Koreless

Yugen EP

Young Turks • 2013

Koreless scheint es nicht wichtig zu sein, wohin der Song geht, sondern das er geht. Auf seiner neuesten EP verabschiedet sich der Schotte endgültig vom Beat und entscheidet sich für Melodien – solche die nicht im Kopf der Hörers bleiben wollen, sondern gemeinsam mit ihm ins Unbestimmbare driften. Synthies und Vocal-Schnipsel flattern über die Songs; Dadurch, dass Drums, Snares und Hi-Hats fast komplett fehlen, fehlt auch ein Fundament, an das sie sich heften könnten. Dass etwas fehlt, heißt hier nichts schlechtes. Im Gegenteil: So können die Songs zu allen Richtungen ausströmen. Es gibt nichts, das die Schwerkraft verstärkt. Von Ambient ist »Yugen« trotzdem weit entfernt. Die Musik bildet hier keine Fläche, sondern einen Faden, der sich immer weiter zieht, um sich selbst windet, bis er sich auflöst. Koreless pusht seine Songs nicht zur Explosion, sondern erlaubt jedem einzelnen bis zum letzten Funken auszuglühen. Diese erhabenen Synthies haben schließlich auch den Pathos in mir geweckt: Beim Hören fühlte ich mich, als würde ich durch ein Flur ohne Wände wandeln, immer diesen Melodien hinterher, die sich ausdehnen aber nie entfalten. Dann gluckert es kurz, gurgelt es im Untergrund, man scheint endlich ein Ende erreicht haben. Aber es ist nur der nächste Song, der ohne Übergang weiter fließt.

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Koreless
Yugen EP
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