Music Review | verfasst 20.11.2015
Kobosil
91
Ostgut Ton, 2015
Text Kevin Goonewardena
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Redaktion
Cover Kobosil - 91

Es brauchte nicht viel Anlaufzeit für Kobosil, um nicht nur auf der großen Bildfläche zu erscheinen, sondern sich darüber hinaus als ernst zu nehmender DJ und Produzent zu etablieren. Kein Wunder, überzeugten seine bisherigen Arbeiten doch in jederlei Hinsicht. Bemerkenswert allemal, erst Recht jedoch für einen Künstler seines Alters. Man muss keine abgegriffenen Hypes bemühen, um Kobosil herausragendes Talent zu bescheinigen – nicht mal ein sonderlich gut geschultes Ohr ist dafür nötig. Kobosils dunkler Techno moderner Prägung, besticht durch Eigenständigkeit, vergisst sich jedoch nicht vor alten Meistern und Strömungen zu verbeugen. Seine Tracks weisen so unterschiedliche Einflüsse auf wie seine offensichtliche Vorliebe für Industrial, Noise, Drone, aber auch Ambient-Tekturen. Den ersten EPs 2013 folgten Releases auf MDR und Arbeiten für Ostgut Ton. Diese Liaison findet mit »91« ihren vorläufigen Höhepunkt. Die hierfür ausgesuchten Stücke zeigen vor allem eines: Muskeln. Sie alle ergeben ein geschlossenes Bild, folgen sie doch dem gleichen musikalischen Ansatz und erzeugen eine ähnliche Stimmung. Dafür sorgen hypnotische Synthies und der unwiderstehlicher 4/4-Beat des Opener »Avernian« oder die gedoppelte Kickdrum, gepaart mit zur Unkenntlichkeit verzerrten Vocals auf »Konvergent«. Aus dem Rahmen fällt einzig das Interlude »Per«, mit den schon angesprochenen Drone- und Noise-Einflüssen. Kobosil schürt einmal mehr hohe Erwartungen an sein für Januar 2016 angekündigtes Debüt.

Die 12" »91« von Kobosil findest du bei hhv.de: LP
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