Swarvy

Elderberry

Leaving Records • 2016

Es scheint, als übe Los Angeles eine magische Anziehungskraft auf die kreativen Freigeister der USA aus. Die interne Feier dieses Klassentreffens findet für gewöhnlich unter der Fuchtel von Peanut Butter Wolf statt, zumindest aber kennt man sich dort an der Westküste. Auch Produzent und Multiinstrumentalist Swarvy verzog es zur Synergiengewinnung vor einem halben Jahr von Philadelphia bis an die Westküste. »Elderberry« ist sozusagen die entsprechende Einstandsfeier auf der Stones-Throw-Tochter Leaving Records Zunächst wie ein knackiges Beat Tape, spielt sich die EP vordergründlich in konventionelle Beat-Art-Kataloge. Erst auf den zweiten Blick eröffnen sich die Finessen: Swarvy, der vor allem am Bass Virtuoses zu leisten imstande ist, versteckt eigens eingespielte Riffs in Loops und lässt diese wie Samples rotieren. Andersrum wirken tatsächlich gewählte Samples konsequenterweise – dem Hörfluss dienlich – recht genuin. Das Herzstück des 20-minütigen Kurztrips: die einzigen aufgenommen Vocals, für die UhLife gedanklich Ivan Ave eine »The Days Of Old«-Maxi aus dem Keller holen lässt. »Driftin« scheint neben all dem Halftime-Vibe, zwischen Transzendenz und Highway-Soundtrack seine Daseinsberechtigung zu suchen. Generell wirken die oft kaum 2-minütigen Beats aber sehr handfest. Bleibt zu hoffen, dass Swarvy in Zukunft nicht in der Esoterik seiner neuen Heimat aufblüht. Das würde dem diesmal tatsächlich erfrischenden Oldschool einen Abbruch tun.

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Swarvy
Elderberry
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