Review

Various Artists

Disco Love Vol.3

BBE Records • 2013

Ist mit dem Namen die Hingabe zur (Be-)Gattung gemeint oder doch eher die Liebe, die diese Musik unter ihren Anhängern entfacht hat? Glaubt man den Legenden, die es aus den loftigen Höhen David Mancuso‘s Thronsaals in die Reihen Normalsterblicher geschafft haben, dann haben wohl beide Definitionen gleichermassen Geltung. Zwar mögen die Bedürfnisse sehr verschieden sein, die ein jeder mit dem Konsum von Musik zu befriedigen versucht. Beim Ausgehen allerdings ist sie, gestern wie heute, nur Mittel zum Zweck und zielt auf eine viel universellere Befriedigung ab. Tanz ist nunmal das effektivste Vorspiel zur schönsten Sache der Welt. Und entlehnt man den Namen eines Musikstils dem Begriff für moderne Tanztempel, dann wird die Absicht mehr als deutlich. Da ist es fast schon obligat, dass jeder offensichtlichen Hook in der Musik eine einvernehmlichere »Hook-Up-Line« im Text einhergeht, die, der Klarheit treu bleibend, von einem unaufhaltsamen Boom-Clap Rhythmus begleitet werden. Demselben Rezept hat House-Musik ihren um sich greifenden Erfolg zu verdanken. So fühlen sich in der Disco Musik auch Retro- und Vintageliebhaber wie visionäre Zukunftsmusiker zu Hause, stellt Sie doch den Knotenpunkt zwischen damaligen und heutigen Feiergelagen dar. Für alle die, die ihren City-Guide nach den Begriffen wie »deep«, »soulful« und »funky« für ihre nächste Tanzwutimpfung durchforsten. Eine adäquatere Behandlung, als die durch die vorliegende Platte verabreichte, findet man in modernen Generika nur schwerlich.