer Cornils
Bey

Grausam, was in den trüben Gewässern unserer Zeit keine Wellen zu schlagen vermag, sondern sang- und klanglos untergeht. Beyoncé singt in ihrem Video zu »Formation« darüber, sie lässt es in der Halbzeitpause des Super Bowls erklingen. Wichtiger noch: Sie zeigt es. Sie zeigt die drohende Ermächtigung der schwarzen Bevölkerung und die der schwarzen Frau – genauer gesagt der schwarzen Frau aus den Südstaaten der USA. Die Südstaaten, die 2005 vom Hurrikan Katrina überzogen wurden, die keine adäquate Hilfe bekamen. Wobei unterlassene Hilfeleistung nur in erster Instanz zum Vorwurf gereicht. In letzter Instanz lautet der Vorwurf nämlich: Rassismus.

New Orleans ist die schmerzhafteste Erinnerung daran, wie wenig sich die US-amerikanische Politik um die schwarze Bevölkerung schert, auf deren Rücken sie einst ihren Reichtum aufbaute. In New Orleans fängt auch das Video von »Formation« an: Eine in – zumindest augenscheinlich – schlichter Südstaatenmode gekleideten Beyoncé steht ausgerechnet auf einem Polizeiauto und geht langsam mit einem herausfordernden Blick in die Hocke. Die schwarze Frau als Repräsentationsfigur einer Kultur, die auf dem Repräsentationsobjekt ihrer Unterdrückung sitzt. Direkter kann die Metaphorik an dieser Stelle nicht sein, sie wird jedoch noch weitaus komplizierter.

Das Flehen wird zum Befehl
110 Menschen, meldet das vom Guardian gestartete Projekt The Counted zur statistischen Erfassung von tödlicher Polizeigewalt am 10.2. und damit vier Tage nach Veröffentlichung von »Formation« , sind im Jahr 2016 bereits von der Polizei getötet worden. »Der schwarzen Bevölkerung der USA hat noch nie etwas gehört, das sie zurückerobern könnten – ihre Kultur ausgenommen.« Das letzte Update führt auch ein Opfer aus Louisiana an, wo in diesem von insgesamt vier Opfern zwei schwarz und eines weiß waren, wohingegen eine Person bisher nicht identifiziert wurde. Ist das aussagekräftig? Deutlicher machen es die Statistiken des Vorjahres: 2015 waren nach letzten Zahlen von 1140 Opfern insgesamt 303 schwarz, 578 weiß. Das wirkt in totalen Zahlen zuerst nicht auffällig. Relativ auf eine Million verteilt jedoch stehen durchschnittlich etwas mehr als 7 schwarze gegen knapp drei weiße – andere people of colour nicht eingerechnet. Noch deutlicher wird die bestürzende Diskrepanz angesichts der Gesamtverteilung: In den USA leben insgesamt etwa 42 Millionen Schwarze – das entspricht etwa 12,6% der Gesamtbevölkerung. Die Zahlen sind also eindeutig: Schwarze leben in den USA im Vergleich zu weißen Menschen mit einem astronomisch höheren Risiko, von der Polizei erschossen zu werden.

Es ist erschreckend, wie viele Symbolfiguren sich zu diesen Zahlen finden lassen. Treyvon Martin und sein Hoodie sind einer davon, erschossen wurde von einem rassistisch motivierten Wannabe-Sheriff. Sein Wiedergänger tritt auch in »Formation« auf, er bringt allein durch sein Tanzen eine Reihe von weißen Polizisten dazu, die Arme hochzureißen. »Hands up, don’t shoot« lautete das Motto der Black Lives Matter-Bewegung nach der Ermordung von Michael Brown in Ferguson im August 2014. »Stop shooting us« wird daraus in »Formation«, das Flehen wird zum Befehl. Schnitt zu der auf dem Polizeiwagen liegenden Beyoncé. Das Gefährt versinkt langsam im Wasser und nimmt sie dabei mit.

Wie lässt sich das interpretieren? Soll damit gesagt werden, dass es nur eine gute Breakdance-Einlage braucht, um die Polizei zu entwaffnen? Oder wird damit nicht eher behauptet, dass selbst eben jene Polizei in der Misere versinkt? Es sind widersprüchliche Bilder, die auch mit der stilisiert positionierten Southern Belle aus der Southern Hell, mit der das Video schließt, keine Antworten liefern. Alles nur opportune Ästhetik, die Nicki Minajs hypersexualisierten Feminismus einerseits und Kendrick Lamars referenzreichen Polit-Rap aufgreift und wortwörtlich ins Stadion bringt?

Jein. Die Frage lautet weder, ob Beyoncé etwas grundlegend Neues schafft, noch wie viel eigentlich hinter der Inszenierung steht. Es ist der Akt der Inszenierung selbst, der das größte politische Zeichen setzt.

