Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

Zwoelf Zehner, 2012-03 (01)

Nicht nur, dass Snoop Dogg letzten Monat unter die House (sorry »Euro Tekno«) DJs gegangen ist, er hat es sich auch nicht nehmen lassen einen bisher unveröffentlichten Track aus den Aufnahme-Sessions seines 2009er Albums Malice N Wonderland via Soundcloud zu verschenken. Hätte man mir das nicht direkt gesagt, ich hätte Ridin In My Malibu übereifrig als DJ Quiks fehlenden Beitrag zu Doggystyle fehlinterpretiert, auch wenn die Drums hierfür etwas zu schüchtern wären und Snoop Dogg zu abgeklärt klingt. Nichtsdestotrotz: Rollin In My Malibu wird die coolste Sommerhymne 2012 bleiben und längst abgehakte Cali-Eskapismus-Hirngespinste unter Zentraleuropäern auslösen. Und: don’t get ashes on my seat!

Zwoelf Zehner, 2012-03 (02)

Aigner und Okraj halten Wort und lassen der letztmonatigen Ankündigung Taten folgen, FunkinEvens wundersamen Remix für PhOtOmachines On U diesen Monat in den Zwölf Zehnern zu platzieren. Der Original-Mix selbst ist mit seinem Breakgedonner und stetigen Wechsel zwischen funktionalen Technobrett und Electroboogie ein sicherer Top-Five-Kandidat. FunkinEven aber hat nun mal den Midas Touch derzeit. Sein Remix destilliert die liebliche Kometenmelodie des Originals, entlädt sich euphorisiert an den misstönenden Synths und drückt die unnachahmliche Percussion durch, für die er seit Roland Jam oder Beat Crash Patente besitzt. Chapeau Monsieur.

Zwoelf Zehner, 2012-03 (03)Find it at hhv.de: 12inch

Ron Morelli führt sein kleines New Yorker L.I.E.S.-Label scheinbar nach folgendem Prinzip: Auf eine Maxi eines mittlerweile etablierten Künstlers (Legowelt, Steve Summers, Maxmillion Dunbar) folgt eine 12inch eines vielversprechenden Talents. Willie Burns, Xosar, Terekke und jetzt schliesslich Svenaglisghost. Ein weiterer analoger Mofo, nach dessen künftigen Releases wir uns schon die Finger lecken. Deep into memory, die A-Seite seiner jetzt erschienenen Debüt-Maxi Mind Control, zieht uns mit einer stoischen Kickdrum sofort in den Bann und entfaltet auf fast neun Minuten Achterbahnfahrt offener Hi-Hats, psychadelischer Effekte und vor allem seiner prägnanten Bassline eine sagenhafte Sogwirkung. Deep into memory ist ein halluzinogener Roland-Trip, der bereits auf Youtube tief in die Synapsen vordringt. Aber kids, don’t try this at a club.

Zwoelf Zehner, 2012-03 (04)

Dass Nas wieder seinen üblichen Pre-Album-Lauf hat, hatte sich schon angekündigt. The Don macht es nun fast unmöglich nicht erneut diese Erwartungshaltung anzunehmen, die es meist so erschwert mit 80% seiner darauffolgenden Alben zufrieden zu sein. Das aber soll an dieser Stelle nicht das Thema sein, sondern ein hyperaktiver, rhythmisch anspruchsvoller Beat, den der verstorbene Heavy D als eine seiner letzten Amtshandlungen wohl Salaam Remi anvertraut haben soll. Gleich nach Supercats Patois-Intro geht Nasir Jones all in und erklärt uns nebenbei noch, dass man seinen Stash doch bitte nicht im Bauarbeiter-Dekolleté, sondern in den Socken zu verstecken hat. Und wenn im dritten Vers für einige Takte eine latent an The World Is Yours erinnernde Melodie kurzzeitig Harmonie stiftet, ist endgültig alles gut. Er ist einfach der Größte, so er denn will.

Zwoelf Zehner, 2012-03 (05)

Die Geschichte von Ital und 100% Silk wurde an dieser und anderer Stelle schon mindestens einmal zu oft erzählt, deswegen sparen wir uns die übliche Avantgarde-Noiser-Gone-House-Nerds-Ausführungen und kommen direkt zur Mi Ami Rückkehr. Dass Ital und sein – als Magic Touch mittlerweile ebenfalls lupenreine 120BPM-Manie produzierender – Partner ihr neues Album nicht über Thrill Jockey oder Not Not Fun, sondern über 100% Silk veröffentlichen, haben Okner und Aigraj bereits als gutes Omen wahrgenommen, ziehen wir doch für gewöhnlich 707-Rimshots bemühtem Saitengewichse vor. Dass Mi Ami aber direkt mit der ersten Vorabsingle ein solches Monster von einem Prog-House-Track rausschießen würden, ist dann doch eine kleine Überraschung. Time Of Love, der muskulöse Bruder der letztjährigen Mr. Fingers-Annäherung Sunrise, kombiniert elfeinhalb Minuten lang eine forsche Bassline mit den immer und überall so verdammt geil klingenden Roland-Drum-Patterns, kryptischen Vocalschnippseln, psychedelischen Synthflächen, Reverb, Delay undundund. Andere füllen mit dieser Anzahl an Ideen ein Doppelalbum, andere ersticken ihre Musik mit einer solchen Überambitioniertheit, Mi Ami hingegen machen alles richtig.

