Music Kolumne | verfasst 08.07.2020
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Text Florian Aigner

Run The Jewels – RTJ4Vinyl 4LP Das beste und schlimmste am neuen Album von Run The Jewels ist eigentlich, dass insbesondere Killer Mikes Verse so unbequem aktuell sind wie sie es schon mindestens dreimal zuvor waren. Trotzdem schwingt beim vierten RTJ-Album nun aber die feste Hoffnung mit, dass tatsächlich auch jemand zuhört, anstatt zum tausendsten Mal El-Ps überrragende Produktion zu loben oder sich erfreut über ein DJ Premier-Feature zu wundern.
 

Future high off lifeVinyl 2LP Dass man von Future außerhalb seiner Mask-On-Kampagne auch dieses mal wieder relativ wenig gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge erklärt bekommt, verwundert hingegen niemanden. Wäre auch seltsam, besteht doch Futures Kernkompetenz in gnadenlosem Egozentrismus. »High Off Life« erhält also ebenfalls den selben unreliablen, emotional instabilen Ich-Erzähler, den Future vor fast einem Jahrzehnt erschaffen hat, nur dass er 2020 noch ein wenig verlorener in dieser Welt wirkt als zuvor. Ähnliches gilt im Übrigen auch für das neue Gunna Album, wohingegen die – ebenfalls bisher nicht physisch erschienenen – Alben von Pop Smoke und Freddie Gibbs dieses bizarre Jahr wesentlich weitsichtiger erfassen.
 

Haftbefehl – Das Weisse AlbumVinyl 2LP Ein neues Album von Haftbefehl ist hierzulande immer noch ein Erdbeben, obwohl man merkt, dass die intellektuelle Verwurstung von Haftis bisherigem Werk weitgehend abgeschlossen war nach »Russisch Roulette«. »Das Weiße Album« fällt nun also in eine Phase, in der Haftbefehl eigentlich um nichts mehr kämpfen muss und seine linguistische Kanonisierung für Masterarbeiten 2028 weitgehend schon durchgewunken wurde. Das ist fast ein bisschen schade, denn auch hier rappt Haft wie kein zweiter hierzulande, auch hier pickt Haftbefehl ausschließlich Beats, die Honda Civics reihenweise in die Knie zwingen werden, auch hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien.
 

hpshawty greatest hitsVinyl LP Intellektuell überschaubar dann hingegen das, was sich aus »Greatest Hits 2018-2019 Vol.1« ziehen lässt. Hpshawty choppt sich hier 18x durch Memphis-Throwbacks, streift G-Funk und ATL und rotzt noch zwei Ghetto House Skizzen hinterher. Natürlich ist das sehr Soundcloud anno 2016, aber mit 150er 808-Brettern und wild zusammengeklauten Tape-Vocals kriegste mich trotzdem immmer.
 

Arca – KiCk iVinyl LP Zu Arca werden wir uns sprechstündlich sehr bald noch ausführlicher äußern, aber was bei »kiCk i« sofort auffällt, ist diese unglaubliche Macht von Musik als Befreiungsschlag, sowohl in identitätsformierender Form, als auch in Sachen Sound-Design. Arcas Album ist auf voller Länge ein grell enthusiastisches Pop-Album, nachdem das vorangegangene Soundcloud-Loosie in atemberaubender Art und Weise Deconstructed Club als Ordnungsgröße für Arca eventuell final verabschiedet hat. Das kann so vielleicht nur noch Charli XCX.
 

nahash flowersVinyl 2LP Alles auf SVBKVLT ist wild. Was auf dem Shanghaier Label gemacht wird, erinnert teilweise an Großbritannien Anfang der Neunziger, eine subversive, laute Unterminierung gängiger Club-Klischees. Im Falle von Nahash heißt das konkret: Amen-Breaks treffen auf Kelman Duran’schen Dembow, Gabber Kickdrums schmugglen sich in Dancehall-Patterns, die Dekonstruierung des Clubs erschöpft sich nicht in plakativen Rihanna-Samples sondern ätzt und schnaubt, jede Aussicht auf Hedonismus fix ertränkt in verzerrten Smog-Flächen. »Flowers Of The Revolution« ist ein fieses Album, aber eines, das mit dem finalen Remix von DJ Plead dann doch noch die Hoffnung einlöst, der Club könnte als Endorphin-Quelle dieses Jahr überleben.
 

