Jahresrückblick 2020 – Top 20 Compilations

01.12.2020
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Corona: Krise des Körpers, Krise des sozialen Gewebes. Wie zueinander finden wenn das Miteinander gefährdet? Mögliche Antworten auf diese Frage wurden wie immer vor allem von der Musik formuliert, die sich im digitalen Raum zum Cornern traf und nebenbei mit einer Compilation nach der nächsten bewies, dass Solidarität und Zusammenhalt auch dann praktisch weitergedacht werden kann, wenn die Clubs und Kneipen dieser Welt die Rollläden herunterlassen müssen. Neben Werkeinstiegen zu Künstler*innen wie Beverly Glenn-Copeland und Sade sowie DJ-Mixen von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson finden sich deshalb unter den folgenden 20 Schallplatten auch Würdigungen an die Verstorbenen des Jahres, Geschichtslektionen bezüglicher schwarzer britischer Dance-Geschichte und gegenwärtiger traditioneller Musik aus Afrika und dem Underground-Treiben in Japan. Die (fast) ganze Welt schwingt bei 33 1/3 im Gleichklang. Das ist doch was, und sogar sehr viel. Kristoffer Cornils


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Adult Fantasies
Towers Of Silence
Stroom • 2020 • ab 26.99€
Hier kommt einiges zusammen: Zum einen feiert die Zusammenstellung das 21-jährige Bestehen der Offenbacher Clubinstitution Robert Johnson. Gleichzeitig war den Producern bewusst, mit ihren Beiträgen den im Februar verstorbenen Andrew Weatherall als einen der großen Freigeister der Clubkultur zu würdigen. Dem im Namen der Reihe manifestierten hehren Anspruch werden nahezu alle 21 Exclusives der Fünffach-Vinyl-Box vollumfänglich gerecht: Unverzichtbar, lebensrettend, unvergesslich ist so gut wie jeder Track der »Lifesaver Compilation 4. Harry Schmidt

V.A.
Minna Miteru
Morr Music • 2020 • ab 29.99€
Ende des Jahres veröffentlichte das Label Music From Memory seinen 50. Release: »Virtual Dreams: Ambient Explorations In The House & Techno Age 1993-1997«. Allein das wäre schon einige Glückwünsche wert, vor der Compilation selbst darf sich aber auch verneigt werden. Denn die klingt nicht wie eine Zusammenstellung 25 Jahre alter Musik, sondern hochaktuell und ist eine echte Gefahr für heutige Ambient-Musiker, weil sie zeigt, dass ihre ganze Kreativität und das Lob der Journaille nur auf einem schlechten Gedächtnis beruht. Aber die Wieder-holung im richtigen Moment ist ja auch eine Leistung. Zwinkersmiley. Lange Schelte, kurzer Sinn: super Platte! Sebastian Hinz

V.A.
Mogadisco - Dancing In Mogadishu (Somalia '72-91)
Analog Africa • 2019 • ab 30.99€
Als erstes Label überhaupt nimmt sich Analog Africa des popmusikalischen Erbes von Somalia an und gibt Einblick in eine facettenreiche Szene, in der Acts wie Dur-Dur Band oder Omar Shooli ihr originelles, weltoffenes und lebensbejahendes Süppchen aus Afrobeat, Dub & Reggae, Psychedelic und natürlich Disco kochten. »Mogadisco: Dancing In Mogadishu (Somalia ’72-91)« lädt zu einer mental-akustischen (Zeit-)Reise in ein Land, das die meisten nur als Krisengebiet kennen und das auch ohne Reisebeschränkungen nur die wenigsten tatsächlich besuchen würden. Martin Silbermann


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