Music Kolumne | verfasst 12.10.2019
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Text Christoph Benkeser
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Die Baggy von Puff Daddys Shiny Suit hängt auf halbmast, Biggie Smalls ist zwei Jahre tot und Gangsta-Rap übersprayt die verblichenen Tags der Boom Bap-Ära. 1999 steht Hip-Hop in den USA an der Kippe. Während sich das Geschäft mit Texten über Drive-by-Shootings, Fuffis im Club und der eigenen Schwanzverlängerung zum Big Business an East- und West-Coast entwickelt, wird in den Bedroom-Studios der Atlantikküste an einem Sound gehobelt, der nicht mit abgesägten Schrotflinten in der Gegend herumballert, sondern sich von der Straße in den Seminarraum für Cultural Studies prügelt. Die geistigen Kinder der Native Tongues Posse bilden dort eine Gemeinschaft, die sich um neue Labels wie Rawkus schart – eine Keimzelle der Underground-Kultur in New York, die dem kommerziellen Ausverkauf den Mittelfinger ins Gesicht streckt, um ihm mit Mos Defs Debütalbum »Black On Both Sides« den Finger ins Nasenloch zu bohren.

Gefragt ist die feine Klinge, kein Geschwafel über tiefergelegte Karren und knappe Bikinis. Es geht um politischen Rap, der anspruchsvolle Themen so rüberbringt, dass er sich im Mainstream einbunkert, um gleichzeitig mit mehrdeutigen Reimen und Wu-Tang-Flow bei Backpack-Rappern die Synapsen anzufeuern. Mos Def weiß, was gemeint ist. Er kennt »die Straße«, wächst in einer Sozialsiedlung in Brooklyn auf. Neben Polizeigewalt. Neben billigem Crack. Neben Gangkriminalität – und vor allem innerhalb einer Welt sozialer Ungleichheit, die zu all diesen Problemen führt. Mos Def, der 1973 als Dante Terrell Smith zur Welt kommt, checkt die Zusammenhänge. Er sieht die Vergangenheit seiner Eltern, seine Gegenwart – spekuliert über die Zukunft. Mit neun Jahren schreibt er seinen ersten Text. Später tritt er im Schultheater auf, konvertiert zum Islam, wird Schauspieler.

Mit »Black on Both Sides« steigt Mos Def zum Heilsbringer einer ganzen Hip-Hop-Generation auf, weil es die Leute sowohl als Hommage an den Sound von A Tribe Called Quest, aber auch als kritisches Statement für Empowerment der Schwarzen hören.

Mos Def, sein Name leitet sich von most definitely ab, verdient Kohle als Sidekick von Bill Cosby. Er bekommt Rollen in Sitcoms, spielt neben Michael Jackson in einem Kurzfilm mit. Zur gleichen Zeit taucht er immer tiefer in die HipHop-Szene von New York ein. Mit Auftritten in Singles von De La Soul und Da Bush Babees kritzelt er 1996 zwei fette Ausrufezeichen hinter seinen Namen. Das gerade erst gegründete Rawkus schiebt mit der Kohle von Milliardärssohn James Murdoch einen druckfrischen Vertrag rüber. Die Karriere schnellt nach oben wie der Lautstärkeregler am Verstärker. Mos Def stößt auf Talib Kweli. Die beiden verstehen sich gut. Als Black Star sorgen sie für Heat im Underground. Und als Mos Def ankündigt, dass er 1999 seine erste Soloplatte veröffentlichen wird, dreht sich der Zeitgeist-Scheinwerfer für einen Moment vom Glitzer-Mainstream hin zum vermeintlichen Straßenköter.