Azu Tiwaline – Draw Me A SilenceVinyl 2LP Das bisher beste Tanzmusik-Album des Jahres kommt jedoch völlig überraschend von Azu Tiwaline, die auf »Draw Me A Silence« eine unglaubliche Balance findet zwischen polyrhythmischer Klaustrophobie und der ausladenden Weite von Dub. Es ist aus gutem Grund seit März everyones Lieblingsüberlegung geworden die Sinnhaftigkeit, Tanzmusik für Wohnzimmer zu produzieren, in Frage zu stellen, aber dieses Album ist vollkommen losgelöst von Körperkontakt ein verdammtes Meisterwerk.
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV Records


katatonic silentio prisonerVinyl LP Katatonic Silentios Album ist literally umgeben von einem Drahtkäfig und Kabelbinder, wer hier die Metaphorik deuten möchte, kann gerne den Holzhammer auspacken. Ich würde mich derweil darauf beschränken zu konstatieren, dass »Prisoner Of The Self« (na, get it?) ein ähnlich unbequemes, dissoziatives und dystopisches Club-Album ist wie das von Nahash, auch hier nur aufgebrochen von wenigen, dafür aber umso pointierteren funktionalen Momenten.
 

Nídia – Nao Fales Qua A MentesVinyl LP Es gibt Zitate von Nidia, die ihre Musik besser beschreiben als ich es je könnte, insbesondere hinsichtlich dessen, was Musik außerhalb von gefälliger Pärchendynamik leisten soll, aber auch mit dem Gefühl mal wieder von einer Principe-Platte komplett überwältigt worden zu sein, lässt es sich doch hier als Cop-Out einigermaßen arbeiten.
 

Nihiloxica – KaloliVinyl 2LP Über Nihiloxica habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben, Kollege Cornils ebenso. Dementsprechend: worauf wartet ihr noch?
 

boof rebirthVinyl 2LP Weiter mit Maurice Fulton, der als Boof traditionell seine wahnsinnigsten Platten macht, die nicht auf den Namen Syclops hören. »Rebirth Of Gerberdaisy« ist dann aber das bisher quietschigste Boof-Album, inklusive dem ein oder anderen potentiellen Gerd Janson Staple, dennoch wäre Fulton nicht Fulton, wenn zwischen Slapbass und lauten House-Claps nicht noch Platz für allerlei Schabernack wäre.
 

omar s fuck resident advisorVinyl 2LP Das neue Omar-S Mini-Album heißt »Fuck Resident Advisor«. Ihr hattet Titel + Cover alle mindestens achtmal in euren IG-Stories und natürlich könnte man sich an dieser Stelle treffend darüber streiten, ob RA als Feindbild die ideale Wahl ist, aber die Stärke von Omar-S bestand ja nun schon immer darin Diskussionen überhaupt nicht zuzulassen. Dementsprechend gibt es auch hier wieder sechs klassische Tracks, die zu jedem Zeitpunkt in den letzten 15 Jahren hätten entstehen können und je nach Dichte der eigenen FXHE-Sammlung mehr oder weniger essentiell sind. Die neuen Alben von Moodymann und Theo Parrish bieten dafür wesentlich mehr Reibung an, aber Omar-S ist ein Uhrwerk, kein Dozent.
 

divine interfaceVinyl LP »Seeking Arrangement« bedient sich unterdessen entspannt zu gleichen Teilen bei Aux88 und Prince, die Club-Erfahrung von Divine Interface wird hier in lasziven 808-Midtempo-Electro übersetzt, stellenweise eingebettet in verschnörkelte Melodien, aber auch jede Menge Booty-Bass. Das Album, das Seven Davis Jr. vor vier Jahren hätte machen sollen.
 

peter graf york expeditionVinyl LP Ich hasse es inständig über Platten von Freunden zu schreiben, deswegen traue ich mich jetzt auch nicht in vollem Umfang »Expedition Bahn« von Peter Graf York überschwänglich zu loben. Das ist natürlich total dumm, weil das eine total gute Platte ist, die eigentlich sogar am besten wirkt, wenn man sie nicht mit kruden Genre-Spoilern vorentlastet.
 


