Wild Beasts

Present Tense

Domino • 2014

Die Band Wild Beasts aus dem englischen Kendal bleibt mit ihrem vierten Album auf Kurs und setzt der teilweise recht machistischen Indieszene Großbritanniens weiterhin ihre flamboyanten Klänge entgegen. Noch reduzierter und kantiger als die Vorgänger, kommen auf »Present Tense« hauptsächlich ungewöhnlich trockene Synthiemelodien zum Einsatz, Funk-Gitarren erklingen nur noch abgedämpft und an wenigen Stellen. Somit erinnert das kühle Klangbild zuweilen an »WIXIW« der Liars oder an Yeasayer nach deren Hinwendung zur Elektronik. Alleinstellungsmerkmal bleibt aber der wunderbar austarierte Doppelgesang von Hayden Thorpe (Falsett) und Tom Fleming (Bariton), der so untypische Ohrwürmer wie die hervorragende erste Single »Wanderlust« (mitsamt etwas unrund laufenden 6/8-Beats) krönt. Der spröden und transparenten Produktion werden ebenso direkt benennende statt wie bisher eher lyrische Texte zur Seite gestellt, die durchaus auch mal politisch (»they’re solemn in their wealth, we’re high in our poverty« aus »Wanderlust«) und kämpferisch (»all the pretty children sharpening their blades« in »Daughters«) sein können. Allerdings werden diese oftmals auch gleich relativiert oder irritierend gebrochen: »Don’t confuse me with someone who gives a fuck« bzw. »Jesus was a woman« heißt es etwas später in den obigen Beispielen. Größtenteils überwiegen jedoch die Texte, die von der Sehnsucht nach Liebe handeln. Wild Beasts haben somit ihre Nische zwischen Wut und Zärtlichkeit gefunden.

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Wild Beasts
Present Tense Deluxe Edition
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