Beyoncés »Formation« ist mehr als reine Selbstdarstellung, es ist eine Gegendarstellung. Sie konfrontiert das weiße Publikum mit allen möglichen Klischees: Die vom Schicksal unberührte Frau aus New Orleans, die Southern Belle und deren Southern Gothic-Pendent, die twerkende Puffmutti, die cruisende Urbanite, die tanzende Athletin und den uniformierten R’n’B-Star aus den VHS-Archiven der neunziger Jahre. Ohne Ton betrachtet ist es ein sonnenverbranntes Fegefeuer der Eitelkeiten, keine Frage. Mit allerdings ergeben sich ganz andere Bilder.

Mit erhobener Faust tanzen
»What if we loved Black people as much as Black culture?«, fragte die Schauspielerin Amandla Stenberg vor gut einem Jahr in einem YouTube-Video. Beyoncé greift das auf, inszeniert ein Kabinett aus schwarzen, weiblichen Klischees und spricht darüber eine als Drohung zu verstehende Selbstaussage aus: »I slay«. Wenn ihr unsere Kultur liebt, sollt ihr sie bekommen, heißt das. »Es ist der Akt der Inszenierung selbst, mit dem »Formation« das größte politische Zeichen setzt.« Ihr bewundert unseren Swag schon seit Langem – aber seid ihr auch bereit, endlich den Preis dafür zu zahlen? Denn wenn ihr uns nicht liebt und weiterhin absaufen lasst, uns sogar erschießt, dann werden wir uns wehren. Das zusammen mit einer Choreographie inklusive Black Panthers-Gruß anlässlich des 50. Geburtstages der Bewegung – 50 Jahre, in denen sich offensichtlich wenig getan hat – beim medienwirksamsten Sport-Event des Jahres zu bringen, macht es umso stärker. Hier tanzen wir für eure Unterhaltung, bedeutet es, zugleich jedoch recken wir die Faust in die Höhe.

Natürlich hat Beyoncé gut reden: Sie ist anders als schwarze Südstaatlerinnen. Sie kommt aus einer Mittelschichtsfamilie und ist mittlerweile so unfassbar reich, dass sie vielleicht mit den Produktionskosten des »Formation«-Videos halb New Orleans hätte aufkaufen können. Sie kann sich zu einem »Black Bill Gates« stilisieren, weil sie selbst noch als schwarze Südstaatlerin noch privilegiert genug dafür ist. Das ist eines der zwei elementaren Logikfehlern, die »Formation« augenscheinlich prägen: Dass Beyoncé nicht ohne Weiteres für alle anderen schwarzen Frauen sprechen kann und dass sie versucht, der weißen Mehrheitsgesellschaft mit deren eigener Ideologie Angst einzujagen.

Der Kollege Kunze hat insofern recht, als dass »Formation« Scheiße mit Scheiße bekämpfen möchte. Die Frage ist allerdings, warum. Es ist einfach, in Beyoncé die erfolgsverwöhnte reiche Frau zu sehen, die den weißen Status Quo nur deshalb überhaupt in Frage stellen kann, weil sie so weit gekommen ist, dass selbst die Weißen ihr zuhören. Auch ist richtig, dass die neoliberale Kampfrhetorik des American Dream, die auch Beyoncé fährt, automatisch auf ein System der Unterdrückung hinsteuert. Das darf nicht vergessen werden: Es gibt mehr als eine Minderheit in den USA, sie alle werden marginalisiert und ausgebeutet, sind potenzielle Zielscheiben für noch mehr strukturelle Gewalt.

Es ist jedoch falsch, den von Beyoncé provokativ vorgeführten Materialismus als Versuch zu werten, etwas zurückzuerobern. Der schwarzen Bevölkerung der USA hat noch nie etwas gehört, das sie zurückerobern könnten – ihre Kultur ausgenommen. Sie befindet sich in einem Kampf, der immer schon ungerecht war. Von den Unterdrückten Empathie oder Zurückhaltung einzufordern, würde deshalb an Hohn grenzen. Alles, worauf indes »Formation« hinauswill, ist Empathie für die Unterdrückten. Nur wird das nicht mehr als Bitte formuliert, sondern als Befehl: »Stop shooting us«. Dazu hat Beyoncé, dazu hat die schwarze Bevölkerung der USA jegliches Recht. Das sollte, nein, darf ihr niemand absprechen.

Obwohl sich wohl kaum Sorgen darum machen muss, bei einem Spaziergang durch die Nachbarschaft erschossen zu werden, passierte Treyvon Martin genau das. Statisch gesehen passiert das schwarzen Menschen leider häufig, viel häufiger als weißen. »Stop shooting us« ist ein Befehl, im Grunde aber nichts weiter als ein kategorischer Imperativ, der selbstverständlich sein sollte.

