Diese Kombination gab es kürzlich erst so ähnlich: Schon OKO DJ brachte auf ihrem grandiosen Album As Above, So Below – Anspieltipp: »Formentera« – dumpfe Low-End-Frequenzen, aufgekratzten Autotune-Gesang und ein Faible für unerwartete Wendungen zusammen. Beim Amsterdamer Trio Devon Rexi und dem Briten John T. Gast weichen die Subtilitäten, die das Album der Französin auszeichneten, aber einem überschäumenden Spektakel aus Verzerrung, Verfremdung und Aggression. Das Studio musiziert eifrig mit. Heraus kommt ADHS-Feuilletonmusik für Menschen mit Sound-Fetisch, die in einem Track nicht genug Ideen platziert haben können. Die vollumfängliche Überfrachtung ist eine lustvolle. Im koordinierten Chaos finden sich stets genug Anhaltspunkte, um nicht völlig abzudriften.
In »Flash Flute« prasselt orientalisches Schlagwerk der titelgebenden Flöte hinterher. »Mashrub« beginnt mit einem schwer synkopierten Dubstep-Beat, der nicht lange nackt bleibt, sondern von geifernden Vocals, greller Instrumentierung und elektrifiziertem Schmirgelpapier wundgescheuert wird. Der Titeltrack wendet sich der Soundsystemkultur zu und hallt gleichzeitig von nah und fern. Ein selbstgenügsames Kopfnicken für die Heads, gleichzeitig eine Musik, die tatsächlich für sich beanspruchen kann, zumindest so etwas Ähnliches wie neu zu sein. Alles kann, alles muss. Die Frage bei diesem Album ist nicht »ob«, sondern »wann«.

Breathstep