Music Review | verfasst 20.07.2016
The Aggrovators
Dubbing At King Tubby’s
17 North Parade, 2016
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover The Aggrovators - Dubbing At King Tubby’s

Ein kurzer Verbraucherhinweis: Wer in den 1990er Jahren die King Tubby-Compilations »Dub Gone Crazy«, »Dub Gone 2 Crazy« und »Dub Like Dirt« erstanden hat, braucht sich die Zusammenstellung »Dubbing at King Tubby’s« eigentlich nicht mehr zu besorgen – sämtliche Stücke auf den drei Titeln finden sich hier noch einmal. Alle anderen dürfen sich freuen, dass sie das Material jetzt gebündelt bekommen können. Das sind immerhin 44 Mixe aus King Tubbys Studio, darunter zahllose Klassiker aus seiner Dub-Hochphase von 1975 bis 1979. Nicht alles stammt von King Tubby selbst, viele Mixe gehen auf Prince Jammy zurück, andere auf Scientist und Prince Philip. Produziert wurden die Stücke von Bunny Lee, der aufgeschlossen war für ausgiebige Studioexperimenten, darunter die Verwendung von Schußgeräuschen als Perkussionsklänge. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit, mit Bunny Lees Houseband The Aggrovators als Lieferanten des musikalischen Basismaterials, lassen keine Wünsche übrig. Tubby und seine Schüler mögen gegenüber seinem großen Konkurrenten Lee »Scratch« Perry vielleicht weniger offenkundig esoterische Neigungen an den Tag gelegt haben. Ihr Umgang mit den Hall- und Echoeffekten beim Reggae-Recycling ist dafür allemal out there genug, um überzeugende Tiefenwirkung zu entfalten. Eigenartig nur, dass The Aggrovators jetzt als Hauptkünstler genannt werden und nicht mehr King Tubby und Kollegen, nach all den Debatten um die »Remixology« scheint da ein eher konservativer Autoren-Ansatz zurückzukehren. Vermutlich steckt auch noch ein Rechtestreit dahinter. Die auf »Dubbing at King Tubby’s« dokumentierte Frühphase der Remix-Kultur jedenfalls hat nichts von ihrer schroffen Schönheit verloren. Hier wird man garantiert vom bloßen Zuhören bekifft.

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