Seit rund 20 Jahren baut Hulk Hodn nun schon Beats zwischen »Pornofilmkäse“ und »Zuckerpeitsche« – im Duo, Seite an Seite mit Retrogott, als Huss & Hodn beziehungsweise, später dann, als Retrogott & Hulk Hodn. Dass er in der Zwischenzeit auch jenseits derer Battle-Rap-Erfolgsformel zum gefragten Producer avancierte, verwundert nicht angesichts seiner Stil- und Treffsicherheit beim Diggen und Arrangieren frisch-verstaubten Sample-Materials. Aktuell wandert er mal wieder auf Solopfaden. Und präsentiert nun, nach seiner beim Sichtexot-Imprint Casual Low Grind veröffentlichten LP Sparklez, das Album Limoux, diesmal beim Mutterlabel.
Limoux behält die Hauptingredienzien des Boom-Bap-Klassizismus im Fokus, entfernt sich gleichzeitig aber schnell vom zugrundeliegenden Bild seines Urhebers als Bedroom Producer. Denn alles an Limoux ist luftig und lässig schwungvoll – und nicht zuletzt auch inklusiv, als moderner Neosoul-Entwurf, der während Songwriting-Camps im französischen Limoux entstand. Das Städtchen ist wohl am ehesten für die Pont-Neuf bekannt, einer mittelalterlichen Brücke. Limoux, das Album wiederum, steht für Brückenschläge: Es bezieht eine internationale Riege an Gastmusikern und Vokalisten ein, zu der Wun Two, FloFilz und halfpastseven, die Rapper ovrkast und Cráneo und die Sängerinnen Raelle und Lex Amour gehören.
Das gemeinsame Ergebnis spottet der uninspirierten Beliebigkeit gängiger Lo-Fi-Playlisten. Stattdessen inszeniert es Hulk Hodn endgültig als Smooth Operator – und als Bandleader obendrein.

Limoux