Zwoelf Zehner, 2012-03 (06)Find it at hhv.de: 12inch

N.O.R.E. ist zurück. Einer dieser Typen, den man so gar nicht mehr auf der Rechnung hatte, bei denen man sich aber dennoch freut, sie endlich auch mal wieder zu hören. Mit Styles P und Raekwon holt sich das einstige Rap-Heavyweight auch gleich namhafte Unterstützung ins Haus. Google That lebt dennoch zumeist von diesem bombastischen Beat-Klon à la Neptunes 1999, den ein gewisser DJ Fricktion hier aus der MPC schleudert. Präzise Kicks treffen auf diese unverwechselbar verzerrten Synthies. So einfach geht das. History repeating. Denn wer sich erinnern kann: Mit ihrem so einfachen Rezept verhalfen Pharrell Williams und Chad Hugo dem einstigen Capone-N-Noreaga-Mitglied mit Hitsingles wie Oh No schon damals zu einer zunächst erfolgreichen Solokarriere. Der Rest ist Geschichte. Wer’s vergessen hat: Google That!

Zwoelf Zehner, 2012-03 (07)

Es ist viel geschrieben worden über den Einfluss DJ Screws auf die neue Cloud-Rapper (was im Übrigen fast noch dämlicher klingt als ‘Chillwaver’), hört man aber Mystical Maze des frisch von 4AM unter Vertrag genommenen Spaceghostpurrp, so darf man durchaus auch über Livin’ Proof sprechen. Nicht nur, weil dessen verschlafener Beat etwa so klingt als hätte jemand die düstersten Elemente aus Suspended in Time und Up Against The Wall (Getaway Car Mix) extrahiert und Premos Akkuratesse durch ein südstaatliches Drumprogramming und den Screw’schen Schluckauf ersetzt. Nein, gerade auch weil Spaceghostpurrp so schludrig und hemdsärmelig flowt wie Lil Dap und der Nutcracker zu besten Zeiten. Perfektion ist langweilig, Spaceghostpurrp nicht.

Zwoelf Zehner, 2012-03 (08)

Nicht dass sich der gemeine Juke-Track den Vorwurf gefallen lassen muss, in irgendeiner Weise überladen zu sein. Manchmal ist dennoch weniger eben mehr. Denn völlig entkernt von Samples und Vocal-Schnipseln, vollkommen konzentriert auf die verführerische Percussion der guten alten 808 und eines kurzen und vollkommen simplen Acidloops, das führt einen irgendwie zurück ins gute alte Jahr – richtig: 1988! Chicago-Veteran Traxman war damals schon zugegen, hat gut hingehört bei den vielen Großmeistern der Windy City und weiß besser als viele dieser Juke-Rotznasen (die wir aber mindestens genauso bewundern), dass man mit minimalen Aufwand maximalen Ertrag ernten kann. So, und jetzt ist Schluss mit den Plattitüden.

Zwoelf Zehner, 2012-03 (09)

Diese alten Herren aus Chicago und Detroit machen einem schon ein bißchen Angst. Demonstrativ die Scheuklappen auf für alles, was im neuen Millenium passiert ist, schaffen sie es dennoch relevanter zu bleiben, als all diejenigen, die versucht haben mit der Zeit zu gehen und, einer alten Stromberg’schen Weisheit folgend, mit der Zeit gehen mussten. Gene Hunt, seines Zeichen Ex-Protege Ron Hardys und Rush Hour Go-To-Guy der letzten 12 Monate, macht auf seinem Original-Mix bereits keine Gefangenen, was der große Zeremonienmeister Theo Parrish dann aber auf seinem Remix anstellt, ist wieder Alchimie vom feinsten. Zu Beginn lässt er sich Zeit das tragende Vocal-Sample in epischer Breite und nur durch nervöse Percussion angereichert zu würdigen, ehe ein alles plattwalzender, und dennoch irgendwie subtiler Acid-Bass minutenlang durch den Track mäandert, sich von Theos gewohnt jazzigen Chords nicht ablenken lässt und nach gut drei Minuten endlich explodiert, nur um sich kurze Zeit später wieder dem großen Ganzen unterzuordnen. Er ist und bleibt ein Hexer.