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pretty sneakyVinyl 2LP Einfacher wird’s, wenn man über die Plattenurheber einfach gar nichts weiß. Pretty Sneaky bleibt/bleiben (?) ein unbeschriebenes Blatt, auch im Albumformat auf Mana. Besser noch als auf den diversen White Label Maxis wird hier einmal alles zwischen schwerstgebluntetem Ambient, Chain Reaction, zartem House und subbassigen gebrochenen Beats auf vier Endlosstücke verteilt und ich Kleingeist hoffe insgeheim, dass da nicht doch irgendwie der Jaar dahintersteckt. Dann wäre nämlich eine Entschuldigung fällig.
 

jay glass dubs gorillaVinyl LP Die Remixes von Jay Glass Dubs für die DFA-Combo Guerilla Toes sind schon gut drei Jahre alt und fallen damit in die inspirierteste Produktionsphase des Griechen. Insbesondere »String Dub« klingt wie eine sensationelle Naffi Sandwich Nummer im Sherwood Remix. Allein dafür 10/10.
 

bokeh lpVinyl LP Weiter mit Bokeh, die sich schon vor »Lenses Danses« perfekt in die Soundästhetik von UVB-76 gefräst hatten. Auf Albumlänge erschöpft sich der monochrome Halfstep-D&B des Duos dann doch mehr als auf Martsmans sehr gutem Soloalbum, aber in den besseren Momenten erreichen die beiden fast das Niveau eines Felix K.
 

pinch reality tunnelsVinyl 2LP Pinch hat auf Albumlänge seit »Underwater Dancehall« nur noch mindestens zu zweit gearbeitet. Solo geht ihm die Stringenz, die Shackleton oder Adrian Sherwood offenbar in die Sessions getragen hatten, etwas mehr verloren, dafür gibt es von drilligem Grime über geradlinigen Peak-Techno bis zu Subbass-Rattlern hier eine Menge an potentiellen Single-Highlights.
 

regis hiddenVinyl 2LP Noch länger ohne Soloalbum unterwegs war Regis, der in den vergangenen 19 Jahre jedoch trotzdem zahllose Production Credits zu verzeichnen hatte. Die Orientierung an Post Punk Drumkits, halftimigem Skelett-Step und industrialen Störfrequenzen kommt also mitnichten überraschend, es verwundert eher, dass die wenigen geradlinigen Tracks auf »Hidden In This Is The Light That You Miss« (ja, Humor war noch nie die Stärke von Downwards) dagegen etwas abflachen. Trotzdem eines der besten Techno-Alben der letzten fünf Jahre.
 

lft osareVinyl LP Elena Colombi ist sagenhaft gut darin Musik auszuwählen, zu mixen und Verbindungen herzustellen, wo eigentlich keine sind. Als Kuratorin ihres eigenen Labels sucht sie vielleicht noch nach der Selbstverständlichkeit, mit der sie auflegt. »Blood In The Grass« auf Osare ist ein Schrammel-EBM-Album von L.F.T. mit Wave-Passagen, das live im Pudel sicher eine Menge Spaß gemacht hat, auf Platte aber manchmal etwas stiernackig und polterig wirkt. Andererseits würde ich das als Pointe in einem Colombi Set vermutlich auch wieder anders wahrnehmen.
 

elysia crampton panVinyl LP Es ist 2020, ich verabschiede mich natürlich nicht mit einem Bang sondern mit einem Wimmern in die Sommerferien. Elysia Cramptons »Orcorara 2010« ist sensibler als der R-Wert und in seinem theoretischen Überbau erstmal hochgradig verwirrend, einzigartig fragil und nervös, aber auch seltsam dumpf beschwichtigend. Womit hier final nochmal die Holzhammer-Metaphoriker gefragt wären.
 


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Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.