Mit »Black on Both Sides« steigt Mos Def zum Heilsbringer einer ganzen Hip-Hop-Generation auf, das Album wird zum Instant Classic – weil es die Leute sowohl als Hommage an den Sound von A Tribe Called Quests »Midnight Marauders« aber auch als kritisches Statement für Empowerment der Schwarzen und gegen White Supremacy hören. »Ich wollte die Leute mit meinen Texten nicht verarschen. Ich habe einfach nur die Wahrheit gesagt«, erzählt Mos Def in einem Interview. Für ihn ist klar, dass er damit nicht den größten Erfolg einfahren würde. Mos Def scheißt aufs Geld, auf Fame und auf Goldketten-Credibility. Er will den Fokus auf politische Themen lenken. »Teil jeder afrikanisch beeinflussten Musik ist es zu heilen, Freude auszustrahlen und positive Vibes herzustellen«, sagt Mos Def und meint: »Ich sehe mich da in der Tradition von Coltrane, Marley und Hendrix.«

Schwarze Künstler:innen wie Jimi Hendrix, Bo Diddley und Nina Simone huldigt Mos Def im Song »Rock n Roll«. Für ihn sind sie die Geister der Vergangenheit, die in diesem Song ihr Erbe gefunden haben. Elvis Presley habe keinen Soul gehabt, rappt Mos Def. Und die Rolling Stones – »they ain’t come up with that shit on they own.« Es waren Schwarze, die den Stein ins Rollen brachten. Bis Weiße daraus ein Geschäft gemacht haben. Mos Def spricht das an. Nüchtern. Mit Flow. Dann schmeißt sich der Song in die Menge. Der Beat ist Weg. Das Schlagzeug ballert. Punk! »All towns get your punk ass up! / Rock and roll for the black people«.

Wäre »Black On Both Sides« 2019 erschienen, Mos Def ließe die Gucci-Gangs und Prada-Poser ihre Rainbow-Grillz zerkauen.

Mos Def dreht das Ventil auf. Die Wut strömt raus. Nach vierzig Sekunden Krach lässt er sich in die Arme von Talib Kweli fallen. Wieso ins Mikro brüllen und das Crossover-Gemetzel von Korn und Limp Bizkit mit Punk-Rock verhöhnen, wenn die Leute auch zuhören, wenn man die Truhe zum Sprachschatz mit Reimen öffnet? Das Ende von »Rock n Roll« bleibt der einzige wahrnehmbare Wutausbruch auf einem Album, das explosiven Stoff für zwei Dutzend politische Langstreckenrakten in sich trägt.

»Do It Now« ist, mit Busta Rhymes auf dem Beifahrersitz, ein subtiler Aufruf, sich mit der Geschichte der Black Power-Bewegung auseinanderzusetzen. Auf »Mathematics« jongliert Mos Def mit Zahlen über eine Hook, die DJ Premier von Gang Starr zu einem Sample-Paradies aus Ghostbusters-trifft-auf-Snoop-Dogg-trifft-auf-James-Brown-Schnippseln verscratcht. Def predigt Straßenmathematik, um Afroamerikaner_innen zu ermutigen, sich nicht mit rassistisch motivierten Statistiken verarschen zu lassen. Und selbst wo klassischer Battle-Rap (»Speed Law) in eine Liebesgeschichte aus Schwarzer Perspektive (»Ms. Fat Booty«) übergeht, poliert Mos Def keine Schlagringe. Er zielt auf den Kopf – mit Texten, die nach 20 Jahren immer noch Sinn machen.

Mos Def – Black On Both Sides (1999)Webshop ► Vinyl 2LP Wäre »Black On Both Sides« 2019 erschienen, Mos Def ließe die Gucci-Gangs und Prada-Poser ihre Rainbow-Grillz zerkauen. Das Album ist politischer als Commons »Conscious«-Klassiker »Like Water For Chocolate« und zerlegt die Versprechungen des American Dreams mit mehr Genuss als »To Pimp A Butterfly« von Kendrick Lamar. Mos Def klang 1999 nach einer Versprechung. Nach einem Ausblick – in eine Zukunft, in der Schwarze gleichberechtigt neben Weißen leben. Was ist daraus geworden?


»Black On Both Sides« von Mos Def findest du im Webshop von HHV Records.

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