Zwoelf Zehner, 2012-03 (10)Find it at hhv.de: 12inch

Legendentreff, die Nächste. Luke Slater verwandelt Octave Ones eh schon nicht gerade zimperliches Love & Hate in ein stoisches Bassdrum-Monstrum mit einem paranoiden Piano-Crescendo, das wiedermal zementiert, dass die besseren Dettmanns und Fakis schon vor 15 Jahren auf der Insel zu finden waren. Wenn Beton-Techno, dann so.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kommentar | verfasst 20.11.2019
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 08.08.2012
Zwölf Zehner
Juli 2012
Willkommen im August. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.09.2013
Zwölf Zehner
August 2013
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.05.2014
Zwölf Zehner
April 2014
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 01.06.2011
Zwölf Zehner
Mai 2011
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2012
Zwölf Zehner
Mai 2012
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.07.2012
Zwölf Zehner
Juni 2012
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.09.2012
Zwölf Zehner
August 2012
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.10.2012
Zwölf Zehner
September 2012
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.11.2013
Zwölf Zehner
Oktober 2013
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 11.08.2014
Zwölf Zehner
Juli 2014
Willkommen im August. Etwas spät, aber es war ja auch Urlaub. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2014
Zwölf Zehner
Oktober 2014
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 28.07.2011
FunkinEven
Rolands Jam EP
FunkinEven macht auf seiner neuen, auf Eglo Records erschienenen EP Rolands Jam Tabula Rasa mit Ansage.
Music Review | verfasst 30.09.2011
Breton
Counter Balance Remix EP
Die Counter Balance EP von Breton aus dem letzten Jahr wurde jetzt geremixt. Neben Girl Unit durften auch FunkinEven ran.
Music Review | verfasst 19.04.2018
Steven Julien
Bloodline
Auf »Bloodline« bekommt Steven Julien die Mischung aus zerfrottelten Clubnummern und uneasy listening perfekt hin.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 23.12.2011
Ol' Dirty Bastard
Return To The 36 Chambers
Das erste Soloalbum von ODB aus dem Jahre 1995 ist nun in einer aufwendig designten Deluxe-Edition erhältlich.
Music Review | verfasst 30.07.2010
Capone-N-Noreaga
The War Report 2
Man darf Capone-N-Noreaga wenigstens zum zweitstärksten Album der Bandhistorie gratulieren.
Music Review | verfasst 30.08.2019
Wu-Tang Clan
OST Of Mics And Men
Die Dokuserie „Of Mics and Men“ erzählt die Wu-Tang Saga. Den Soundrack zum faktenbasierten Vierteiler übernahm der Clan selbst.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2011
Aigners Inventur
Februar 2011
Raekwon kümmert sich um die Basis, Mr Dibiase um die Atari-Nerds, Show & KRS-One um die ewig Gestrigen, Virgo 4 um Chicago, PJ Harvey um England und Radiohead um die Journaille. Madames et Monsieurs: der Februar!
Music Review | verfasst 24.07.2012
Nas
Life Is Good
»Life Is Good« ist Nasir Jones inoffizielle musikalische Autobiographie. Der Schwerpunkt liegt auf der Lyrik.
Music Review | verfasst 21.07.2008
Nas
Untitled
Wie ernst kann man Nas’ Angry-Black-Man-Pose noch nehmen, wenn sich der Prediger vom Plattenlabel kompromittieren lässt?
Film Review | verfasst 26.08.2015
One9 & Erik Parker
Nas - Time Is Illmatic
»Time Is Illmatic« ist der Schonungslosigkeit von Nas’ »Illmatic«, dieses besten Hip Hop-Albums der Geschichte, würdig.
Music Interview | verfasst 29.04.2011
Beastie Boys
Karottenschnitzel im Glas
Die Beastie Boys veröffentlichen »Hot Sauce Committee – Part 2«. Warum eigentlich »Part 2«? Was ist aus »Part 1« geworden? Und warum mussten wir so lange auf das 8. Studioalbum warten? Ein Gespräch mit den New Yorker Chefköchen des HipHop.
Music Interview | verfasst 21.11.2011
Elzhi
»Im Hip Hop sind Cover selten«
Seine Re-Interpretation von Nas’ Illmatic wurde in diesem Jahr gefeiert wie kaum ein anderes Release. Gerade war er damit live in Deutschland unterwegs. Wir nutzten die Gelegenheit ihm hier ein paar Fragen zu stellen.
Music Kolumne | verfasst 27.06.2018
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.