Music Kolumne | verfasst 08.07.2020
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Text Florian Aigner

Run The Jewels – RTJ4Vinyl 4LP Das beste und schlimmste am neuen Album von Run The Jewels ist eigentlich, dass insbesondere Killer Mikes Verse so unbequem aktuell sind wie sie es schon mindestens dreimal zuvor waren. Trotzdem schwingt beim vierten RTJ-Album nun aber die feste Hoffnung mit, dass tatsächlich auch jemand zuhört, anstatt zum tausendsten Mal El-Ps überrragende Produktion zu loben oder sich erfreut über ein DJ Premier-Feature zu wundern.
 

Future – High Off LifeVinyl 2LP Dass man von Future außerhalb seiner Mask-On-Kampagne auch dieses mal wieder relativ wenig gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge erklärt bekommt, verwundert hingegen niemanden. Wäre auch seltsam, besteht doch Futures Kernkompetenz in gnadenlosem Egozentrismus. »High Off Life« erhält also ebenfalls den selben unreliablen, emotional instabilen Ich-Erzähler, den Future vor fast einem Jahrzehnt erschaffen hat, nur dass er 2020 noch ein wenig verlorener in dieser Welt wirkt als zuvor. Ähnliches gilt im Übrigen auch für das neue Gunna Album, wohingegen die – ebenfalls bisher nicht physisch erschienenen – Alben von Pop Smoke und Freddie Gibbs dieses bizarre Jahr wesentlich weitsichtiger erfassen.
 

Haftbefehl – Das Weisse AlbumVinyl 2LP Ein neues Album von Haftbefehl ist hierzulande immer noch ein Erdbeben, obwohl man merkt, dass die intellektuelle Verwurstung von Haftis bisherigem Werk weitgehend abgeschlossen war nach »Russisch Roulette«. »Das Weiße Album« fällt nun also in eine Phase, in der Haftbefehl eigentlich um nichts mehr kämpfen muss und seine linguistische Kanonisierung für Masterarbeiten 2028 weitgehend schon durchgewunken wurde. Das ist fast ein bisschen schade, denn auch hier rappt Haft wie kein zweiter hierzulande, auch hier pickt Haftbefehl ausschließlich Beats, die Honda Civics reihenweise in die Knie zwingen werden, auch hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien.
 

hpshawty greatest hitsVinyl LP Intellektuell überschaubar dann hingegen das, was sich aus »Greatest Hits 2018-2019 Vol.1« ziehen lässt. Hpshawty choppt sich hier 18x durch Memphis-Throwbacks, streift G-Funk und ATL und rotzt noch zwei Ghetto House Skizzen hinterher. Natürlich ist das sehr Soundcloud anno 2016, aber mit 150er 808-Brettern und wild zusammengeklauten Tape-Vocals kriegste mich trotzdem immmer.
 

Arca – KiCk iVinyl LP Zu Arca werden wir uns sprechstündlich sehr bald noch ausführlicher äußern, aber was bei »kiCk i« sofort auffällt, ist diese unglaubliche Macht von Musik als Befreiungsschlag, sowohl in identitätsformierender Form, als auch in Sachen Sound-Design. Arcas Album ist auf voller Länge ein grell enthusiastisches Pop-Album, nachdem das vorangegangene Soundcloud-Loosie in atemberaubender Art und Weise Deconstructed Club als Ordnungsgröße für Arca eventuell final verabschiedet hat. Das kann so vielleicht nur noch Charli XCX.
 

nahash flowersVinyl 2LP Alles auf SVBKVLT ist wild. Was auf dem Shanghaier Label gemacht wird, erinnert teilweise an Großbritannien Anfang der Neunziger, eine subversive, laute Unterminierung gängiger Club-Klischees. Im Falle von Nahash heißt das konkret: Amen-Breaks treffen auf Kelman Duran’schen Dembow, Gabber Kickdrums schmugglen sich in Dancehall-Patterns, die Dekonstruierung des Clubs erschöpft sich nicht in plakativen Rihanna-Samples sondern ätzt und schnaubt, jede Aussicht auf Hedonismus fix ertränkt in verzerrten Smog-Flächen. »Flowers Of The Revolution« ist ein fieses Album, aber eines, das mit dem finalen Remix von DJ Plead dann doch noch die Hoffnung einlöst, der Club könnte als Endorphin-Quelle dieses Jahr überleben.
 

