Review

Fat Freddy’s Drop

Blackbird

The Drop • 2013

Es stirbt jemand, wenn eine Krähe auftaucht. Zumindest behauptete das mal irgendein Film oder Buch. Und vermutlich rieben sich in zahlreichen Redaktionen die Schreiberlinge die Hände beim Anblick vom Cover von Fat Freddy’s Drops neuer Platte»Blackbird«. Das lässt sich doch super die lebhafte Musik gegenstellen, gegen diesen düsteren Vogel vorne drauf. »This universal sound felt by each and everyone, felt by your daughters and your sons. Heartbeat rhythm is the inspiration«, singen die Neuseeländer ja selbst in »Russia«. Aber mal ehrlich: Es wäre doch zu einfach, über eine Krähe in diese Review zu kommen, oder? Eben. Obwohl Fat Freddy’s Drop wohl ein ewiger Geheimtipp der Musikkritik bleiben werden, untermauert ihr drittes Album dieses Status nicht. Denn ihr Sound aus Reggae, Funk, Soul und Dub könnte genauso gut die großen Festivals in Europa beschallen. Der abgefuckte Rhythmus von »Clean The House« geht bestens runter und auch »Never Moving« rollt unweigerlich nach vorne. Die einzelnen Tracks übersteigen da sogar öfters die acht Minuten. Das funktioniert aber, weil sie sich unaufhörlich ins Gedächtnis bohren. Dieser Sound braucht seinen Platz. Doch manchmal beschneiden sich Fat Freddy’s Drop ein wenig mit ihrer Produktion. Die Bläser in »Silver And Gold« könnten viel mehr pumpen und hecheln, doch so versinken sie ein wenig zwischen Beat und elektronischem Gefimmel. Die Lawine von Sound ergreift in solchen Momenten die Atmosphäre einzelner Tracks selbst. Irgendwer muss eben immer dran glauben. Tut »Blackbird« aber keinen großen Abbruch. Einen Geheimtipp ist es trotzdem wert.