Music Review | verfasst 30.07.2010
Lloyd Miller & the Heliocentrics
Lloyd Miller & the Heliocentrics
Strut, 2010
Text Simon Segieth
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Redaktion
Cover Lloyd Miller & the Heliocentrics - Lloyd Miller & the Heliocentrics

Nach dem äthiopischen Jazz-Gott Mulatu Astatke holen sich The Heliocentrics die nächste Koryphäe der so genannten Weltmusik an Bord: Lloyd Miller. Während »Mulatu Steps Ahead« noch eher funky war, dennoch weltmusikalische Tendenzen nicht verbergen wollte, so verwandeln sich die Musiker auf »Lloyd Miller & The Heliocentrics« in Jazzer, die neben Größen wie Thelonius Monk oder Charlie Parker in die Analen dieses Genres eingehen und sogar eine neue Schublade eröffnen könnten. An der Schublade, die im Namen irgendwas mit Jazz und Iran tragen müsste, hat Lloyd Miller einen großen Anteil. Der Multi-Instrumentalist entwickelte in seiner Kindheit die Liebe zur Musik seiner Heimat Iran. Diese Veröffentlichung klingt nach ehrlichem Jazz. Kontrabass trifft filigranes Schlagzeug und wird getragen von einem Percussion-Teppich. Lloyd Miller sorgt mit urtümlichen, ethnischen Instrumenten für eine fast psychedelische Ruhe in den Stücken. Neben der traditionellen persischen Ney-Flöte greift Miller unter anderem auch zu einer Oud, zur Hackbrett ähnlichen indischen Santur und einigen anderen exotischen Instrumenten. Ein insgesamt ruhiges, sehr gefühlvolles und dennoch starkes Ethno-Jazz Release auf Strut Records.

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