Azu Tiwaline – Draw Me A SilenceVinyl 2LP Das bisher beste Tanzmusik-Album des Jahres kommt jedoch völlig überraschend von Azu Tiwaline, die auf »Draw Me A Silence« eine unglaubliche Balance findet zwischen polyrhythmischer Klaustrophobie und der ausladenden Weite von Dub. Es ist aus gutem Grund seit März everyones Lieblingsüberlegung geworden die Sinnhaftigkeit, Tanzmusik für Wohnzimmer zu produzieren, in Frage zu stellen, aber dieses Album ist vollkommen losgelöst von Körperkontakt ein verdammtes Meisterwerk.
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV Records


katatonic silentio prisonerVinyl LP Katatonic Silentios Album ist literally umgeben von einem Drahtkäfig und Kabelbinder, wer hier die Metaphorik deuten möchte, kann gerne den Holzhammer auspacken. Ich würde mich derweil darauf beschränken zu konstatieren, dass »Prisoner Of The Self« (na, get it?) ein ähnlich unbequemes, dissoziatives und dystopisches Club-Album ist wie das von Nahash, auch hier nur aufgebrochen von wenigen, dafür aber umso pointierteren funktionalen Momenten.
 

Nídia – Nao Fales Qua A MentesVinyl LP Es gibt Zitate von Nidia, die ihre Musik besser beschreiben als ich es je könnte, insbesondere hinsichtlich dessen, was Musik außerhalb von gefälliger Pärchendynamik leisten soll, aber auch mit dem Gefühl mal wieder von einer Principe-Platte komplett überwältigt worden zu sein, lässt es sich doch hier als Cop-Out einigermaßen arbeiten.
 

Nihiloxica – KaloliVinyl 2LP Über Nihiloxica habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben, Kollege Cornils ebenso. Dementsprechend: worauf wartet ihr noch?
 

boof rebirthVinyl 2LP Weiter mit Maurice Fulton, der als Boof traditionell seine wahnsinnigsten Platten macht, die nicht auf den Namen Syclops hören. »Rebirth Of Gerberdaisy« ist dann aber das bisher quietschigste Boof-Album, inklusive dem ein oder anderen potentiellen Gerd Janson Staple, dennoch wäre Fulton nicht Fulton, wenn zwischen Slapbass und lauten House-Claps nicht noch Platz für allerlei Schabernack wäre.
 

omar s fuck resident advisorVinyl 2LP Das neue Omar-S Mini-Album heißt »Fuck Resident Advisor«. Ihr hattet Titel + Cover alle mindestens achtmal in euren IG-Stories und natürlich könnte man sich an dieser Stelle treffend darüber streiten, ob RA als Feindbild die ideale Wahl ist, aber die Stärke von Omar-S bestand ja nun schon immer darin Diskussionen überhaupt nicht zuzulassen. Dementsprechend gibt es auch hier wieder sechs klassische Tracks, die zu jedem Zeitpunkt in den letzten 15 Jahren hätten entstehen können und je nach Dichte der eigenen FXHE-Sammlung mehr oder weniger essentiell sind. Die neuen Alben von Moodymann und Theo Parrish bieten dafür wesentlich mehr Reibung an, aber Omar-S ist ein Uhrwerk, kein Dozent.
 

divine interfaceVinyl LP »Seeking Arrangement« bedient sich unterdessen entspannt zu gleichen Teilen bei Aux88 und Prince, die Club-Erfahrung von Divine Interface wird hier in lasziven 808-Midtempo-Electro übersetzt, stellenweise eingebettet in verschnörkelte Melodien, aber auch jede Menge Booty-Bass. Das Album, das Seven Davis Jr. vor vier Jahren hätte machen sollen.
 

peter graf york expeditionVinyl LP Ich hasse es inständig über Platten von Freunden zu schreiben, deswegen traue ich mich jetzt auch nicht in vollem Umfang »Expedition Bahn« von Peter Graf York überschwänglich zu loben. Das ist natürlich total dumm, weil das eine total gute Platte ist, die eigentlich sogar am besten wirkt, wenn man sie nicht mit kruden Genre-Spoilern vorentlastet.
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV Records


Pretty Sneaky – Pretty SneakyVinyl 2LP Einfacher wird’s, wenn man über die Plattenurheber einfach gar nichts weiß. Pretty Sneaky bleibt/bleiben (?) ein unbeschriebenes Blatt, auch im Albumformat auf Mana. Besser noch als auf den diversen White Label Maxis wird hier einmal alles zwischen schwerstgebluntetem Ambient, Chain Reaction, zartem House und subbassigen gebrochenen Beats auf vier Endlosstücke verteilt und ich Kleingeist hoffe insgeheim, dass da nicht doch irgendwie der Jaar dahintersteckt. Dann wäre nämlich eine Entschuldigung fällig.
 

jay glass dubs gorillaVinyl LP Die Remixes von Jay Glass Dubs für die DFA-Combo Guerilla Toes sind schon gut drei Jahre alt und fallen damit in die inspirierteste Produktionsphase des Griechen. Insbesondere »String Dub« klingt wie eine sensationelle Naffi Sandwich Nummer im Sherwood Remix. Allein dafür 10/10.
 

