Music Kolumne | verfasst 12.10.2019
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Text Christoph Benkeser
Records_revisited_mos-def---black-on-both-sides_1024x685px

Die Baggy von Puff Daddys Shiny Suit hängt auf halbmast, Biggie Smalls ist zwei Jahre tot und Gangsta-Rap übersprayt die verblichenen Tags der Boom Bap-Ära. 1999 steht Hip-Hop in den USA an der Kippe. Während sich das Geschäft mit Texten über Drive-by-Shootings, Fuffis im Club und der eigenen Schwanzverlängerung zum Big Business an East- und West-Coast entwickelt, wird in den Bedroom-Studios der Atlantikküste an einem Sound gehobelt, der nicht mit abgesägten Schrotflinten in der Gegend herumballert, sondern sich von der Straße in den Seminarraum für Cultural Studies prügelt. Die geistigen Kinder der Native Tongues Posse bilden dort eine Gemeinschaft, die sich um neue Labels wie Rawkus schart – eine Keimzelle der Underground-Kultur in New York, die dem kommerziellen Ausverkauf den Mittelfinger ins Gesicht streckt, um ihm mit Mos Defs Debütalbum »Black On Both Sides« den Finger ins Nasenloch zu bohren.

Gefragt ist die feine Klinge, kein Geschwafel über tiefergelegte Karren und knappe Bikinis. Es geht um politischen Rap, der anspruchsvolle Themen so rüberbringt, dass er sich im Mainstream einbunkert, um gleichzeitig mit mehrdeutigen Reimen und Wu-Tang-Flow bei Backpack-Rappern die Synapsen anzufeuern. Mos Def weiß, was gemeint ist. Er kennt »die Straße«, wächst in einer Sozialsiedlung in Brooklyn auf. Neben Polizeigewalt. Neben billigem Crack. Neben Gangkriminalität – und vor allem innerhalb einer Welt sozialer Ungleichheit, die zu all diesen Problemen führt. Mos Def, der 1973 als Dante Terrell Smith zur Welt kommt, checkt die Zusammenhänge. Er sieht die Vergangenheit seiner Eltern, seine Gegenwart – spekuliert über die Zukunft. Mit neun Jahren schreibt er seinen ersten Text. Später tritt er im Schultheater auf, konvertiert zum Islam, wird Schauspieler.

Mit »Black on Both Sides« steigt Mos Def zum Heilsbringer einer ganzen Hip-Hop-Generation auf, weil es die Leute sowohl als Hommage an den Sound von A Tribe Called Quest, aber auch als kritisches Statement für Empowerment der Schwarzen hören.

Mos Def, sein Name leitet sich von most definitely ab, verdient Kohle als Sidekick von Bill Cosby. Er bekommt Rollen in Sitcoms, spielt neben Michael Jackson in einem Kurzfilm mit. Zur gleichen Zeit taucht er immer tiefer in die HipHop-Szene von New York ein. Mit Auftritten in Singles von De La Soul und Da Bush Babees kritzelt er 1996 zwei fette Ausrufezeichen hinter seinen Namen. Das gerade erst gegründete Rawkus schiebt mit der Kohle von Milliardärssohn James Murdoch einen druckfrischen Vertrag rüber. Die Karriere schnellt nach oben wie der Lautstärkeregler am Verstärker. Mos Def stößt auf Talib Kweli. Die beiden verstehen sich gut. Als Black Star sorgen sie für Heat im Underground. Und als Mos Def ankündigt, dass er 1999 seine erste Soloplatte veröffentlichen wird, dreht sich der Zeitgeist-Scheinwerfer für einen Moment vom Glitzer-Mainstream hin zum vermeintlichen Straßenköter.

Mit »Black on Both Sides« steigt Mos Def zum Heilsbringer einer ganzen Hip-Hop-Generation auf, das Album wird zum Instant Classic – weil es die Leute sowohl als Hommage an den Sound von A Tribe Called Quests »Midnight Marauders« aber auch als kritisches Statement für Empowerment der Schwarzen und gegen White Supremacy hören. »Ich wollte die Leute mit meinen Texten nicht verarschen. Ich habe einfach nur die Wahrheit gesagt«, erzählt Mos Def in einem Interview. Für ihn ist klar, dass er damit nicht den größten Erfolg einfahren würde. Mos Def scheißt aufs Geld, auf Fame und auf Goldketten-Credibility. Er will den Fokus auf politische Themen lenken. »Teil jeder afrikanisch beeinflussten Musik ist es zu heilen, Freude auszustrahlen und positive Vibes herzustellen«, sagt Mos Def und meint: »Ich sehe mich da in der Tradition von Coltrane, Marley und Hendrix.«

Schwarze Künstler:innen wie Jimi Hendrix, Bo Diddley und Nina Simone huldigt Mos Def im Song »Rock n Roll«. Für ihn sind sie die Geister der Vergangenheit, die in diesem Song ihr Erbe gefunden haben. Elvis Presley habe keinen Soul gehabt, rappt Mos Def. Und die Rolling Stones – »they ain’t come up with that shit on they own.« Es waren Schwarze, die den Stein ins Rollen brachten. Bis Weiße daraus ein Geschäft gemacht haben. Mos Def spricht das an. Nüchtern. Mit Flow. Dann schmeißt sich der Song in die Menge. Der Beat ist Weg. Das Schlagzeug ballert. Punk! »All towns get your punk ass up! / Rock and roll for the black people«.

Wäre »Black On Both Sides« 2019 erschienen, Mos Def ließe die Gucci-Gangs und Prada-Poser ihre Rainbow-Grillz zerkauen.