Kapitulation – oder Untergang
Indem sie diese ebenso bildgewaltig und wortgewaltig in vielen ihrer Facetten – von der hot sauce bis zu Givenchy – inszeniert, erinnert Beyoncé an den schwarzen Beitrag zur Kultur der USA, die ohne diesen um so vieles ärmer wäre. Ihre vermeintliche Selbstdarstellung stellt exakt das dar: Der Reichtum, von dem ich spreche, ist auch eurer. Weil ich mich für euch auf dem Auto räkele, für euch twerke und singe. »Beyoncé setzt sich dem male gaze aus – und bestimmt dann die Regeln für den post-koitalen Fressflash.« Nur spricht das Video von »Formation« breitenwirksamer als vieles vor ihm aus, dass die Einseitigkeit dieser Situation, in der Schwarze tanzen und Weiße zugucken, ein Ende haben muss. Mit den bedeutungsschweren letzten Bildern von »Formation« entwirft Beyoncé dafür zwei mögliche Zukunftsszenarien: Entweder ergebt ihr euch friedlich unserer Kultur und hört auf, uns zu erschießen, oder aber wir alle – Unterdrücker wie Unterdrückte – saufen gemeinsam im rassismusverseuchten Brackwasser von New Orleans ab.
Beyoncé - Lemonade Find it at hhv.de on EU-LP, US-LP und CD
Das macht Beyoncé nicht zur Heldin. Das zu behaupten, wäre zu eindimensional. Das Wunderschöne an »Formation« ist aber, wie mehrdimensional es in seiner Gesamtheit, Super-Bowl-Performance eingeschlossen, ist. Aus der Beyoncé, die sich konfrontativ vor einen grell strahlenden FEMINIST-Banner stellt, sind viele Beyoncés geworden – mit Afro, mit Braids, mit hot sauce und Givenchy. Beyoncés, die sich gleichzeitig dem begehrenden male gaze aussetzen, wie sie die Regeln für den post-koitalen Fressflash setzen. Die ihre Jackson Five nostrils in die Kamera erheben und dann mit dem Arsch wackeln.

