Review

Julia Holter

In The Same Room

Domino • 2017

»In The Same Room« ist offiziell die erste Veröffentlichung der neuen Label-Reihe Documents aus dem Hause Domino Records Offziell, da es mit Villagers’ »Where Have You Been All My Life?« von Anfang letzten Jahres bereits einen konzeptionellen Vorläufer gab. Besagtes Konzept von Documents könnte man als eine Art Zwitter aus Best-Of- und Konzert-Album bezeichnen, das einen guten Überblick sowohl über das bisherige Schaffen als auch über die Qualität der Performance bieten soll. In heimeliger Studio-Atmosphäre entstanden mit der Unterstützung von Holters begabter Band aus Corey Fogel, Dina Maccabee und Devin Hoff diese Live-Aufnahmen in nur zwei Tagen und ohne jegliche Overdubs. So abgespeckt und unmittelbar funktionieren Julia Holters Songs teilweise sogar besser als in der opulenteren Original-Form. »In The Same Room« schafft eine Intimität, die das letzte Album »Have You In My Wilderness« zumindest in meinen Ohren etwas eingebüßt hatte. Gleichzeitig zeigt sich auch, dass ihre Songs mittlerweile für sich allein stehen können und auch ohne den hochkulturellen Überbau der früheren Werke – die schon mal auf Euripides rekurrierten – nicht (mehr?) bedürfen. Dies alles beweist, dass die Idee von Documents nach Villagers nun auch bei Julia Holter mehr als aufgeht, indem durch die Beschränkungen der Live-Situation das entscheidende Quäntchen Glaubwürdigkeit hörbar wird.

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Julia Holter
In The Same Room Black Vinyl Edition
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