bokeh lpVinyl LP Weiter mit Bokeh, die sich schon vor »Lenses Danses« perfekt in die Soundästhetik von UVB-76 gefräst hatten. Auf Albumlänge erschöpft sich der monochrome Halfstep-D&B des Duos dann doch mehr als auf Martsmans sehr gutem Soloalbum, aber in den besseren Momenten erreichen die beiden fast das Niveau eines Felix K.
 

pinch reality tunnelsVinyl 2LP Pinch hat auf Albumlänge seit »Underwater Dancehall« nur noch mindestens zu zweit gearbeitet. Solo geht ihm die Stringenz, die Shackleton oder Adrian Sherwood offenbar in die Sessions getragen hatten, etwas mehr verloren, dafür gibt es von drilligem Grime über geradlinigen Peak-Techno bis zu Subbass-Rattlern hier eine Menge an potentiellen Single-Highlights.
 

regis hiddenVinyl 2LP Noch länger ohne Soloalbum unterwegs war Regis, der in den vergangenen 19 Jahre jedoch trotzdem zahllose Production Credits zu verzeichnen hatte. Die Orientierung an Post Punk Drumkits, halftimigem Skelett-Step und industrialen Störfrequenzen kommt also mitnichten überraschend, es verwundert eher, dass die wenigen geradlinigen Tracks auf »Hidden In This Is The Light That You Miss« (ja, Humor war noch nie die Stärke von Downwards) dagegen etwas abflachen. Trotzdem eines der besten Techno-Alben der letzten fünf Jahre.
 

lft osareVinyl LP Elena Colombi ist sagenhaft gut darin Musik auszuwählen, zu mixen und Verbindungen herzustellen, wo eigentlich keine sind. Als Kuratorin ihres eigenen Labels sucht sie vielleicht noch nach der Selbstverständlichkeit, mit der sie auflegt. »Blood In The Grass« auf Osare ist ein Schrammel-EBM-Album von L.F.T. mit Wave-Passagen, das live im Pudel sicher eine Menge Spaß gemacht hat, auf Platte aber manchmal etwas stiernackig und polterig wirkt. Andererseits würde ich das als Pointe in einem Colombi Set vermutlich auch wieder anders wahrnehmen.
 

elysia crampton panVinyl LP Es ist 2020, ich verabschiede mich natürlich nicht mit einem Bang sondern mit einem Wimmern in die Sommerferien. Elysia Cramptons »Orcorara 2010« ist sensibler als der R-Wert und in seinem theoretischen Überbau erstmal hochgradig verwirrend, einzigartig fragil und nervös, aber auch seltsam dumpf beschwichtigend. Womit hier final nochmal die Holzhammer-Metaphoriker gefragt wären.
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV Records

