Music Porträt | verfasst 18.01.2017
Bonobo
Stillness Is The Move
Bonobo macht Musik, zu der sich gut entspannen lässt. Das brachte ihm den Stempel »chill out« ein. Mit seinem sechsten Album zeigt er jetzt endgültig: dass man auch mit druckloser Musik etwas ausdrücken kann.
Text Steffen Kolberg
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»Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernstgenommen.«

Sagte einst Konrad Adenauer. Nett sein und angepasst, meinte der erste Bundeskanzler der BRD damit, sei nicht der Weg, sich Gehör zu verschaffen. Die Musik des britischen Produzenten Bonobo wird oft als genau das beschrieben: als nett, als chillig – als kantenlos. Und: alle mögen Bonobo, jedenfalls stört sich niemand so richtig an dessen Musik.

Bonobo findet man überall – als Soundtrack in Computerspielen, in Werbeclips, in Film- und Fernsehproduktionen. Seine Alben schleichen sich in Hip Hop-Schallplattensammlungen ein, die »Bonobo«-Playlist auf Youtube dient als Hintergrundbeschallung unzähliger WG-Kochabende mit Freunden, wahrscheinlich weltweit.

Aber: trotz ihrer allgemeinen Beliebtheit sollte man Bonobos Werke ernst nehmen. Denn sie sind nicht etwa Zeugnisse der Harmlosigkeit – sondern immer neue Versuche, Harmonie zu finden.

Don’t call it chill-out!
Simon Greens aks Bonobos Suche begann schon mit dem ersten Album, »Animal Magic«, das 2000 noch bei Tru Thoughts erschien. Damals kam diese Downtempo-Sache gerade richtig ins Rollen, zu deren Vorreitern Bonobo gehörte. »Animal Magic« war noch ein sehr vorsichtiger Versuch über drucklose Musik doch etwas auszudrücken, es klang noch wie eine in den Lounge-Modus heruntergefahrene Version seines späteren Labelkollegen Amon Tobin. Es folgte »Dial ‘M’ For Monkey«. Es war verspielter, luftiger, jazziger und rückte nebenbei noch ein Soundelement in den Vordergrund, das prägend für den Bonobo-Stil werden sollte: Das organische Miteinander der Streicher, das sich bei den meisten Downtempo-Produktionen eher im Hintergrund abspielte, bekam eine Hauptrolle. Auf »Days To Come« kam 2006 ein weiteres Puzzlestück hinzu. Erstmals setzte er Stimmen ein, namentlich die von Bajka und Fink.

Obwohl »Days To Come« ein reifes und innovatives Album war, wurde es trotzdem als Chill-Out-Werk, als Musik für After Hour und Universitätsstadtcafé, verstanden. »Black Sands« sollte 2010 Simon Greens Versuch werden, sich endgültig vom Downbeat- und Chill-Out-Label zu lösen.

Was blieb, war neben dem einen oder anderen mustergültigen Lounge- und Downbeat-Rhythmus vor allem eine spielerisch-leichte Grundhaltung. Gepaart wurde diese jedoch mit einer perfekten Portion Ernsthaftigkeit und Tiefgang: Mehr Getragenheit und Wärme durch ausgedehnte Streicher- und Bläserpartien, doch ohne dabei überfrachtet zu wirken. »Es war das Electronica-Album, auf das sich neben Caribous »Swim« in diesem Jahr alle einigen konnten. Green wurde zu einem der Vorzeigekünstler von Ninja Tune.« Als Kontrast dazu kühle und reduzierte, geradezu aufgeräumte Electronicasounds. Green präsentierte sich damit als Produzent, der sein Handwerk meisterhaft versteht, sich nicht von Genregrenzen einengen lässt und auf der Höhe seiner Zeit agiert. Auch im Design spiegelte sich der Relaunch der Marke Bonobo wieder: Statt der Verspieltheit und Überfrachtung, die sowohl das Cover-Artwork als auch die Typografie der bisherigen Veröffentlichungen durchzogen hatte, beherrschten nun klare Linien die Gestaltung. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Mit »Black Sands« war die Popwerdung Bonobos vorerst abgeschlossen. Es war das Electronica-Album, auf das sich neben Caribous »Swim« in diesem Jahr alle einigen konnten. Green wurde zu einem der Vorzeigekünstler von Ninja Tune.

