»In the beginning everything was sort of very formalised, but this all now growing into closer and closer relation«, sinniert Alexander Holm in »Pilot«, dem knapp elfminütigen Zentrum seines Albums Dial / Head Stroll, und gibt damit gleichzeitig einen Einblick in sein Musikverständnis. Seine Musik verfolgt keine unmittelbar erkennbare Logik, noch scheint sie auf ein bestimmtes Ziel hinauszulaufen. Sie existiert einfach, in ihrer ursprünglichsten Daseinsform: als Kommunikationsmittel, als akustisches Gedächtnis, als modulare Spielweise.
In »Pilot« entsteht ein Dialog zwischen apathischer Alltagsdichtung und dem tiefen Klang eines Cellos, dessen hölzernes Brummen sich unaufhörlich selbst wiederholt. Im Hintergrund klimpern zarte, kaum hörbare Klaviertöne ziellos vor sich hin. All diese Momente und Frequenzen sind in eine kaum definierbare, eng vernetzte Fläche aus starrem Rauschen eingebettet, das sich konstant verschiebt und übersetzt.
Holm entbindet die musikalischen Versatzstücke ihrer kollektiven Funktion, lässt sie für sich stehen oder manipuliert sie, bevor sie in eine akustische Leere laufen.Aus Musique concrète, elektroakustischer Miniatur und einem avantgardistischen Verständnis barocker Form entsteht eine Intimität, die trotz – oder gerade wegen – des experimentellen Zugangs zuweilen an Arthur Russell erinnert. Die Faszination dieser Klangverarbeitung entsteht aus dem freien Wechselspiel von klanglichem Purismus und Verfremdung, wobei die eröffneten Leerstellen einen Resonanzraum schaffen.

Dial / Head Stroll