Mos Def dreht das Ventil auf. Die Wut strömt raus. Nach vierzig Sekunden Krach lässt er sich in die Arme von Talib Kweli fallen. Wieso ins Mikro brüllen und das Crossover-Gemetzel von Korn und Limp Bizkit mit Punk-Rock verhöhnen, wenn die Leute auch zuhören, wenn man die Truhe zum Sprachschatz mit Reimen öffnet? Das Ende von »Rock n Roll« bleibt der einzige wahrnehmbare Wutausbruch auf einem Album, das explosiven Stoff für zwei Dutzend politische Langstreckenrakten in sich trägt.

»Do It Now« ist, mit Busta Rhymes auf dem Beifahrersitz, ein subtiler Aufruf, sich mit der Geschichte der Black Power-Bewegung auseinanderzusetzen. Auf »Mathematics« jongliert Mos Def mit Zahlen über eine Hook, die DJ Premier von Gang Starr zu einem Sample-Paradies aus Ghostbusters-trifft-auf-Snoop-Dogg-trifft-auf-James-Brown-Schnippseln verscratcht. Def predigt Straßenmathematik, um Afroamerikaner_innen zu ermutigen, sich nicht mit rassistisch motivierten Statistiken verarschen zu lassen. Und selbst wo klassischer Battle-Rap (»Speed Law) in eine Liebesgeschichte aus Schwarzer Perspektive (»Ms. Fat Booty«) übergeht, poliert Mos Def keine Schlagringe. Er zielt auf den Kopf – mit Texten, die nach 20 Jahren immer noch Sinn machen.

Mos Def – Black On Both Sides (1999)Webshop ► Vinyl 2LP Wäre »Black On Both Sides« 2019 erschienen, Mos Def ließe die Gucci-Gangs und Prada-Poser ihre Rainbow-Grillz zerkauen. Das Album ist politischer als Commons »Conscious«-Klassiker »Like Water For Chocolate« und zerlegt die Versprechungen des American Dreams mit mehr Genuss als »To Pimp A Butterfly« von Kendrick Lamar. Mos Def klang 1999 nach einer Versprechung. Nach einem Ausblick – in eine Zukunft, in der Schwarze gleichberechtigt neben Weißen leben. Was ist daraus geworden?


»Black On Both Sides« von Mos Def findest du im Webshop von HHV Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Bericht | verfasst 23.04.2013
Yasiin Bey (Mos Def)
Live am 18.4. in der Muffathalle in München
Seit 20 Jahren ist Mos Def ein HipHop-Künstler, der sich und gleichzeitig auch sein Genre immer wieder neu erfindet. In diesem Tagen tourt er unter seinem neu gewählten Künstlernamen Yasiin Bey durch Deutschland. Wir waren in München dabei.
Music Review | verfasst 18.06.2007
Mr. J Medeiros
Of Gods And Girls
Auf seinem ersten Soloversuch erinnert Mr.J.Medeiros textlich an Lupe Fiasco und schafft nebenbei ein jazzy und entspanntes Hip Hop Album.
Music Review | verfasst 29.10.2007
Hezekiah
I Predict a Riot
Exquisit gechoppt und erlesene Samples, soulgeschwängert, souverän und smooth. »I Predict a Riot« von Hezekiah ist gekonnt und passend!
Music Review | verfasst 05.09.2007
Panacea
The Scenic Route
Nachdem der Vorgänger »Ink my Drink« und die Zusammenarbeit mit Rawkus bereits mittelgroße Wellen schlug, folgt nun »The Scenic Route«
Music Porträt | verfasst 07.07.2007
Talib Kweli
Mehr Intellekt als Kohle
Die Karriere von Talib Kweli Greene ist die Geschichte eines Rappers, der sich in seiner zugeteilten Rolle nie richtig wohl gefühlt hat, daraus aber auch nicht immer die richtigen Konsequenzen zog.
Music Kolumne | verfasst 11.02.2015
Records Revisited
Beastie Boys‘ Paul’s Boutique, 1989
Das zweite Album der Beastie Boys gilt als eines der innovativsten Hip Hop-Alben und ist doch vor allem ein Produkt des Chaos’. Zugleich ist es der unschlagbare Beweis dafür, dass die Musikindustrie niemals Recht hat.
Music Kolumne | verfasst 12.05.2015
Records Revisited
Run-DMC - Run-DMC, 1984
Es gibt wenige Alben, die echte Game Changer gewesen sind. Run-DMCs selbstbetiteltes Debütalbum aus dem Jahre 1984 war so eines. Es brach mit Traditionen und brachte Rap zurück zu sich selbst.
Music Essay | verfasst 11.11.2015
Records Revisited
IAM's »Ombre Est Lumiere«, 1993
IAM sind weit mehr als Frankreichs dienstälteste und erfolgreichste Rap-Formation. Sie sind die großen Poeten des französischen Rap, die historische Verbindung Europas zur arabischen Kultur und ein erinnerndes Gewissen.
Music Kolumne | verfasst 24.03.2017
Records Revisited
The Notorious B.I.G. – Life After Death (1997)
Morgen wird Biggies »Life After Death« zwanzig Jahre alt. Ein bahnbrechendes Album. Vor allem weil es damals auf tragische Weise mit einer dem HipHop inhärenten fixen Idee brach.
Music Kolumne | verfasst 02.03.2018
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne | verfasst 17.05.2018
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Kolumne | verfasst 22.08.2018
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Kolumne | verfasst 22.02.2019
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Kolumne | verfasst 01.03.2019
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Kolumne | verfasst 19.04.2019
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Kolumne | verfasst 20.04.2019
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne | verfasst 29.06.2019
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Kolumne | verfasst 28.03.2020
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2020
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Kolumne | verfasst 25.04.2020
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne | verfasst 13.06.2020
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.