Mit »Formation« bietet Beyoncé der schwarzen Kultur, für die sie stellvertretend vor einer größtmöglichen Öffentlichkeit spricht, zwar nicht ausreichend, immerhin doch aber genügend Identifikationsfläche. Und der weißen Mehrheitsgesellschaft die Stirn und prächtige Unterhaltung zugleich. Das ist als letztes Friedensangebot einer mit vollem Kalkül hochstilisierten Southern Belle zu verstehen, die in der letzten Einstellung des Videos erwartungsvoll in die Kamera blickt. Die Antwort auf diese Herausforderung sollte möglichst schnell kommen.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Essay | verfasst 12.02.2016
Beyoncés »Formation«
»Get what's mine, take what's mine«
Beyoncé fordert in »Formation«, dass niemand mehr erschossen wird. In zweiter Instanz liefert sie allerdings Ideen zur Selbstermächtigung, die zu einer Sache nicht beitragen werden: Dass niemand mehr erschossen wird.
Music Review | verfasst 18.11.2011
Drake
Take Care
Stimmungsvoll und eigen und doch ungeheuer eingängig: Drake gelingen hier gleich mehrere Spagate und so das beste Rap(related)-Album 2011.
Music Essay | verfasst 01.10.2015
Wreck Yoself!
Die neue Lust an der Selbstzerstörung
Die Utopien sind aufgebraucht, der Medizinschrank bis zum Zerbersten voll. Rapper sind vom Glauben abgekommen und auf Drogen hängengeblieben. Wir gucken ihn gerne dabei zu – die Kaputtesten sind die Erfolgreichsten. Was ist los?
Music Kolumne | verfasst 25.07.2012
Aigners Inventur
Juni & Juli 2012
Letzten Monat im wohlverdienten Urlaub holt unsere Kolumnist vom Dienst das Verpasste nach und setzt sich mit der Veröffentlichungsflut, die die letzten beiden Monate brachten, auseinander.
Music Kolumne | verfasst 05.09.2012
Aigners Inventur
August 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Holy Other, Max Herre, Rick Ross, Four Tet und JJ Doom.
Music Kolumne | verfasst 31.10.2012
Aigners Inventur
Oktober 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Kendrick Lamar, Bat For Lashes, Andy Stott und Daphni.
Music Kolumne | verfasst 27.03.2013
Aigners Inventur
März 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Justin Timberlake, DJ Koze und Function.
Music Kolumne | verfasst 05.06.2013
Aigners Inventur
Mai 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Mount Kimbie, Daft Punk, The-Dream und Vampire Weekend.
Music Kolumne | verfasst 31.07.2013
Aigners Inventur
Juni / Juli 2013
Nach einer kurzen Urlaubspause setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Ka, J.Cole, Hade & DWFL, David Lynch und Disclosure.
Music Kolumne | verfasst 13.06.2014
Aigners Inventur
Mai 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The Roots, SD Laika, Joakim und zwei Fatimas.
Music Kolumne | verfasst 12.09.2018
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Liste | verfasst 04.08.2017
Ausklang | 2017KW31
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 18.08.2010
Sylvia Striplin
Give Me Your Love
Verheißungsvoll blitzt die nackte Schulter unter dem opulenten weißen Pelz auf dem Cover von Give Me Your Love hervor.
Music Review | verfasst 14.03.2011
Charles Bradley & the Menahan Street Band
No Time For Dreaming
Mit 60 Jahren veröffentlicht Charles Bradley sein Debütalbum.
Music Review | verfasst 15.03.2011
Blawan
Bohla EP
Alle Songs der Bohla EP schöpfen ihre treibende Kraft aus einer Mischung von Drums und Acid Lines.
Music Review | verfasst 18.05.2009
Ryan Leslie
Ryan Leslie
Auf diesem Album bietet Leslie eine Mischung aus New Jack Swing-Referenzen, Soulpop und einer winzigen Prise Electronica an.
Music Review | verfasst 13.09.2012
Frank Ocean
Channel Orange
Frank Oceans Album hat unter der Flagge der Homosexualität überall Bestnoten erhalten. Die hat das Album in dem Ausmaße aber nicht verdient
Music Review | verfasst 20.09.2013
The Weeknd
Kiss Land
Hier wäre mehr drin gewesen und gleichzeitig lebt das Album davon, dass es darum gar nicht geht.
Music Review | verfasst 17.04.2014
SZA
Z
SZA macht tatsächlich Rhythm And Blues. Verschließt sich dabei aber nicht den neusten Entwicklungen von R&B. Also was fehlt?
Music Review | verfasst 20.02.2015
Future Brown
Future Brown
Future Brown arbeiten sich durch Bass- und Clubmusik aus Europa, Afrika, Südamerika und den USA. Dabei gelingt ihnen ein Kunststück.
Music Review | verfasst 05.09.2017
Raphael Munnings
Opportunity Knockin' - 7"
Alston veröffentlicht »Opportunity Knockin’«, die 1972 veröffentlichten Single von The Beginning Of The End’s Raphael Munnings, neu.
Music Review | verfasst 11.03.2019
Nick Waterhouse
Nick Waterhouse
Auf seinem Album entwickelt Nick Waterhouse eine Wut und Energie, die wir so noch nicht von dem Songwriter aus San Francisco kannten.
Music Review | verfasst 10.07.2021
Patrice Rushen
Straight from the Heart
Mehr als »Men In Black«: Patrice Rushen definierte auf »Straight From The Heart« von 1982 den R&B, wie wir ihn heute kennen.
Music Porträt | verfasst 07.03.2011
Amos Lee
Untypischer Top-Seller
Mission Bell, das vierte Album des amerikanischen Singer/Songwriters Amos Lee, landete überraschend an der Spitze der Billboard-Charts.
Music Porträt | verfasst 26.03.2011
The Weeknd
Betäubter Rhytmus, tiefer Blues
The Weeknd haben R&B wieder eine Nische geschaffen. Die beiden Kanadier haben moderne musikalische Phänomene von Künstlern wie James Blake abgeguckt und sie auf ein Genre übertragen, dass zum Großraum-Dissen-Sound verkommen war.
Music Porträt | verfasst 10.06.2011
Syl Johnson
Underdog wider Willen
Würde man Personen nach ihren liebsten Funk&Soul-Künstlern fragen, so wäre sein Name eher nicht gefallen. Gleiches gilt für die Frage nach den meist gesampleten Künstlern aller Zeiten. Dabei müsste Syl Johnson beide Bestenlisten anführen.
Music Porträt | verfasst 16.05.2012
Nick Waterhouse
Weil es Rhythmus und Blues hat
Waren die Genzen zwischen alt und neu bislang noch halbwegs kenntlich, sind sie jetzt ins Unkenntliche verwischt. Nick Waterhouse sieht aus wie Buddy Holly und spürt der Authentizität in der Musik nach.
Music Porträt | verfasst 22.10.2013
Jessy Lanza
Sie und Er
Was haben Chart-R&B und Warp Records gemeinsam? Nichts möchte man denken. Wären da nicht Jessy Lanza und Junior Boy Jeremy Greenspan, die aus R&B, Disco, Post-Alles und Electro-Pop das sexieste Album des Jahres gemacht haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«