The Deadstock 33s

The Pilgrim’s Ghost

Gomma • 2013

Die Songs klingen hölzern und leer und hinter den Beats drängt sich nichts auf, was zu entdecken sich lohnen würde. Das Urteil ist deswegen bitter, weil Justin Robertson – von dessen Beats hier die Rede ist – ein verdienter Musiker ist. Sowohl unter seinem eigenen Namen als auch unter seinen Pseudonymen hat er sich v.a. in den Neunzigern mit Remixen für Björk, Talk Talk oder The Chemical Brothers einen Namen gemacht. Gomma-Betreiber Mathias Modica war schon immer ein großer Fan des Remixers, der als DJ und Radiomoderator ebenfalls Erfolge feiert und holte ihn deswegen zu seinem Label. Dort veröffentlicht er nun als The Deadstock 33s zum ersten Mal seit zwölf Jahren ein Album. Doch wie so oft für einen Mann, der schon 1992 elektronische Musik veröffentlicht und auflegt, scheint es auch für Justin Robertson inzwischen eine Herausforderung zu sein, nicht am Zeitgeist vorbei zu produzieren. Bei »The Pilgrim’s Ghost« ist das aber teilweise genau so. Die elf Songs gehen spurlos an einem vorbei. Zwischendurch horcht man kurz auf, weil man diese Acid-Line oder diesen Disco-Loop wieder zu erkennen meint. Flugs ist das Album durch, ohne selbst was davon mitgenommen zu haben. Robertson schafft es weder zeitlos zu sein – wenn er schon nach eigener Aussage lang genug Musik macht »to put aside any notion of genre or fashion« – noch gute Songs für »The Pilgrim’s Ghost« zu produzieren. Es ist unheimlich traurig so etwas festzustellen, gerade wenn jemand bei so vielen Menschen eine Art Heldenstatus genießt. Doch ich sage es besser spät als nie: Das Pulver ist verschossen.