Es gibt Musik, die braucht Nebel, einen dunklen und verschwitzten Club, gepaart mit dieser leichten Anspannung in der Luft, um sich wahrlich entfalten zu können. Wenn aber Mathias Modica aka Kapote an den Decks beginnt, spielt das alles keine Rolle mehr. Der Toy Tonics-Chef, Produzent und DJ kuratiert Tracks, die sich nicht nach dem kalten Berliner Beton anfühlen. Schließt man die Augen, könnte man fast meinen, man sitze auf dem Beifahrersitz eines Cabrios an einem warmen Sommertag, während man italienische Serpentinen herunterfährt, dem Meer entgegen.
Um zu verstehen, was den Sound von Kapote ausmacht, lohnt sich ein Blick zurück in die Vergangenheit, zu seinem früheren Ich. Über anderthalb Jahrzehnte prägte Modica als Munk und Kopf des legendären Münchner Labels Gomma Records die europäische Clubkultur. Munks Ansatz war sowohl eklektisch als auch tief verwurzelt im Post-Punk, No-Wave und Indie-Disco. Fast wie das Gegenstück steht Kapote für Wärme, lebendigen Sound, slappende Bässe und hypnotische Grooves, die aus einer Mischung aus Detroiter Elektro-Funk, New Yorker Garage-House und Chicago House hervorgehen.
Luftiges Urgestein
Dass dieser Sound so tief atmet, liegt auch an Modicas kollektivem Geist. Im Laufe seiner Karriere kollaborierte er mit einer wahnsinnig großen Riege an visionären Künstler:innen von James Murphy über Peaches bis hin zu WhoMadeWho. Nach seinem Umzug in die Hauptstadt hat er sich längst in der Berliner House-Szene etabliert. Als Mastermind hinter Toy Tonics, welches er gemeinsam mit Freunden gründete, formt er von hier aus ein globales Netzwerk.
Auch in seinem Guest Mix schafft Kapote einen Raum, der luftig leicht ist. Mittels Einflüssen aus Italo-Disco und Disco-House-Grooves demonstriert er bestens das Zusammenspiel seiner typischen gestalterischen Gewerke. Statt steriler Monotonie rollen Rhythmen unaufhaltsam vorwärts, während organische Vocal-Loops und jazzige Percussions perfekt ineinandergreifen.