Auf »The North Borders« blieb die musikalische Grundformel zwar die gleiche, das Album geriet aber gleichwohl elektronischer und zurückhaltender. Das Gleichgewicht aus Leichtigkeit und Ernst, das »Black Sands« so einzigartig machte, verschob sich hier noch mehr zugunsten des Ernstes, vielleicht auch des Sich-Selbst-Zu-Ernst-Nehmens. Es klang, als wolle Green jetzt, wo er sich als Produzent auch außerhalb der Downbeat-Schublade bewiesen hatte, alles auf einmal: Manche Tracks hatten Anklänge von nach Schema F aufgebauten Pop-Songs, manche klangen schon fast wie Clubtracks. Mit dem Album landete Bonobo zum ersten Mal den Einstieg in die Charts mehrerer Länder. Direkt darauf flog er los: auf 18-monatige Welttournee mit einem zwölfköpfigen Orchester.

Bewegung
Album Nummer sechs hört nun also auf den Namen »Migration«. Es ist ein Album als Gesamtkunststück geworden, ein Werk also, dessen Bedeutung wir im vergangenen Jahr schwinden sahen. Bonobo aber nutzt dessen Eigenschaften, um die Kanten, die seinen weichen Sound mehr und mehr umgeben, zu schärfen. Schon der Titel des Albums. Es ist einer, der in heutigen Zeiten aufhorchen lässt und deutlich macht, dass hier jemand etwas mitzuteilen hat. Dabei geht es Green nicht um eine klare politische Positionierung, auch wenn er die aktuelle Weltlage und die Wahl Donald Trumps im Booklet der Special Edition durchaus thematisiert, sondern um Reflexion. Der Gedanke, dass Migration die Welt zum besseren verändert – ein Gedanke, mit dem man sich unbeliebt machen kann. Er reflektiert seine eigene, nomadenhafte Lebensweise, die den gebürtigen Briten nach einem Leben in New York und eineinhalb Jahren auf Tour in Los Angeles landen ließ. Was ihn beschäftigt, ist die Suche nach Identität und Heimat, und der Gedanke, dass Migration die Welt zum Besseren verändert. Und das ist ein Gedanke, mit dem man sich in einer Zeit von AFD, der angestrebten Mauer vor Mexiko und so weiter und so schlimm, tatsächlich: unbeliebt machen kann.

Bonobo deutet den Migrations-Begriff positiv. Überall, wo ein Mensch sich aufgehalten hat, hinterlässt er Spuren, lässt seine Identität zu einem Teil der Identität des Ortes werden. Umgekehrt wird der Ort Teil der Identität des Menschen. Beide gehen nach ihrem Aufeinandertreffen verändert auseinander. Für Green ist das ein hoffnungsvoller Vorgang.

Das Thema durchzieht vom Entstehungsprozess der Stücke über deren Titel bis zu Artwork und Booklet die ganze Platte. Das Artwork besteht aus Fotografien aus der Mojave-Wüste, nahe Greens derzeitigem Wohnort. Die Weite und Leere, die darin eingefangen wurde, lässt sie wie eine Art Grenzland erscheinen. Was dahinter kommt, ist unklar. Der noch undefinierte Raum löst in Green aber nicht etwas Ängste aus – er deutet ihn als Möglichkeitsraum. Musikalisch bilden Samples aus der ganzen Welt, sei es der Regen in Seattle oder ein Aufzug in Hongkong, einen essentiellen Bestandteil der Tracks. Der Vocal-Part des Kanadiers Michael Milosh für »Break Apart« wurde in einem Hotelzimmer in Berlin aufgenommen. Die Vocals der marokkanischen Band Innov Gnawa hingegen treffen bei »Bambro Koyo Ganda« auf fette Bässe, die direkt aus den Clubs europäischer Hauptstädte entlehnt zu sein scheinen. Die Welt wird hineingelassen, anstatt sie zu blockieren.

Dabei gibt es sie noch, die Pop-Momente, etwa in den Singles »Kerala« und »Break Apart«. Sie werden sich nahtlos einreihen in die »Bonobo«-Youtube-Playlist, sie werden weiterhin dafür sorgen, dass viele Menschen seine Musik mögen werden. Ohne, dass sie sie zum Nachdenken anregen würde. Doch mit »Migration« hat Bonobo den für ihn so wichtigen Beweis erbracht: dass Musik zum Abschalten, nicht bedeuten muss, das man, um sie in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen, nicht auch das olle Hirn anschalten muss.

Das Album »Migration« von Bonobo findest du bei hhv.de: 2LP, 2LP Deluxe Edition oder CD
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