Music Review | verfasst 09.06.2016
Bruno Spoerri
Langstraße zwischen 12 und 12
Finders Keepers, 2016
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Bruno Spoerri - Langstraße zwischen 12 und 12

Seit 2014 ist Bruno Spoerri auch in Rap-Kreisen bekannt. Damals kam heraus, dass ein Sample seines 1978er-Songs »On The Way« ungefragt in Jay Zs »Versus« verarbeitet wurde. Der US-Star knickte ein, Bruno Spoerri bekam 50 Prozent der Tantiemen. Nicht, dass er das Geld nötig gehabt hätte: seit den frühen 1960er Jahren ist der diplomierte Psychologe einer der wichtigsten Schweizer Jazzmusiker, später experimentierte er mit elektronischer Musik. Daneben komponierte er für Werbung und Film, so auch für Gianni Paggis obskure Dokumentation »Langstraße zwischen 12 und 12« von 1972. Den ironischen und leicht schizophren angelegten Film über Zürichs berühmte Straße, in der sich damals das Rotlichtmilieu anzusiedeln begann, unterlegte Bruno Spoerri mit Klängen inspiriert von Easy Listening, traditioneller griechischer Musik und feinstem Modern Jazz. Ein Song wie »Strip Bar« mutet dabei nicht wie Softporno-Begleitung an, sondern ist vielmehr ein sensibler Modal-Jazz-Track mit E-Bass, Querflöte und betörendem Vibraphon. Dieser Soundtrack ist auch ohne Bewegtbilder ein zeitlos geschmackssicherer Retro-Trip in weniger als 20 Minuten. Und offenbart selbst für Amateur-DJs eine wahre Schatztruhe an brillanten Instrumentalpassagen.

Das Album »Langstraße zwischen 12 und 12« von Bruno Spoerri findest du bei hhv.de: LP
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