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste | verfasst 17.12.2014
2014
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos 2014 stellen wir euch die Musikvideos vor, die uns in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne | verfasst 01.02.2017
Aigners Inventur
Januar 2017
Auch im neuen Jahr setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Run The Jewels, Tornado Wallace und Fjaak.
Music Kolumne | verfasst 06.05.2021
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Review | verfasst 10.01.2014
Run the Jewels
Run the Jewels
El-P hat bereits im letzten Jahr Killer Mike für dessen fünftes Album die Beats auf den Leib geschneidert. Mit Run the Jewels geht’s weiter.
Music Review | verfasst 20.01.2017
Run The Jewels
Run The Jewels 3
Politisch waren Run The Jewels schon immer. Aber auf »RTJ3« ziehen Killer Mike und El-P die Stellschrauben noch einmal deutlich an.
Music Review | verfasst 05.06.2020
Run The Jewels
RTJ4
Diese Woche haben Killer Mike und El-P ihr viertest Run The Jewels-Album »RTJ4« digital veröffentlicht. Vinyl folgt im September.
Music Interview | verfasst 10.02.2014
Run the Jewels
No Mission
Wir sprachen mit El-P und Killer Mike über die Möglichkeit von Innovation und warum man über Musik nicht zu viel reden darf. In diesem Sinne …
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 16.06.2020
Nihiloxica
Kaloli
Nihiloxica waren der feuchte Traum der Musikjournaille. Nach zwei EPs ist »Kaloli« ihr Debütalbum. Muss sich die Gruppe nun beweisen?
Music Review | verfasst 31.10.2014
Arca
Xen
Grell, grimmig und bissig ist dieses Album ein ekliger Finger, der dich lockt. Aber du musst folgen und du wirst.
Music Review | verfasst 17.12.2015
Arca
Mutant
Arca hat den Sound von FKA Twigs als auch den von Björks jüngster Platte geprägt. Seine eigenen Arbeiten sind nun auf »Mutant« nachzuhören.
Music Review | verfasst 13.04.2017
Arca
Arca
Arca war lange ein faszinierendes Konzept. Das ist es jetzt nicht mehr. Es ist jetzt eine tatsächlich fühlbare Realität.
Music Review | verfasst 24.09.2020
Arca
&&&&&
Start des Postgenres: Arcas »&&&&&« war Prototyp für die Generation Deconstructed Clubmusic.
Music Porträt | verfasst 06.11.2014
Arca
Raus aus der Komfortzone
Es gibt viele Gründe, warum Kanye West nicht die Pappnase ist, für die ihn alle halten. Denn auf »Yeezus« hat er den Produzenten Arca für einige Tracks geholt. Nun erscheint »Xen«, die erste komplette eigene Platte des 24-Jährigen.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Kolumne | verfasst 13.07.2020
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Review | verfasst 10.12.2014
Haftbefehl
Russisch Roulette
Haftbefehls »Russisch Roulette« ist definitiv eine Wand, die genommen werden muss, um beim Gangsta-Rap weiterhin auf Augenhöhe mitzuspielen.
Music Review | verfasst 02.05.2021
Haftbefehl
Das Schwarze Album
Auf »Das Schwarze Album« wird der Offenbacher Rapper Haftbefehl vom Hollywood-Boss zum Türsteher der Höllenpforte.
Music Kolumne | verfasst 15.11.2010
Entweder Oder
Entscheider: Haftbefehl
Wir haben den bekennenden BILD-Leser mit ein paar Promis in den Ring gebeten. Wer ist cool, wer bekommt eine Abreibung?
Music Kolumne | verfasst 10.01.2012
Keine halben Sätze
Proband: Haftbefehl
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unsere Interviewpartner ergänzen diesen dann in ihrem Sinne. Diesmaliger Proband: Haftbefehl, Alter: 26, aufgewachsen in: Offenbach, lebt in: Offenbach.
Music Kolumne | verfasst 20.02.2013
Hyperton
Februar 2013
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2014
Zwölf Zehner
Oktober 2014
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.12.2014
Vinyl-Sprechstunde
Haftbefehls »Russisch Roulette«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze haben sich Haftbefehls viel besprochenes Album »Russisch Roulette« gemeinsam angehört.
Music Review | verfasst 28.05.2020
Nídia
Não Fales Nela Que A Mentes
Auf »Não Fales Nela Que A Mentes« braucht Nídia nicht als einen Rhythmus und einen Loop, um ein riesiges Koordinatensystem zu eröffnen.
Music Review | verfasst 21.11.2011
Pinch & Shackleton
Pinch & Shackleton
Die beiden Dubstep-Schwergewichte entführen den Zuhörer auf ihrem Kollaborations-Album in sehr zurückgenommene und abstrakte Klangräume.
Music Review | verfasst 04.02.2015
Sherwood & Pinch
Late Night Endless
»Late Night Endless« der beiden Legenden Adrian Sherwood & Pinch ist eine Art Poesiealbum jamaikanisch inspirierter Bassmusik.
Music Review | verfasst 02.03.2017
Sherwood & Pinch
Man Vs. Sofa
Adrian Sherwood und Pinch verbindet die Liebe zum Dub. Ihr präziser und druckvoller Sound ist auf »Man Vs. Sofa« wieder nachhörbar.
Music Kolumne | verfasst 11.01.2012
Hyperton
Januar 2012
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2011
Aigners Inventur
Februar 2011
Raekwon kümmert sich um die Basis, Mr Dibiase um die Atari-Nerds, Show & KRS-One um die ewig Gestrigen, Virgo 4 um Chicago, PJ Harvey um England und Radiohead um die Journaille. Madames et Monsieurs: der Februar!
Music Kolumne | verfasst 20.04.2011
Aigners Inventur
März 2011
Auch in diesem Monat klärt Aigners Inventur wieder die wirklich essentiellen Fragen der Menschheit: Fürchtet Pusha T wirklich das Fegefeuer? Vermittelt Frank Ocean zwischen Tyler und Bieber? Ist die Welt tatsächlich aus Plastik?
Music Kolumne | verfasst 17.05.2011
Aigners Inventur
April 2011
Zugegeben: es war nicht einfach neben den Marktschreiern der Wolf Gang in den letzten vier Wochen noch andere Stimmen zu vernehmen, aber bei genauem Hinhören gab es für die Musikindustrie doch noch ein Leben neben OFWGKTA.
Music Kolumne | verfasst 15.06.2011
Aigners Inventur
Mai 2011
Irgendetwas stimmt diesen Monat nicht. Was sich im Mai zur Kaffeefahrt verabredete, war im Schnitt älter als der AC Mailand. Und das ausgerechnet im Monat nach Goblin. Quo vadis, Mai?
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.